Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

L: von Laberdan bis Ly-Feder

Laberdan niederländisch labberdaan oder laberdaan (vermutlich von Labourdain, einem ehemaligen Atlantikhafen bei Bayonne) ist direkt am Fangort in Salzlake eingelegter und in Holzfässern geschichteter Kabeljau. Hergestellt wurde er vor allem von baskischen Fischern. Heute ist Laberdan weitgehend unbekannt und anders als Stock- oder Klippfisch nicht mehr im Handel erhältlich.


altes Längenmaß, ca. zwei Meter. Das Clausthaler Lachter betrug 1,92 Meter, das alte Freiberger Lachter 1,942 Meter, das neue sächsische Lachter exakt 2,000 Meter.


die Verballhornung von Lackel; Lackaffe (ursprünglich vermutlich Laffe) für einen meist arroganten, ungehobelten oder zumindest unsympathischen Angeber. Eine möglicherweise volksetymologische Herleitung bezieht sich auf den französischen General Mélac, der weite Teile der Pfalz verheerte.


Lackel (Aussprache: Lackl) ist im oberdeutschen Sprachraum, hauptsächlich in Österreich, Bayern und Teilen des Alemannischen sowie im Pfälzischen, ein volkstümlicher Begriff für einen groben, manchmal auch ungehobelten, jungen Menschen oder großen, ungeschlachten Mann.
Der Begriff wird auch oft verstärkend in den Zusammensetzungen grober Lackel oder Kraftlackel gebraucht. Kraftlackelei ist ein Synonym für das weiter nördlich verbreitete Wort Kraftmeierei.


Das seemännische Labsal leitet sich vom Verb labsalen oder labsalben her, nicht vom im Deutschen auch als Labung bekannten Synonym für Wohltat, Erquickung, Erholung. Labsalben wiederum entstand aus dem Niederländischen lapsalven, mit einem Lappen ab- oder einreiben, während sich das Wort in seiner zweiten Bedeutung vom Verb laben – wohl einem Lehnwort von dem lateinischen lavare, waschen – herleitete. In seiner letzten Bedeutung wurde Labsal 2007 zum viertschönsten bedrohten Wort der deutschen Sprache gewählt. Quelle: Wikipedia.de


Ladenhüter, auch Langsamdreher, genannt, sind umgangssprachlich Waren aller Art und Güte, welche nur schwer oder gar nicht verkäuflich sind. Sie wurden entweder qualitativ oder quantitativ am Markt und den realen Bedürfnissen vorbei produziert und beanspruchen in der Regel teure Lagerkapazitäten. Oft verkauft man solche Waren letztlich nur noch als Billigartikel oder entsorgt sie als Müll.Quelle: Wikipedia.de


Lakai (frz.: laquais – Fußsoldat) war bis zum Abkommen von dieser Form des Personals der Name eines Dieners in Livree, entweder fest in einem herrschaftlichen Haushalt angestellt oder auch kurzfristig (von besseren Besuchern einer fremden Stadt) als Lohnlakai anzumieten. Heute eine abwertende Bezeichnung für eine übertrieben unterwürfige Person, insbesondere für einen unterwürfigen Untergebenen. Beispielsweise wurde Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des OKW im Dritten Reich, unter Kameraden wegen seiner Unterwürfigkeit Hitler gegenüber Lakeitel genannt.Quelle: Wikipedia.de


Lametta (Verkleinerungsform von italienisch lama Metallblatt) besteht aus schmalen, dünnen, glitzernden Metallstreifen und ist ebenso wie Rauschgold ein traditioneller Weihnachtsschmuck für den Christbaum. Lametta symbolisiert am Weihnachtsbaum Eiszapfen. Als Grundstoff wird traditionell Stanniol verwendet, das geschmolzen, gegossen, gewalzt und in sehr schmale Streifen geschnitten wird.


Auch Lamberien; die Sockelleisten auch Fuß- oder Scheuerleisten, der Abschlussleiste zwischen Wand und Fußboden, die früher zum Verdecken der aufsteigenden Feuchtigkeit und Schimmel dienen sollte.


(früher): Arbeiter, der die öffentlichen Petroleum-, Gaslampen betreute, (war mit dem Fahrrad unterwegs).
Auch die regionale Bezeichnung für den Rohrkolben (Typha), als Kanonenputzer, Lampenputzer oder Schlotfeger auch Schmackedutsche, Bumskeule, Pompesel, Bullerbesen etc. bezeichnet, ist eine der beiden Gattungen der Familie der Rohrkolbengewächse (Typhaceae) innerhalb der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales).


Ein Landauer ist eine viersitzige, vierrädrige und an beiden Achsen gefederte Kutsche mit zwei vis-à-vis und parallel angeordneten Sitzbänken. Das Verdeck ist meist in der Mitte geteilt und klappbar, gelegentlich auch einteilig. Es handelt sich um eine sog. konvertible Kutsche, d. h., sie lässt sich von einem offenen in einen vollständig geschlossenen Wagen umwandeln, wobei Versionen bekannt sind, bei denen in der Wagenmitte ein fester Teil des Dachs stehen bleibt. Der Verdecktyp ist mindestens seit dem 17. Jahrhundert bildlich belegt. Durch die Verbindung mit der Federung der halboffenen Berline, vor dem 18. Jahrhundert mutmaßlich in Frankreich entwickelt, wurde der Landauer im 18. und 19. Jahrhundert in allen europäischen Ländern zum bevorzugten Reisewagen und Statussymbol der begüterten Kreise.


Mit Landaulet und der alternativen Schreibweise Landaulette wird eine teilweise geschlossene Karosserieform bezeichnet, deren hinteres Dachteil wie ein Cabriolet komplett geöffnet werden kann. Weil sich der Begriff auf das Dach als einzelnes Merkmal des Fahrzeugs bezieht, wird er oft in Verbindung mit der eigentlichen Karosserieform verwendet, etwa Sedan-Landaulet oder Pullman-Landaulet. Die Größe des zu öffnenden Dachteils kann variieren. Fensterrahmen werden entfernt oder sind gar nicht vorgesehen.


Eine Partie (v. französ.: partie Partei) bezeichnet eine, meist eintägige Reise, Fahrt, Wanderung oder einen Spaziergang, oft mit einem Picknick verbunden.


Bestandteil zu landsch. ugs. Pieper = Vogel u. eigtl. wohl = der Kleingartenbesitzer.


Der Opel Laubfrosch war das erste in Deutschland am Fließband gebaute Automobil. Im Frühjahr 1924 rollte der erste Opel 4/12 PS vom Band.


Das Wort Lauffeuer ist im Deutschen seit dem 17. Jahrhundert belegt und bezeichnete ursprünglich eine als Anzündmittel dienende Aufschüttung von Schieß- bzw. Schwarzpulver. Daraus leitete sich die heutige Übertragung – das Sprichwort etwas verbreitet sich wie ein Lauffeuer, was auf die schnelle Verbreitung von Nachrichten und Neuigkeiten bezogen wird – ab, im Sinne einer schnellen Verbreitung.


Der heutige April, hieß früher auch Launing, Ostermond, Wandelmond, Hasenmond.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.


Das Gesetz über den Lastenausgleich (Lastenausgleichsgesetz, LAG) vom 14. August 1952 hatte zum Ziel, Deutschen, die infolge des Zweiten Weltkrieges und seiner Nachwirkungen Vermögensschäden oder besondere andere Nachteile erlitten hatten, eine finanzielle Entschädigung zu gewähren. Lastenausgleich können beanspruchen durch direkte Kriegseinwirkungen (Zerstörungen z. B. durch Bomben oder andere Waffen) Geschädigte, Spätheimkehrer, wer Verluste erlitten hatte durch Vertreibung aus früher zum Deutschen Reich gehörenden Gebieten östlich von Oder und Neiße (Oder-Neiße-Grenze), durch Vertreibung aus früher nicht zum Deutschen Reich gehörenden Gebieten infolge der Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone bzw. später der DDR (nur für anerkannte Flüchtlinge), aufgrund der Währungsreform von 1948 (in eingeschränktem Umfang).
So heißt es in der Präambel:
In Anerkennung des Anspruchs der durch den Krieg und seine Folgen besonders betroffenen Bevölkerungsteile auf einen die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit und die volkswirtschaftlichen Möglichkeiten berücksichtigenden Ausgleich von Lasten und auf die zur Eingliederung der Geschädigten notwendige Hilfe sowie unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß die Gewährung und Annahme von Leistungen keinen Verzicht auf die Geltendmachung von Ansprüchen auf Rückgabe des von den Vertriebenen zurückgelassenen Vermögens bedeutet, und unter dem weiteren ausdrücklichen Vorbehalt, daß die Gewährung und Annahme von Leistungen für Schäden im Sinne des Beweissicherungs- und Feststellungsgesetzes weder die Vermögensrechte des Geschädigten berühren noch einen Verzicht auf die Wiederherstellung der unbeschränkten Vermögensrechte oder auf Ersatzleistung enthalten, hat der Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates das nachstehende Gesetz beschlossen.


Die Laterna magica (lateinisch für Zauberlaterne), auch Skioptikon genannt, ist ein Projektionsgerät, das vom 17. bis ins 20. Jahrhundert hinein in ganz Europa verbreitet war und im 19. Jahrhundert zum Massenmedium avancierte.


die Bergkiefer, auch Latschenkiefer oder Legföhre genannt, oder ein bequemer Hausschuh auch ein abgetragener alter Schuh.


(ugs. abwertend, gelegentlich wohlwollend): Lausebengel: Ich leg dich gleich übers Knie, du Lausebengel!; im südd. Raum auch Lausbub.


Waschgarnitur
Waschgarnitur
Als Lavoir werden im französischen Sprachraum öffentliche, meist überdachte Waschplätze bezeichnet. Im deutschen Sprachraum werden diese Waschplätze meist als Waschhaus bezeichnet. Davon abgeleitet wurden Waschgarnituren zur Körperhygiene, bestehend aus Kanne und Schüssel, meist aus Porzellan, als Waschlavoir oder Waschgarnitur bezeichnet.


Lavur (Lavierung von ital. ‚lavare: waschen, wischen’) ist eine Maltechnik, bei der Farbe von sehr dünner Konsistenz aufgebracht wird, um durchscheinende Farbflächen zu erreichen. Die Technik wird z.B. in der Aquarellmalerei angewandt.


Als eine Läsion (lat. laesio ‚Verletzung’) wird eine Schädigung, Verletzung oder Störung einer anatomischen Struktur oder physiologischen Funktion bezeichnet. In der Juristensprache bezeichnet laesio enormis eine preisliche Übervorteilung. Quelle: Wikipedia.org


Die Läsur (wohl Kontamination von Läsion und Blessur) ist ein kleinerer Schaden, eine kleinere Beschädigung, auch von Sachen. Quelle: Wikipedia.org


Der Lebensborn e. V. war ein Projekt Heinrich Himmlers, das sich vor allem an den beiden wichtigsten bevölkerungspolitischen Grundsätzen des Nationalsozialismus orientierte: Rettung der nordischen Rasse und qualitative Verbesserung des Nachwuchses unter Zuchtkriterien.


Lebensmittelkarte
Lebensmittelkarte
Eine Lebensmittelmarke ist eine vom Staat ausgegebene Erlaubnis, ein bestimmtes Konsumgut in einer bestimmten Menge erhalten zu dürfen. In Deutschland wurden am Sonntag, dem 28. August 1939, vier Tage vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, Lebensmittelmarken und Bezugsscheine für Benzin ausgegeben. Wenig später folgte die Reichskleiderkarte. Im Laufe des Krieges wurde ein sogenanntes durchlaufendes Bezugsrecht eingeführt: Händler schnitten beim Verkauf der Ware die entsprechende Marke ab, klebten sie auf Sammelbögen und erhielten dafür dann einen Bezugsschein, den sie beim Großhändler oder Importeur vorlegten. Bild: Lebensmittelkarten Januar 1950, Bundesrepublik Deutschland, Land Schleswig Holstein.


Lebertran (veraltet: Fabriktran) ist ein dünnes, hellgelbes Öl, das aus der Leber von Kabeljau, Dorsch, heimischen Haiarten und Schellfisch — nicht aber Walen, wie immer wieder fälschlich behauptet wird — durch Pressen oder Erwärmen gewonnen wird. Er besteht aus leicht verdaulichem Fett, enthält Omega-3-Fettsäuren, Jod, Phosphor, Vitamin E und verhältnismäßig hohe Mengen an Vitamin A und D. Quelle: Wikipedia.de


Veraltete Bezeichnung für Honigkucken, Pfefferkuchen, Lebkuchen Quelle: Der kleine Herder 1925


Nordeutsche Bezeichnung für die Tropffläche der Spüle; früher ein schräggestelltes Gestell neben der Spüle.


Das Leibchen muss man sich wie einen flachen Büstenhalter vorstellen. Aus weißem, doppelten Leinen gefertigt, war es vorne mit drei großen weißen Knöpfen zu verschließen.


Die Leibeigenschaft oder Eigenbehörigkeit bezeichnet eine vom Mittelalter bis in die Neuzeit verbreitete persönliche Verfügungsbefugnis eines Leibherrn über einen Leibeigenen. Leibeigene waren zu Frondiensten verpflichtet und durften nicht vom Gutshof des Leibherrn wegziehen. Sie durften nur mit Genehmigung des Leibherrn heiraten und unterlagen seiner Gerichtsbarkeit.


Eine Drehorgel, oder auch Leierkasten, ist ein mechanisches Musikinstrument. Der Spieler einer Drehorgel, volkstümlich in Norddeutschland Leierkastenmann, in Österreich Werkelmann genannt, betätigt eine Kurbel, die ein Steuersystem im Innern des Instrumentes in Bewegung setzt.


Hamburger Ausdruck für flink, wendig, lebhaft: Du bischa 'ne leifige Deern.


Duckmäuser ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Menschen, der sich aus Angst oder Furcht, die Sympathie einer gesellschaftlichen Gruppe zu verlieren, deren Meinung anschließt, oder sich grundsätzlich anpasst und nie eine eigene Meinung äußert oder widerspricht. Meyers Großes Konversations-Lexikon bezeichnete Duckmäuser als einen: Leisetreter, Schleicher, d. h. einer, der dem Mächtigerem gegenüber Demut heuchelt. Im Volksmund bezeichnet man als Duckmäuser einen sich stets rasch fügenden, sehr demütigen, eilfertigen Menschen. Der Begriff hat jedoch einen Bedeutungswandel erfahren. Er wurde im 19. Jahrhundert noch im Sinne von „Heimlichkeit treiben, unter dem Schein der Demut seinen Vorteil suchen“ benutzt, also vergleichbar mit einem Heuchler, im modernen Sprachgebrauch auch mit einem Schleimer.


In der Landwirtschaft ist ein Leiterwagen, auch Ringsenwagen, ein traditioneller, meist hölzerner, zweiachsiger Wagen mit Deichsel, dessen Seitenwände die Form einer Leiter haben. Die schräg stehenden Leitern wurden nach unten oft mit Rungen an den Radachsen abgestützt.


Der heutige März, hieß früher auch Lenzing, Lenzmonat, Frühlingsmonat, Lenzmond, Saatmond.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.


Markenname für ein medizinisches Klebeband, Leukoplasten sind eine Gruppe von Organellen in pflanzlichen Zellen.


Lloyd 300
Leukoplastbomber
scherzhaft für den von Borgward nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Markt gebrachten Lloyd LP300. Die Karosserie war aus Sperrholz und einer Textil-Kunststoffkombination aufgebaut.


Norddt. Ausdruck für Schrubber; niederd. bedeutet leu, loi, lei = faul, träge.
In der Seemanns-Sprache bezeichnet man das dem Schrubber ähnelnde Arbeitsgerät mit dem man das Deck (aber nicht die Planken) reinigt Schwabber (auch in anderen germ. Sprachen; z. Bsp. engl. swab).


Levante (altitalienisch levante, mittelfranzösisch levant, Osten, Morgenland, abgeleitet vom Sonnenaufgang, von lat. levare, emporheben, aufgehen) ist die historische geografische Bezeichnung für die Länder am östlichen Mittelmeer, die östlich von Italien liegen. Im weiteren Sinn sind damit besonders die griechische Halbinsel und die griechischen Inseln in der Ägäis, die mediterranen Küstengebiete der Türkei, Zypern, der Libanon, Palästina, das historische Syrien und Ägypten bezeichnet. Im engeren Sinn beschränkt sich die Bezeichnung auf die Ostküste des Mittelmeeres und ihr Hinterland, also das Gebiet der heutigen Staaten Syrien, Libanon, Israel, Jordanien sowie der palästinensischen Autonomiegebiete und der türkischen Provinz Hatay. Dies entspricht ungefähr der im Arabischen Asch-Scham (الشام / aš-Šām, der Norden) genannten Region zwischen Euphrat und Sinai im Nahen Osten.


Dr. Robert Ley - Nach ihm wurden der Siedlungstyp Ley-Siedlung und das Passagierschiff Robert Ley benannt.
Im Bereich des Wohnungswesens konnte Dr. Robert Ley, der am 15. November 1940 von Adolf Hitler zum Reichskommissar für den sozialen Wohnungsbau und im Frühjahr 1942 mit erweiterten Kompetenzen zum Reichswohnungskommissar ernannt worden war, seine führende Stellung halten. Gegen den Widerstand von Reichsarbeitsminister Franz Seldte und Martin Bormann (Leiter der Parteikanzlei der NSDAP) und mit strategischer Unterstützung von Albert Speer erhielt er den Auftrag zur Einrichtung des Deutschen Wohnungshilfswerks, mit dem ab Herbst 1943 die Luftkriegsopfer mit behelfsmäßigem Wohnraum versorgt werden sollten. Im Volksmund hießen diese Behelfsheime Leyhäuser.


Die Tomate (Solanum lycopersicum), in Teilen von Österreich sowie in Südtirol auch Paradeiser (seltener Paradeisapfel oder Paradiesapfel) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Damit ist sie eng mit anderen Speisegewächsen wie der Kartoffel (Solanum tuberosum), der Paprika (Capsicum) und der Aubergine (Solanum melongena) verwandt, aber auch mit Pflanzen wie der Tollkirsche, der Alraune, der Engelstrompete, der Petunie oder dem Tabak (Nicotiana).

Lange als Liebesapfel oder Goldapfel (daher der italienische Name pomodoro) bezeichnet, erhielt sie ihren heute gebräuchlichen Namen Tomate erst im 19. Jahrhundert. Dieser leitet sich von xītomatl ab, dem Wort für diese Frucht in der Aztekensprache Nahuatl. Umgangssprachlich wird vor allem die als Gemüse verwendete rote Frucht, die eine Beere ist, als Tomate bezeichnet.Siehe Wikipedia


Ein Liebesbrief ist ein Schriftstück, das an eine Person gerichtet wird, um Liebe oder Zuneigung zu dieser auszudrücken. In der Literatur tauchen Liebesbriefe schon bei Ovid, einem antiken römischen Dichter auf. Größere Verbreitung bekamen sie aber erst mit der Romantik, wozu die Beschleunigung der Post, die größere Verbreitung der Alphabetisierung und vor allem das Aufkommen der Romane beigetragen haben.


kleine, bunte Perlen aus Zuckermasse, die meist zur Verzierung von Torten o.ä. dienten.


(ugs. scherzh.) für: a) Damenunterhose mit knielangem Bein; b) lange Männerunterhose.


ist ein deutscher Qualitätswein (QbA), der aus Rheinhessen, dem Rheingau, der Pfalz oder von der Nahe kommt.


Ist als Figur im Spielfilm Der Traum von Lieschen Müller eine deutsche Büroangestellte in den 1960er Jahren. Lieschen Müller steht seitdem in der deutschen Sprache als Synonym für einen Durchschnittsmenschen, wie Otto Normalverbraucher oder Erika Mustermann [mehr…]


Als Aufzugführer, Fahrstuhlführer, Liftboy oder Elevator Girl bezeichnet man einen Dienstleister, meist in Livree, dessen Hauptaufgabe es ist, für die Gäste von großen Kaufhäusern oder Hotels den Aufzug zu bedienen und ihnen darüber hinaus beratend zur Seite zu stehen.


Abnahme oder Verringerung eines unangenehmen Zustands (Leiden, Schmerzen, Hunger, Durst ect.) Lindern = einen (sehr) unangenehmen Zustand, oft von Schmerzen oder Not, (ein wenig) zum Besseren hin verändern.

Heute sprich man, wenn man Linderung meint, von Palliation (von lat. palliatio Bemäntelung, aus lat. pallium Mantel, palliare mit einem Mantel umhüllen, verbergen). Der Begriff bezeichnet im Allgemeinen eine medizinische oder pflegerische Maßnahme, deren primäres Ziel nicht der Erhalt, die Heilung oder die Wiederherstellung der normalen Körperfunktion, sondern deren bestmögliche Anpassung an die gegebenen physiologischen und psychologischen Verhältnisse ist, ohne gegen den zugrundeliegenden Defekt oder die zugrundeliegende Erkrankung selbst zu wirken. (Palliativmedizin)Vorschlag eingesandt von Frau Susanne Nies, 31.7.2017


Ein Linienschiff ist ein historischer Typ von Kriegsschiffen. Dieser Schiffstyp war vom 17. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Gebrauch. Der Name entstand dadurch, dass diese Schiffe im Gefecht hintereinander in Kiellinie segelten.
Geschichtliches: Das Linienschiff SMS Schleswig-Holstein war das fünfte und letzte Schiff der Deutschland-Klasse der Kaiserlichen Marine. Am 1. September 1939 eröffnete die Schleswig-Holstein – die sich offiziell seit dem 25. August zu einem Freundschaftsbesuch in der Danziger Bucht aufhielt – vom Hafenkanal aus das Feuer auf die polnische Stellung auf der Westerplatte, die zur Freien Stadt Danzig gehörte. Mit diesen Schüssen (Adolf Hitler: "Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!") und dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen begann der Zweite Weltkrieg in Europa.
Heutige Bedeutung: Schiff, das im Liniendienst eingesetzt wird.


Bodenbelag aus Leinöl, Baumharzen, Kork- oder Holzmehl, Titanoxyd, Farbstoffen und Jutegewebe.


Der Lischke, ist ein aus Bast geflochtener Korb, welcher an einem Stricke, gleichsam als Reisetasche, um die Achsel gehängt, getragen wird. (Aus Ostpreußen)

Siehe auch: Ostpreußisches Wörterbuch von Lehrer Korneffel


Litfaßsäule
Litfaßsäule Bild: Litfaßsäule in Wien, Quelle: By Jebulon (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons
Eine Litfaßsäule ist eine Anschlagsäule, an die Plakate geklebt werden. Sie wurde vom Berliner Drucker Ernst Litfaß erfunden und zählt zum Bereich der Außenwerbung. Es wird weiterhin zwischen einer Allgemeinstelle (Litfaßsäule mit mehreren Werbetreibenden gleichzeitig) und einer Ganzsäule (oder Ganzstelle; Litfaßsäule mit einem Werbetreibenden) unterschieden. Die Annocier-Säulen wurden erstmals 1854 in Berlin aufgestellt.


Lohntüte
Lohntüte Bild: Lohntüte für Lüttich, Clara, Löhnung vom 24.12.43
Arbeitnehmer wurden lange Zeit durch Barzahlung am Zahltag entlohnt. Das Arbeitsentgelt wurde am Ende des Monats, wöchentlich oder zweiwöchentlich in bar ausgezahlt. Das Bargeld wurde aus Sicherheitsgründen in eine Tüte aus Papier oder einen Jutesack verpackt, worauf oft die genaue Lohnabrechnung (Lohnzettel) mit Bruttolohn, Abzügen und Nettolohn abgedruckt war. Dadurch konnte der Empfänger direkt durch Nachzählen den Inhalt kontrollieren. Seit 1957 wurde in der Bundesrepublik Deutschland diese bare Lohn- und Gehaltszahlung mittels Lohntüte verdrängt, weil immer mehr Unternehmen und Kommunalverwaltungen dazu übergingen, Löhne und Gehälter auf Girokonten zu überweisen. In der DDR gab es die Barzahlung in der Lohntüte bis zum Beginn der 1980er-Jahre.Quelle: Post vom Dachboden [http://www.postvomdachboden.de]


Lokomobile
Lokomobile Bildquelle: Lokomobile als Landmaschine in Argentinien um 1930
Eine Lokomobile (sing./fem., vgl. Lokomotive, von lateinisch locus: Ort und mobilis: beweglich), heute manchmal auch als Lokomobil (neutr.) bezeichnet, ist eine Dampfmaschinenanlage in geschlossener Bauform, bei der alle zum Betrieb der Anlage erforderlichen Baugruppen (Feuerung, Dampfkessel, Steuerung sowie die gesamte Antriebseinheit, bestehend aus Zylinder(n), Kolben, Kurbelwelle und Schwungrad mit Riemenscheibe) auf einer gemeinsamen Plattform montiert sind. Lokomobilen konnten ortsbeweglich und ortsfest montiert werden. Im Gegensatz zum Automobil waren Lokomobilen in ihrer Grundform nicht auto-mobil, also selbstfahrend – der Begriff mobil bedeutet nur, dass die Anlage Räder hat und somit zumindest passiv bewegt werden kann. Das bedeutete, dass sie mit Pferden oder Ochsen zu den jeweiligen Einsatzstellen gezogen wurden. Später gab es jedoch auch eine ganze Reihe verschiedener selbstfahrender Lokomobilen, beispielsweise Dampfstraßenwalzen, Dampfpflüge, Dampftraktoren sowie kleinere Dampfboote.


Eine Lokomotive (von neulat. loco motivus, sich von der Stelle bewegend), kurz Lok, ist ein spurgebundenes Triebfahrzeug, das selbst keine Nutzlast (Güter, Passagiere) aufnimmt.


Locus (lat. locus ‘Ort’, ‘Platz’, ‘Stelle’; Mehrzahl loci) oder Lokus steht für: Lokus, Toilette oder umgangssprachlich auch stilles Örtchen.


Lotegorisch (auch Lottegorisch, ältere Eigenbezeichnung lochne kodesch, aus hebräisch laschon Zunge, Sprache, und kodesch Heiligtum) ist eine Händlersprache und pfälzische Variante des Rotwelschen, angelehnt an das Westjiddische im Leiningerland (besonders Carlsberg), wo im ausgehenden 18. Jahrhundert eine größere Zahl Nichtsesshafte, darunter viele Juden, angesiedelt wurden und von dort aus dann in vielen Fällen als Wanderhändler und Hausierer tätig wurden.


In Ostpreußen die liebevolle Bezeichnung für einen Lausebengel, einen Jungen mit Flausen im Kopf; weniger liebevoll: Onnosels, Schlusohrs und Lachodders.


Der Begriff Lorke, im eigentlichen Sinn ein mieses Getränk, bezeichnet ebenfalls den Ersatzkaffee.
Siehe: Kaffee-Ersatz


Im Handwerk ein an einem Faden hängendes Metallstück zur Bestimmung der Senkrechten, Lotrechten.
Das Lot (früher auch Loth geschrieben) ist eine Maßeinheit der Masse, die hauptsächlich im deutschen Sprachgebiet und in Skandinavien gebräuchlich war. Es wurde im Deutschen Reich 1868/69/72, in Österreich 1871/76 und in der Schweiz 1875/77 durch die metrische Maßeinheit Gramm abgelöst. Aber noch im frühen 20. Jahrhundert war es in Koch- und Backrezepten als volkstümliche Maßeinheit gebräuchlich. Als ungenaue, aber anschauliche Faustregel gilt, dass ein Lot etwa einem Löffel voll entspricht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz galt für die kleineren Masse-Einheiten vor etwa 1856 (und teilweise darüber hinaus): 1/32 (Handels-)Pfund = 1 Lot = 4 Quentchen = 16 Pfenniggewichte = 32 Hellergewichte. Das Lot hatte – je nach der Definition des Pfundes – in den verschiedenen deutschen Ländern unterschiedliche Massen, die zusätzlich auch noch zeitlich verschieden waren.


Löwenkürtel, Ruhrpottjargon = Frikadelle. In fast jeder Kneipe standen auf der Theke ein großes Glas mit Soleiern und eine Schale mit selbst gebratenen Frikadellen als Unterlage für die Zecher. Die Currywurst war noch völlig unbekannt.Günter Matiba

Lesen Sie auch den Beitrag von Günter Matiba über das Stiefeltrinken


Der Dachboden (kurz Boden; schweizerisch Estrich) ist ein meist nur primitiv gedämmter und kaum eingerichteter Raum unter dem Dach eines Hauses. In einigen Landstrichen wird er auch Speicher, Dachkammer, Balken, Söller, Oller, Zolder oder Bühne genannt. Ist der Dachraum hingegen gedämmt und als Wohn- oder Arbeitsraum ausgebaut, spricht man von einem Dachgeschoss. Der Spitzboden ist der unausgebaute Dachraum über einem Dachgeschoss. Der Dachboden einer Scheune heißt Heuboden, Strohboden, Getreideboden.
Wortherkunft: Boden, Dachboden, Speicher; mittelniederdeutsch lucht, eigentlich = Luft, niederdeutsch -cht entspricht hochdeutsch -ft, vgl. Schacht.


Eine Luftmine (manchmal auch als Minenbombe, Wohnblockknacker oder engl. Blockbuster bezeichnet) ist eine große, schwerere Sprengbombe, die vor allem im Luftkrieg während des Zweiten Weltkriegs von Flugzeugen abgeworfen wurde. Luftminen werden gegen ungepanzerte Flächenziele verwendet und sind besonders auf eine starke Detonationswelle ausgerichtet, die das Umfeld verwüstet.


Als Luftschlosses wird eine Idee, eine Utopie ohne Bodenhaftung und Sinn für die Realität bezeichnet (siehe auch Wolkenkuckucksheim).


Der Luftschutzkeller (LSR) oder Luftschutzraum war ein obligatorischer Schutzraum (Behelfsbunker) während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg. Um Schutz vor Giftgas, dessen Einsatz nach den Erfahrungen im Ersten Weltkrieg befürchtet wurde, zu gewährleisten, wurden in manchen Luftschutzkellern eine Gasschleuse mit zwei Türen eingebaut, von denen im Falle eines Gasalarms immer nur eine geöffnet werden durfte, sowie Luftfilteranlagen.Quelle: Wikipedia.de


Recycler nach dem Zweiten Weltkrieg, Glasflaschen, Papier, Metalle und Textilien wurden gegen Abgabe von Luftballons und Johannisbrot eingesammelt. Im Volksmund auch für: letzter Bus, letzte Straßenbahn.

Lesen Sie dazu auch den Bericht aus der Nackriegszeit über Lumpensammler Affenbrot von Hartmut Kennhöfer


Gericht aus Lunge, traditionelle Gerichte sind Beuschel (Saure Lüngerl, Lungenhaschee), Lungenschmarrn, Lungenstrudel und Lungensuppe.


Der Lutherrock ist eine Form des Gehrocks mit Merkmalen der Soutane. Er ist ein schwarzes, einreihig geknöpftes, fast knielanges, hochgeschlossenes Gewand mit einem kleinen Stehkragen. Manche evangelische Geistliche (heute fast nur noch Bischöfe) tragen ihn als Amtstracht außerhalb des Gottesdienstes. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Lutherrock die normale Alltagskleidung der evangelischen Pfarrerschaft. Im Zuge einer Wiederbesinnung auf traditionelle Werte in der evangelischen Kirche wird der Lutherrock heute auch wieder von jüngeren Pfarrern getragen.


Im Bergbau die Luftleitung zum Heranführen frischer Wetter (Frischluft).


Im Erzgebirge Begriff für einen kleinen Bergmann, der die geeignete Größe hätte, um die Lutten von innen zu reinigen. Bei früheren Lutten aus Holz war das gelegentlich notwendig, um sie vor Verrottung zu schützen.


Spezialfeder für Tintenfederhalter. Die LY-Federn, also nach links abgeschrägte Federn mit einer langen und oft sehr elastischen Spitze, eignen sich sehr gut für Schriften auf Handschrift-Basis, bei denen man auch Betonungen im Abstrich machen kann.
Manche Kalligraphen schreiben auch Schriften wie die Humanistische Kursive mit den LY-Federn.