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Verschickungskinder

Verschickungskinder

Kinderlandverschickung

Kinderlandverschickung (KLV)

Verschickungskinder

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Kinderlandverschickung

Kinderlandverschickung (KLV)

Verschickungskinder

Verschickungskinder

Johanna Haarer

Nachdem Johanna Haarer (1900–1988) im Alter von 23 Jahren ihr Staatsexamen als Ärztin abgelegt hatte, war sie in den folgenden zehn Jahren in ihrem Beruf tätig. Ihre erste Ehe scheiterte. In zweiter Ehe gebar sie 1933 Zwillinge und bekam später drei weitere Kinder. Mit der Geburt der Zwillinge gab sie ihre ärztliche Tätigkeit auf und begann zu schreiben – Kolumnen und Bücher zur Säuglingspflege und Kindererziehung. Eine pädagogische Ausbildung besaß sie nicht. Unter anderem veröffentlichte sie im Völkischen Beobachter. Im Jahr 1937 trat sie der NSDAP bei. 1945 wurde sie inhaftiert und verbrachte ein Jahr in drei verschiedenen amerikanischen Internierungslagern. 1946 nahm sich ihr zweiter Mann das Leben. Alle fünf Kinder wurden später auf irgendeine Weise psychisch krank, gab Sigrid Chamberlain an.

Nach dem Krieg erhielt Haarer keine Erlaubnis, sich als Ärztin in eigener Praxis niederzulassen. Bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 1965 war sie in verschiedenen Gesundheitsämtern in Bayern tätig. Sie starb 88-jährig. Anna Hutzel, eine ihrer Töchter, teilte in einem Telefonat mit Susanne Blumesberger von der Universität Wien im November 2000 mit, ein Gespräch über das Dritte Reich sei mit ihrer Mutter nie möglich gewesen. Ihre nationalsozialistische Einstellung habe die Mutter bis zu ihrem Tod nicht aufgegeben. Innerfamiliäre Konflikte seien mit Gewalt gelöst worden. Die Kinder hätten unter der Gefühlskälte ihrer Mutter gelitten. Annas Schwester Gertrud veröffentlichte 2012 und damit knapp 25 Jahre nach dem Tod der Mutter sowohl deren Autobiografie als auch ihre eigene, in der sie die Angaben der Schwester bestätigte.

Die Dokumentarfilmerin Gabriele Dinsenbacher – selbst Jahrgang 1952 und Tochter eines Lehrerehepaares – besuchte Gertrud Haarer in Italien und ließ die 1942 geborene Tochter aus ihrem Leben erzählen. Im September 2019 veröffentlichte der Bayerische Rundfunk die Dokumentation auf seinem YouTube-Kanal. Sie war zuvor in der Reihe Lebenslinien unter dem Titel Meine deutsche Mutter gesendet worden.

Quelle: Wikipedia.org
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Thema: Kinderlandverschickung und Kinderkuren der 1950er Jahre

Als Verschickungskinder bezeichnet umgangssprachlich Kinder und Jugendliche, die zur Durchführung von Maßnahmen der Gesundheitshilfe außerhalb des Elternhauses in Heimen untergebracht waren, sogenannte Kinderkuren. Systematik und Infrastruktur basierten großteils noch auf der Kinderlandverschickung (KLV), die schon während der Weimarer Republik und besonders während der Herrschaft der Nationalsozialisten bestanden hatte.
Während des Zweiten Weltkriegs hatte sie als sogenannte erweiterte KLV der Evakuierung von Stadtkindern vor alliierten Luftangriffen und nicht mehr der Erholung der Kinder gedient.
In den Verschickungsheimen hielt sich lange Zeit ein strenger, vereinzelt noch von der NS-Ideologie geprägter Umgang mit den Kindern, wie er unter anderem von Johanna Haarer in ihrem Buch Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind propagiert wurde. Dabei kam es auch zur Anwendung psychischer und körperlicher Gewalt. Zur Verschleierung der Umstände mussten viele Kinder vorgegebene Texte von einer Tafel auf Postkarten abschreiben, die dann an die Eltern nach Hause geschickt wurden.

Ehemalige Verschickungskinder berichten in 26 Zeitzeugenberichte.

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