TimetunnelEine Zeitreise in die Vergangenheit … die Zeittafel der Machtergreifung 1933 … Parallelen zum Heute entdecken
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Hühner… dass unser Hühner nicht zu fett wurden, besorgte ich durch Hinterherrennen und Scheuchen

Atomgesetz – Novellierung 2011

Die Bundesregierung beschloss wenige Tage nach dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima einen deutlichen Wechsel ihrer Atompolitik bzw. Energiepolitik. Zunächst verkündete sie ein dreimonatiges Atom-Moratorium für die sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke sowie für das Kernkraftwerk Krümmel. Am 30. Juni stimmte der Bundestag mit großer Mehrheit für den Atomausstieg und beschloss ein weiteres Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes vom 31. Juli 2011. Am 8. Juli billigte der Bundesrat das geänderte Atomgesetz und sechs Begleitgesetze. Bundespräsident Wulff unterzeichnete es am 1. August 2011, in Kraft getreten ist das geänderte Gesetz am 6. August 2011.

Deutschland: Quo vadis?

Am 16. Mai 2012 wurde Peter Altmaier von Bundeskanzlerin Angela Merkel als Nachfolger von Norbert Röttgen zum Bundesumweltminister vorgeschlagen. Seine Ernennung zum Minister durch Bundespräsident Joachim Gauck erfolgte am 22. Mai 2012.
In seinem Amt als Bundesumweltminister wird ihm von der Erneuerbaren-Energien-Branche vorgeworfen, den Ausbau der erneuerbaren Energien unnötig zu bremsen und die Ausbauziele zurückzufahren.

Japan:

Am 14. September 2012 beschloss die japanische Regierung auf einem Ministertreffen in Tokio einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis in die 2030er-Jahre, spätestens aber bis 2040. Die Regierung teilte mit, man wolle alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen. Wenige Tage später schränkte die Regierung den geplanten Atomausstieg wieder ein, nachdem die Industrie gedrängt hatte, die Pläne zu überdenken. Angeführte Argumente waren, dass ein Atomausstieg die Wirtschaft belasten und es aufgrund des Imports von Öl, Kohle und Gas zu hohen Mehrkosten kommen würde. Daraufhin billigte die Regierung die Energiewende, ließ aber den Zeitpunkt für die Stilllegung der Kernkraftwerke offen.
Am 26. September 2012 wurde Shinzo Abe zum Premierminister gewählt. Abe kündigte an, wieder AKWs einschalten zu wollen und auch den Neubau von Kernreaktoren nach eingehender Sicherheitsprüfung wieder aufnehmen zu lassen.

Quelle: Wikipedia
FukushimaSatellitenfoto der Reaktorblöcke 1 bis 4 (von rechts nach links) am 16. März 2011 nach mehreren Explosionen und Bränden – By Digital Globe [CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons TschernobylTschernobyl, zerstörter Reaktorblock 4 nach der Explosionen am 26. April 1986

Fukushima (Glücksinsel)

Infolge des Tōhoku-Erdbebens am 11. März 2011 und des folgenden Tsunamis fiel die elektrische Energieversorgung des Kraftwerks aus, so dass die Reaktorkerne und gelagerten Brennstäbe mangelhaft gekühlt wurden. Dies führte zu einer Unfallserie mit mehreren Kernschmelzen, bei der die Reaktorblöcke 1 bis 4 zerstört und erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt wurden. Zwei Arbeiter im Kraftwerk starben durch das Erdbeben; mindestens hundert erhielten Strahlenbelastungen über 100 Millisievert. Zunächst wurde ein Gebiet im Umkreis von zwanzig Kilometern mit 70.000 bis 80.000 Anwohnern evakuiert, später vorübergehend noch einige weiter entfernte Orte mit besonders hoher radioaktiver Belastung.
Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Böden, Leitungswasser, Meerwasser und Meerestiere im weiten Umkreis wurden mit radioaktiven Stoffen kontaminiert; teilweise wurden dabei die gesetzlichen Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten. Im Verlauf der Unfallserie stufte die japanische Atomaufsichtsbehörde die Vorfälle in den Reaktorblöcken 1 bis 3 auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse zunächst vorläufig als Stufe 4 (Unfall) und dann als Stufe 5 (ernster Unfall) ein. Später kam sie auf Grundlage der geschätzten Menge an freigesetzten radioaktiven Stoffen zu einer – immer noch vorläufigen – Einordnung in die Höchststufe 7 (katastrophaler Unfall).

Quelle: Wikipedia

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Aladin aus der Wunderlampe
oder:

Hartmut Kennhöfer

Die Lichter gehen aus …

Meine Kindheit verbrachte ich im Norden Hamburgs in einer Siedlung, die von der Nordwestdeutschen Siedlungsgesellschaft 1950 erbaut wurde. Zuvor war dieses Gelände Truppenübungsplatz der SS-Kaserne Germania, die nach dem Zweiten Weltkrieg in das allgemeine Krankenhaus Heidberg umgewandelt wurde. Die Begrenzungsmauern aus schwerem, groben Kalkgestein und das gigantische Portal zeugen noch heute von einer radikal antidemokratischen Weltanschauung, die mit Symbolen und gigantischen Bauwerken ihre Stärke und Überlegenheit darstellen wollte. Wohin das führte, wissen wir heute und auch um das unendliche Leid, das der Krieg und seine Zerstörungen für die Menschen brachte. Meine Eltern waren in Ostpreußen aufgewachsen und 1945 von dort vor den heranstürmenden, russischen Truppen geflüchtet. Durch Zufall und sehr viel Glück gelang es ihnen, diese Siedlerstelle im Norden Hamburgs zu bekommen und eine neue Heimat zu finden. Damit verbunden war die Verpflichtung zur Kleintierhaltung und Selbstversorgung mit Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten. Die Grundstücke wurden zu diesem Zweck und mit den entsprechenden Auflagen an die Bewerber für die nächsten neunundneunzig Jahre verpachtet.

Dicht am Haus entstand aus Latten und Maschendraht der Hühnerstall, der mit braunen und weißen Hühnern bevölkert wurde. Ich erinnere mich, dass ich mit meinen Eltern am Sonntagmorgen mit auf den Hamburger Fischmarkt durfte, wo dann die besten Legehennen aus den Kartons des Händlers ausgesucht wurden. Die Hühner versorgten uns fortan mit Eiern und Fleisch und dass sie nicht zu fett wurden, besorgte ich durch Hinterherrennen und Scheuchen.

Diese Jahre werden heute auch als Nachkriegszeit und die Zeit des kalten Krieges bezeichnet. Auch wenn damals öfter im Radio von dem schwierigen politischen Verhältnis zwischen den USA und der Sowjetunion die Rede war, habe ich als Kind doch nicht begriffen, wovon gesprochen wurde. Allein die ernsten Mienen der Erwachsenen übertrugen die Sorgen auf mich, ohne dass ich wusste, wovor ich eigentlich Angst haben müsste.

Die Amerikaner und die Russen begannen ab 1951 regelmäßig mit Serien von Atombombentests in der Atmosphäre, die Radionuklide mit dem radioaktiven Fallout auf der ganzen Erde verteilten. Besonders problematisch für uns Kinder war (und ist) dabei das Radioisotop Strontium-90, das bei diesen Kernwaffentests in größeren Mengen in die Umwelt gelangte. Dieses Element ist dem Calcium ähnlich und wird gerade bei Kindern, weil sie sich im Wachstum befinden, in den Knochen eingelagert. Die Halbwertzeit, also die Zeit, in der sich die Strahlung des Isotops halbiert hat, beträgt ca. 28 Jahre. Die biologische Halbwertzeit, die Zeit, in der sich die Strahlung durch Abbau und Ausscheidung aus dem Körper halbiert, beträgt 49 Jahre. Da es sich bei diesem Stoff um einen sogenannten BetastrahlerAlphastrahlung, die von außen auf den menschlichen Körper wirkt, ist selbst relativ ungefährlich, da die Alphateilchen aufgrund ihrer geringen Eindringtiefe überwiegend nur in die oberen, toten Hautschichten eindringen. Ein im Organismus durch Einatmen oder Aufnahme mit der Nahrung eingelagerter Alphastrahler ist dagegen sehr schädlich, da in diesem Fall nicht die toten Hautschichten, sondern lebende Zellen geschädigt werden.
Ist der menschliche Körper Betastrahlen ausgesetzt, werden nur Hautschichten geschädigt. Dort kann es aber zu intensiven Verbrennungen und daraus resultierenden Spätfolgen wie Hautkrebs kommen. Sind die Augen der Strahlung ausgesetzt, kann es zur Linsentrübung kommen. Werden Betastrahler in den Körper aufgenommen (inkorporiert), können hohe Strahlenbelastungen in der Umgebung des Strahlers die Folge sein. Gut dokumentiert ist Schilddrüsenkrebs als Folge von radioaktivem Iod-131 (131I), das sich in der Schilddrüse sammelt. In der Literatur findet man auch Befürchtungen, dass Strontium-90 (90Sr) zu Knochenkrebs und Leukämie führen kann, da sich Strontium wie Calcium in den Knochen anreichert.
Wird Gammastrahlung in menschlichem, tierischem oder pflanzlichem Gewebe absorbiert, wird ihre Energie in Ionisations- und anderen Vorgängen wirksam. Dabei treten im Gewebe Sekundärstrahlungen wie freigesetzte Elektronen und Röntgenstrahlung auf. Insgesamt ergeben sich - für den Organismus meist schädliche - Wirkungen durch das Aufbrechen chemischer Bindungen. Das Ausmaß der Gesamtwirkung wird durch die Äquivalentdosis beschrieben. Die Folgen können am bestrahlten Organismus selbst (somatische Schäden) oder, durch Schädigung des Erbguts, an seinen Nachkommen als genetische Schäden auftreten.Quelle: Wikipedia.de
handelt, sind unter Umständen hohe Strahlenbelastungen im Körper die Folge. In der Literatur findet man Befürchtungen, dass Strontium-90 (90Sr) zu Knochenkrebs und Leukämie führen kann, da sich Strontium wie Calcium in den Knochen anreichert.

Während meiner Schulzeit hatte ich mehrfach das Vergnügen, an Filmvorführungen teilnehmen zu können. Mehrmals in Jahr wurden den Schulen von der Landesbildstelle 16mm-Filme und die Projektoren zur Verfügung gestellt. Ich erinnere mich deutlich an den Film Fahrraddiebe von Vittorio de Sica, der im Nachkriegs-Italien spielte und von den Schwierigkeiten berichtete, einer Arbeit als Plakatkleber nachgehen zu können, wenn man kein Fortbewegungsmittel besaß. Der Filmheld hatte sein Fahrrad verpfändet.
Ein anderes Mal gab es Der Hund, der Herr Bozzi hieß, mit dem unvergesslichen Peter Ustinov in der Hauptrolle. Als Eigentümer und Vermieter war er ohne Mitgefühl für seine armen und in Nöten lebenden Mieter. Wenn ein Bittsteller oder Bettler an seiner Tür klingelte, bellte er wie ein Hund und verscheuchte die Notleidenden. Eines Tages wurde er, als er wieder einmal hinter seiner Tür bellte, in einen Hund verwandelt, der nur durch die Liebe eines Menschen wieder zurückverwandelt werden konnte. Ein toller Film, der mich schwer beeindruckte und deshalb in meiner Erinnerung blieb. Aber auch ein anderer Film, dessen hintergründiger Sinn mir nicht gleich klar wurde, führte der Lehrer vor.

Eines Tages war es wieder einmal so weit, der Projektor wurde aufgebaut und während wir Schüler die Vorhänge schlossen und die Leinwand aufstellten, fädelte der Lehrer den Film durch den Vorführapparat. Es gab einen Zeichentrickfilm, der uns die Atomkraft erklärte. Es begann mit einer furchtbaren Explosion, die Häuser zerstörte und Bäume abbrach und alles verbrannte. Ein Atompilz stieg in die Höhe und nahm die Gestalt eines Bösen mit Turban und schwarzen zusammengewachsenen Augenbrauen an. Im Verlauf dieses Films wurde der Böse aber gezähmt und verwandelte sich mehr und mehr in einen freundlichen Riesen, der nun den Menschen half und sie mit Licht und Wärme für das Haus beschenkte. Alles war möglich und wenn man an einer Lampe rieb, entstieg ihr dieser freundliche Riese und machte das Haus warm und das Licht an und gab den Menschen Elektrizität für alles und jedes. So weit der Inhalt des Filmes, dessen Namen ich aber vergessen habe, nur sein Inhalt blieb mir in der Erinnerung.

Sehr viel später, Mitte der 1970er Jahre, wohnte ich mit meiner eigenen kleinen Familie im Hamburger Stadtteil Eidelstedt und erinnerte mich wieder an diesen Film, als in Wyhl am Nordrand des Kaiserstuhls die ersten Bürgerinitiativen sich gegen die Industriegesellschaft und ihren Energiehunger richteten. Die Landesregierung Filbingers hatte beschlossen, zu den bestehenden noch weitere 13 Kernkraftwerke zu bauen, davon fünf im Rheintal zwischen Mannheim und Basel. Frankreich wollte auf der linken Seite des Oberrheins weitere sechs Kernkraftwerke bauen. Diese Kraftwerke sollten die Vorstufe sein für eine Industrieachse Karlsruhe-Basel.

Am Bauplatz des Kernkraftwerkes Wyhl, einem Ort mit rund 2.700 Einwohnern, nahm die Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland ihren Anfang. In einer Regierungserklärung vom 27. Februar 1975 behauptete Filbinger: Ohne das Kernkraftwerk Wyhl werden zum Ende des Jahrzehnts in Baden-Württemberg die ersten Lichter ausgehen. Er begründete vorausgegangene Polizeieinsätze damit, dass das Land unregierbar würde, wenn es Schule mache, dass bei jedem größeren Projekt irgendwelche ideologischen oder andere Interessen sich mit mittelbarer oder unmittelbarer Gewalt widersetzten. Nach einem kritischen Bericht der ARD über Wyhl wollte er die ARD-Statuten dahingehend ändern lassen, dass künftig zwei Drittel aller ARD-Intendanten solchen Reportagen erst zustimmen müssten, blieb mit diesem Vorstoß allerdings erfolglos. Filbingers Nachfolger, Lothar Späth, gab das Projekt als politisch nicht durchsetzbar auf. 2002 gestand Filbinger rückblickend ein, sich bei der Angabe einer akuten Versorgungslücke ohne den Kraftwerksbau geirrt zu haben.

Ich erinnere mich an die Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke aus dieser Zeit noch recht deutlich. plötzlich gab es elektrische Messer, Kaffeemühlen, Eierkocher, Joghurt-, Speiseeisbereiter, Entsafter und was sich sonst noch alles an elektrischem Unsinn betreiben ließ. Die deutschen Energieversorger rieben sich ob der zu erwartenden Gewinne die Hände und prognostizierten einen, mindestens, zehnprozentigen Mehrbedarf an Energie – jährlich!

Mitte der 1980er Jahre war ich beruflich in der aufkommenden Datenfernübertragung tätig und hatte ein Schlüsselerlebnis im Rathaus Pinneberg. Dort hatte ich mit einem Kollegen eine Messung durchzuführen, um eine Leitung im Daten-Kommunikationsnetz in Betrieb zu nehmen. An der Schnittstelle des Modems war ein Aufzeichnungsgerät angeschlossen, das die radioaktive Belastung in der Atmosphäre auswertete und in langen Zahlenreihen auf einem Drucker dokumentierte. Diese analoge Auswertung sollte nach unserem Einsatz und der Inbetriebnahme der Datenleitung wegfallen und danach in einem zentralen Forschungszentrum ausgewertet werden. Die Werte der Messapparatur auf dem Dach des Pinneberger Rathauses waren über Wochen auf Endlos-EDV-Papier aufgezeichnet worden und wiesen, so weit wir das beurteilen konnten, über Wochen recht niedrige Werte aus. Ein deutlicher Anstieg ließ uns, meinen Kollegen und mich, allerdings grübeln. Wir kamen darauf, dass in den Wochen mit niedrigen Werten eine anhaltende Ostwind-Wetterlage bestanden hatte und erst in der letzten Woche wieder die normale Westwind-Wetterlage herrschte. Aber wo kamen diese Veränderungen her, und wessen Werte wurden hier aufgezeichnet? Ein Blick auf die Landkarte machte es klar, wir lagen im Bereich Pinneberg – Norderstedt genau in der Abluftfahne des AKW Stade, das zu der Zeit noch in vollem Betrieb war. Die Messwerte, in Becquerel, lagen um den Faktor zehn höher als noch vor einer Woche, als Ostwind herrschte. Ich wusste es bis dahin nur aus der Theorie: Ein Kernkraftwerk produziert radioaktive Stoffe in fester, flüssiger und gasförmiger Form.

Das also ist der friedliche, freundliche Riese, der uns Kindern damals in einem Zeichentrick als Helfer der Menschheit vorgestellt wurde. Bis heute warten zirka 580.000 Tonnen radioaktiver Abfall auf eine sichere Endlagerung, in sicheren Kavernen, die mehr als 100.000 Jahre überstehen müssen, denn so lange wird dieser strahlende Abfall noch gefährlich für alles Leben auf der Welt sein.

Nicht berücksichtigt sind dabei die bislang weltweit durchgeführten etwa 2.000 Kernwaffentests (davon 1.030 durch die USA, 715 durch die Sowjetunion), wobei eine Sprengkraft von etwa 34.000 Hiroshima-Bomben freigesetzt wurde.

Erinnern wir uns an den 11. bis 16.März 2011, als eine Serie von Explosionen im fernen Japan drei Reaktorblöcke zerriss, im Kernkraftwerk Fukushima (vom Japanischen für Glücksinsel), und spätestens jetzt allen klarmachte, dass diese Technik nicht zu beherrschen ist. Der Mensch lernte im Neolithikum (Jungsteinzeit), vor etwa 12.000 Jahren Feuer zu machen. Im 20. Jahrhundert entfachte er ein Feuer, das niemand mehr löschen kann – nicht in 100.000 Jahren!

Fortschritt, in Hinsicht auf Hiroshima, ist die neue Fähigkeit des Menschen mehr Menschenleben in kürzerer Zeit auszulöschen. Oder, wie Alous Huxley es ausdrückte: „Der technologische Fortschritt hat uns lediglich mit wirksameren Mitteln zum Rückschritt versehen“.

Hans Filbinger

Hans Karl Filbinger (* 15. September 1913 in Mannheim; † 1. April 2007 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Politiker (CDU).

Leben und Wirken … weiterlesenVon 1966 bis 1978 war er Ministerpräsident Baden-Württembergs, von 1971 bis 1979 zudem Landesvorsitzender, von 1973 bis 1979 auch einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU.

Durch das Elternhaus stark katholisch geprägt, trat er 1928 als Schüler dem katholischen Bund Neudeutschland (ND) bei. Dort stieg er bis zum Leiter des Mannheimer Gaus „Langemarck“ im Bezirk Nordbaden des ND auf. An Ostern 1933 machte er in Mannheim sein Abitur. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten forderte Filbinger in einem „Gaubrief“ im April 1933 seine Bundesbrüder auf, weiterhin Charakterfestigkeit gegenüber „widerchristlichen und volksfremden Kräften“ zu zeigen und den „Dienst am Vaterland“ aus und nach ihrem Gewissen zu üben. Zugleich warnte er vor unkluger, unnötiger und voreiliger Kritik, insbesondere gegenüber der neuen Obrigkeit, selbst wenn diese den Bund verkennen sollte.

Filbinger war von 1933 bis 1936 Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) und des Wehrsportverbands der Freiburger Universität, der 1934 in die SA überführt wurde. Dort zahlte er bis 1937 seine Beiträge, ließ sich aber von aktiven Diensten freistellen. Er stellte, neueren Aktenfunden zufolge, kurz nach der Machtergreifung Hitlers im Sommer 1933 einen Aufnahmeantrag in die NSDAP. Dieser wurde wegen eines Aufnahmestopps nicht bewilligt.[5] Nach der Lockerung der Aufnahmesperre für Neumitglieder trat er zum 1. Mai 1937 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 4.026.789). 1937 bis 1945 war er zudem im NS-Rechtswahrerbund. In allen Mitgliedschaften blieb er ohne Rang und Funktion. Er gehörte auch zum Freiburger Kreis um Karl Färber.

1946 erklärte Filbinger in seinem Entnazifizierungsverfahren diese Mitgliedschaften damit, dass er mangels finanzieller Unterstützung seiner Eltern auf Stipendien angewiesen gewesen sei, die nur als „politisch zuverlässig“ geltende Juristen erhalten hätten. In der Revisionsbegründung seines Entnazifizierungsverfahrens im Februar und April 1949 sagte er, er habe keinen Mitgliedsausweis erhalten und die Mitgliedsbeiträge nur bis Anfang 1939 bezahlt. Nach Auskunft des Bundesarchivs war sein Aufnahmeantrag der Ortsgruppe Unterwiehre in Baden vom 20. Mai 1937 datiert. Auf der Mitgliedskarte ist vermerkt, dass Filbinger zwischenzeitlich nach Paris verzogen war. Tatsächlich war Filbinger 1938/39 in Paris, wobei ihm das badische Justizministerium die Annahme einer Stelle bei der Chambre de Commerce Allemande (übersetzt „Deutsche Handelskammer“) untersagte.

1940 meldete sich Filbinger freiwillig zur Kriegsmarine und wurde zum 30. August 1940 einberufen. Er schloss einen Offizierlehrgang ab und wurde 1943 Oberfähnrich zur See. Am 21. März 1943 wurde er für seine künftige Tätigkeit als Marinerichter vom Dienst freigestellt. Ab April 1943 war er „Marinehilfskriegsgerichtsrat“, zunächst am Gericht des Befehlshabers der Sicherung der Nordsee, Zweigstelle Cuxhaven. Von Mai bis August 1943 diente er am Gericht des Küstenbefehlshabers Deutsche Bucht und des II. Admirals der Ostseestation, Zweigstelle Westerland. Von August 1943 bis November 1944 diente er beim Gericht des Admirals der norwegischen Polarküste, Zweigstelle Kirkenes; in den davon erhaltenen Gerichtsakten fehlt sein Name. Nach eigener Angabe verließ er dieses Gericht am 25. Oktober 1944, da die deutsche Front nach der Räumung Finnlands zurückverlegt worden sei. Im November und Dezember 1944 war er in Tromsø am Gericht des Admirals der norwegischen Polarküste, ab Januar 1945 bis Kriegsende beim Gericht des Kommandanten der Seeverteidigung Oslofjord in Oslo tätig. Dort geriet er bei Kriegsende in britische Kriegsgefangenschaft. Die Briten setzten ihn bis Februar 1946 an seinem bisherigen Gericht weiter ein, da sie die deutsche Militärgerichtsbarkeit für die deutschen Kriegsgefangenen weitgehend bestehen ließen.Filbinger war nach den erhaltenen Strafverfahrenslisten an mindestens 234 Marinestrafverfahren beteiligt, 169-mal als Vorsitzender Richter, 63-mal als Ankläger. In vier Fällen ging es um Todesstrafen, die Filbinger je zweimal beantragt bzw. gefällt hatte. Diese Fälle wurden 1978 aufgedeckt und im Zuge der Filbinger-Affäre öffentlich diskutiert.

Um 1975 plante Filbingers Regierung, zu den bestehenden weitere 13 Kernkraftwerke zu bauen, davon fünf im Rheintal zwischen Mannheim und Basel. Frankreich wollte auf der linken Seite des Oberrheins weitere sechs Kernkraftwerke bauen. Diese Kraftwerke sollten die Vorstufe sein für eine Industrieachse Karlsruhe-Basel. Aus dem Widerstand gegen diese Pläne entstand eine neue soziale Bewegung, die sich gegen die Industriegesellschaft richtete, ihre Prioritäten im Umweltschutz und in alternativen Lebensformen sah. Am Bauplatz des Kernkraftwerks Wyhl nahm die Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland ihren Anfang.

Im Februar 1978 warf der Autor und Dramatiker Rolf Hochhuth Filbinger in der „Zeit“ vor, er sei nur durch Strafvereitelung einer Strafe dafür entgangen, dass er als „Hitlers Marinerichter“ noch nach Kriegsende „einen deutschen Matrosen mit Nazi-Gesetzen verfolgt“ habe, und nannte ihn „furchtbarer Jurist“. Jener Matrose hatte Filbinger in der Zeitschrift Der Spiegel 1972 als Anhänger Hitlers dargestellt. Dagegen hatte Filbinger erfolgreich auf Unterlassung geklagt. Auf Filbingers erneute Klage zog Hochhuth die Behauptung einer Strafvereitelung zurück; die Bezeichnung Filbingers als „furchtbarer Jurist“ blieb als freie Meinungsäußerung erlaubt. In und nach diesem Prozess wurden in Gerichtsakten der NS-Zeit vier Todesurteile entdeckt, an denen Filbinger beteiligt gewesen war. Im ersten Fall, dem des Matrosen Walter Gröger, hatte er als Ankläger ein Todesurteil beantragt und dieses dann bestätigen und vollstrecken lassen. In zwei Fällen hatte er geflohene Deserteure in Abwesenheit als Richter verurteilt. Im vierten Fall wurde auf seinen Antrag ein Todesurteil verhängt, das nicht vollstreckt, sondern in eine Lagerhaftstrafe umgewandelt wurde. Der Verurteilte starb bei deren Verbüßung. In zwei weiteren Fällen, zu denen keine Akten gefunden wurden, soll er nach Angaben der Betroffenen ihre Hinrichtung verhindert haben, indem er ihr Verfahren verzögerte.

Nach dem ersten Fund bestritt Filbinger seine Mitwirkung an weiteren Todesurteilen zunächst. Nach den weiteren Funden gab er an, diese Fälle vergessen zu haben. Er verteidigte seine Urteilsanträge und Urteile als formal rechtmäßig und weisungsgebunden. Seinen Interviewsatz „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein“ wollte er auf vor 1933 eingeführtes deutsches Militärstrafrecht bezogen haben; der Satz wurde jedoch als Ausdruck seines fehlenden Unrechtsbewusstseins und eines Rechtspositivismus verstanden, mit dem er auch nach über 30 Jahren Justizmorde der NS-Zeit rechtfertige.

Danach bemühte sich Filbinger bis zu seinem Tod um seine öffentliche Rehabilitation. In seiner 1987 veröffentlichten Autobiografie beschrieb er sich als Vertreter einer „geschmähten“ Generation. In der dritten Auflage (Oktober 1993) versuchte er nahezulegen, das Ministerium für Staatssicherheit der DDR habe die bekannt gewordenen Akten zu seiner Beteiligung an Todesurteilen gefälscht und in die Bundesrepublik lanciert.

1979 wurde auf Filbingers Initiative das Studienzentrum WeikersheimDas 1979 auf Schloss Weikersheim maßgeblich von Hans Filbinger gegründete und bis 1997 von ihm geleitete Studienzentrum Weikersheim (SZW) versteht sich als christlich-konservative Denkfabrik. Es veranstaltet regelmäßige Kongresse, Seminare und Tagungen, vor allem zur Europa- und Deutschlandpolitik. Journalisten wie der ehemaligen SPD-Politikerin Susanne Gaschke und Christian Fuchs (Das Netzwerk der Neuen Rechten) zufolge gilt das Studienzentrum als ein Instrument der Neuen Rechten, (Selbstbezeichnung einer uneinheitlichen, rechtsextremen politischen Strömung). gegründet, das er bis 1997 leitete und dessen Ehrenpräsident er bis zu seinem Tod blieb.

Filbinger starb am 1. April 2007 im Alter von 93 Jahren. Am 11. April 2007 fand im Freiburger Münster ein Staatsakt statt. Dabei hielt der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg Günther Oettinger eine von dem Redenschreiber Michael Grimminger entworfene Trauerrede, in der er sagte: „Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes. Allerdings konnte er sich den Zwängen des Regimes ebenso wenig entziehen wie Millionen andere.“ Diese und andere Aussagen der Rede stießen auf starke Kritik. Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel am 13. April öffentlich Oettingers Eingehen auf „die kritischen Fragen“ an Filbingers Verhalten in der NS-Zeit und „eine Differenzierung im Hinblick auf die Gefühle der Opfer“ vermisst hatte, entschuldigte sich Oettinger am 15. April bei den Opfern der NS-Justiz und nahm den Satz von der „Gegnerschaft“ Filbingers am 16. April zurück.Quelle: Wikipedia.de

Strahlung

Alphastrahlung, die von außen auf den menschlichen Körper wirkt, ist selbst relativ ungefährlich, da die Alphateilchen aufgrund ihrer geringen Eindringtiefe überwiegend nur in die oberen, toten Hautschichten eindringen. Ein im Organismus durch Einatmen oder Aufnahme mit der Nahrung eingelagerter Alphastrahler ist dagegen sehr schädlich, da in diesem Fall nicht die toten Hautschichten, sondern lebende Zellen geschädigt werden.

Ist der menschliche Körper Betastrahlen ausgesetzt, werden nur Hautschichten geschädigt. Dort kann es aber zu intensiven Verbrennungen und daraus resultierenden Spätfolgen wie Hautkrebs kommen. Sind die Augen der Strahlung ausgesetzt, kann es zur Linsentrübung kommen. Werden Betastrahler in den Körper aufgenommen (inkorporiert), können hohe Strahlenbelastungen in der Umgebung des Strahlers die Folge sein. Gut dokumentiert ist Schilddrüsenkrebs als Folge von radioaktivem Iod-131 (131I), das sich in der Schilddrüse sammelt. In der Literatur findet man auch Befürchtungen, dass Strontium-90 (90Sr) zu Knochenkrebs und Leukämie führen kann, da sich Strontium wie Calcium in den Knochen anreichert.

Wird Gammastrahlung in menschlichem, tierischem oder pflanzlichem Gewebe absorbiert, wird ihre Energie in Ionisations- und anderen Vorgängen wirksam. Dabei treten im Gewebe Sekundärstrahlungen wie freigesetzte Elektronen und Röntgenstrahlung auf. Insgesamt ergeben sich - für den Organismus meist schädliche - Wirkungen durch das Aufbrechen chemischer Bindungen. Das Ausmaß der Gesamtwirkung wird durch die Äquivalentdosis beschrieben. Die Folgen können am bestrahlten Organismus selbst (somatische Schäden) oder, durch Schädigung des Erbguts, an seinen Nachkommen als genetische Schäden auftreten. Quelle: Wikipedia.de


  • Autor: Hartmut Kennhöfer, 9. März 2013
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