Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

A: von Abakus bis Ausfertigen

Ein Abakus ist, die über dem Kapitell einer Säule liegende viereckige Deckplatte, der Kommandostab der Tempelherren, eine mechanische Rechenhilfe, eine Rechentafel, oder im Altertum (nach griechisch abax) ein Spielbrett.


Abseits einer Ortslage im 19. Jahrhundert entstandene Siedlerstelle auf privatem Grund und Boden, jedoch ohne landwirtschaftliche Nutzflächen, bzw. einen vom Hauptort ab-gelegenen Ortsteil (wie in der Gemeinde Greven in Mecklenburg-Vorpommern), oder abseits gelegenes Anwesen. Der Ausdruck ist heute nicht mehr gebräuchlich.
[Siehe auch: Brink]

Zeitzeugenberichte dazu:

Eveline von Rudolf Werner
Wir fahren nach Ostpreußen von Günter Matiba
Einiges aus Wilkendorf von Hilde Heimerl
Die Fensterscheibe von Ida Slomianka.
Schulzeit im Kriegsjahr 1943 von Hilde Heimerl


Nu komm mir bloß nich dwasch! ist eine Warnung, daß man dem Sprecher nicht verquer oder nicht dumm kommen solle. Das Wort ist die missingsche Variante des plattdeutschen dwars (quer) und kann auch für jegliches dumm Tüch (dummes Zeug) stehen.


Tierkörperverwertung bezeichnet man das professionelle bzw. industrielle Verwerten von Tierleichen, also nicht von geschlachteten Tieren.


Ein Abnäher ist eine Falte in einem Kleidungsstück, die keilförmig, als Taillenabnäher auch rautenförmig, abgenäht wird. Abnäher werden je nach Kleidungsstück an Schulter, Brust, Taille und am Rock- oder Hosenbund eingesetzt, um den Stoff an die Körperform anzupassen.


Davongehen, sich davonmachen, sich entfernen, entschwinden, fortgehen, scheiden, sich scheren, schwinden, sich trennen, sich verdrücken, verlassen, verschwinden, weggehen, weichen, sich zurückziehen.


Norddeutsch für die Prügel, die ein Schüler vom Lehrer bezog.


Veralteter Begriff für eine Toilette, ein Plumpsklo oder ein Plumpsklo mit Sickergrube.


Abzählreime sind interaktive Kinderreime. Sie dienen dem reinen Zeitvertreib, der pseudozufälligen Zuordnung einer Rolle im Kinderspiel oder zur spielerischen Verarbeitung von Tabubrüchen. Wir zählten als Kinder ab: Ich und Du, Müllers Kuh, Müllers Esel, raus bist Du. Oder auch: Eine kleine Dickmadam fuhr mal mit der Eisenbahn, Eisenbahn die krachte, Dickmadam die lachte, lachte bis der Schaffner kam und sie mit zur Wache nahm. Oder auch in dieser Variante: Eine kleine Dickmadam zog sich eine Hose an. Als die Hose krachte, Dickmadam laut lachte, zog sie wieder aus und du bist raus.


Gerade im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein gefürchtetes Urteil. Geächtete, also Straftäter, die in die Acht geschickt werden, was nichts anderes heißt, als dass sie per Gerichtsurteil vertrieben werden, sind meist vogelfrei und können von jedermann getötet werden, ohne dass der oder die Täter eine Strafe befürchten müssen.


Ackerschnacker
Feldtelefon im Fronteinsatz Zweiter Weltkrieg
Plattdeutsche Verballhornung für Feldfernsprecher. Ein Feldfernsprecher oder Feldtelefon ist ein spezieller Telefonapparat, der nach den Anforderungen des Einsatzes unter militärischen Bedingungen konstruiert ist.


Ein Adlatus ist ein Gehilfe, ein Helfer oder ein Beistand. Er ist vergleichbar mit dem Adjutanten im militärischen Sprachgebrauch. Der Begriff wird heute meist scherzhaft gebraucht. Im satirischen Sprachgebrauch wäre ein Adlatus z.B. der Enddarmbewohner von XY…


Eine Überschlagschaukel auf Jahrmärkten, ein hängendes Elektrokabel bei versetzten Lampen, eine Frisur bei Mädchen, bei der zwei seitliche Zöpfe zu Schlingen hochgefasst werden, oder das Schriftzeichen at bzw. @ werden ugs. als Affenschaukel bezeichnet. Siehe auch Klammeraffe.
Der Jungenschaftsführer bei den Pimpfen (1938) war an einer rot-weißen Querschnur von der linken Brusttasche zur mittleren Knopfleiste des Braunhemdes zu erkennen, die, von der Schützenschnur abgeleitet, Teil der Uniform war und ebenfalls, im Jargon, als Affenschaukel bezeichnet wurde.
Die Geschichte der Schützenschnur geht auf den 1648 beendeten Achtzigjährigen Krieg zurück. Auf Befehl des spanischen Königs sollte jeder Niederländer, der mit einer Muskete angetroffen würde, sofort gehängt werden. Daraufhin begannen die spanischen Musketiere, Stricke mit sich zu führen, die sie über der linken Schulter trugen.


Umgangssprachlich für hohe Geschwindigkeit: Affen sind bekanntlich schnell und behände. Redewendung in Verbindung mit hoher Geschwindigkeit fahren, auch einen Zahn zulegen, oder mit affenartiger Geschwindigkeit, auch Mordszahn, Affenzahn.
Diese Redewendung bezog sich ursprünglich wahrscheinlich auf die aus einem Zahnkranz bestehende Arretierung des Handgashebels im Auto, mit dem die Fahrgeschwindigkeit geregelt wurde.
Beim Wort genommen: Der Sprachführer durch die Welt der Redewendungen, Indigo, Utrecht 2005, s.v. einen Zahn zulegen: früher hing auf der Feuerstelle im Haus der Topf an einer Art Sägekamm. Wurde der Topf nach unten gehängt, wurde das Essen schneller fertig.


Spekulationsgeschäft durch Ausnutzung von Kursschwankungen an der Börse. In Österreich der unerlaubte Handel mit Eitrittskarten, oder die Bezeichnung für Schleichhandel, bzw. Schwartzhandel.


Eine Ahle, oder Pfriem ist ein einfaches Werkzeug mit dessen Hilfe Löcher in verschiedene Materialien gestochen werden können.


Ahnenpaß
Ahnenpass während der NS-Zeit
Der Ahnenpaß war eine gesetzliche Ausweisurkunde, die amtliche beglaubigte Abstammungsnachweise enthielt. Ein Abstammungsnachweis bestand aus Geburts-, Todes- bzw. Trauungsangaben, deren Übereinstimmung mit entsprechenden Unterlagen einer Matrikelstelle, gewöhnlich den Kirchenbüchern eines Pfarramtes, von einem Standesamt bestätigt wurde. Der Ahnenpaß wurde seit 1933 vom Reichsverband der Standesbeamten Deutschlands herausgegeben und diente ausschließlich zum Nachweis der arischen Abstammung, konnte also in anderen Fällen, in denen Urkunden vorzulegen waren, nicht als Ersatz dienen.


Alunit, auch Alaunstein, Alaunspat, Lovigit oder Lowigit ist ein eher selten vorkommendes Mineral. Es wird als blutstillendes Mittel bei der Nassrasur zum Schließen kleiner Wunden verwendet.


Das Wort Alliierte stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Verbündete, die eine Allianz geschlossen haben. Dies muss kein formeller Vertrag sein, ein koordinierter Kampf gegen einen gemeinsamen Gegner reicht aus.
Vorwiegend werden unter den Alliierten die im Zweiten Weltkrieg gegen die Achsenmächte (Deutschland, Italien und Japan) verbündeten Großmächte verstanden. Auch die im Ersten Weltkrieg gegen die Mittelmächte verbündeten Staaten werden teilweise als Alliierte bezeichnet, der üblichere Ausdruck hierfür ist jedoch Entente (frz. Bündnis, Einvernehmen).


Die Allmende, in der Schweiz Allmend, Allmeind oder Allmein, ist eine Rechtsform gemeinschaftlichen Eigentums. Als landwirtschaftlicher Begriff bezeichnet Allmende oder Gemeine Mark Gemeinschafts- oder Genossenschaftsbesitz abseits der parzellierten (in Fluren aufgeteilten) landwirtschaftlichen Nutzfläche. Allmenden sind heute noch im Alpenraum, auf der schwedischen Insel Gotland, vereinzelt im Nord- und im Südschwarzwald (Hotzenwald) und Südbayern, vor allem aber in ländlichen Gebieten der Entwicklungsländer verbreitet. Im über die Landwirtschaft hinausgehenden Sinne wird der Begriff in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und den Informationswissenschaften verwendet, siehe unter anderem Allmendegut, Wissensallmende, Tragik der Allmende und Tragik der Anti-Allmende. Dabei wird oft die englischsprachige Entsprechung commons verwendet. Quelle: Wikipedia.org


Das Allod (altniederfränkisch allōd, volles Eigentum, zu all voll, ganz und ōd Gut, Besitz; mittellateinisch allod oder allodium), auch Eigengut oder Erbgut oder freies Eigen, bezeichnete im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht ein Eigentum (fast immer Land oder ein städtisches Grundstück respektive ein Anwesen), über das dessen Besitzer (Eigner, der Erbherr oder die Erbfrau) frei verfügen konnte. Die Umwandlung von Benefizien(Lehen) in Eigengut wird entsprechend als Allodialisierung bezeichnet. über ein als Odal bezeichnetes Eigentum durfte der jeweilige Besitzer dagegen nicht frei verfügen. Quelle: Wikipedia.org


Alma Mater (von lateinisch alma nährend, gütig und mater Mutter) ist heute eine im deutschsprachigen Raum und Nordamerika geläufige Bezeichnung für Universitäten. Im Römischen Reich war alma ein Epithet für nährende, segenspendende Göttinnen, so z. B. alma Ceres, alma Tellus oder auch alma Venus. Im Mittelalter war mit alma mater meist die Gottesmutter Maria gemeint.


Alumnus oder Alumne (Plural Alumni) lateinisch (alere) = Zögling, ernähren, aufziehen. Ursprünglich war der Alumnus ein männlicher Zögling eines Alumnats. In ihrer Mehrzahl sind Alumni diejenigen, welche von einem anderen ernährt werden, das heißt mit Speis und Trank versorgt und in allen guten Sitten unterrichtet.
Die weibliche Form des Alumnus ist die Alumna. Insbesondere im Hochschulbereich hat sich als Pendant das Bild der Alma Mater, der nährenden Mutter, etabliert. Alumni sind daher im englischen und deutschen Sprachraum ehemalige Auszubildende, besser noch Ausgebildete einer Universität oder Hochschule, ehemalige Studierende und Mitarbeiter. Diese organisieren sich in sogenannten Alumnen-Netzwerken.


Einer der Gründe für den deutschen Bauernkrieg im 16. Jahrhundert war, dass sich die Lehnsherrn die Allmenden aneignen wollten. Die Allmenden (auch Allmanden aus dem Mittelhochdeutschen was allen gemein ist) waren Grundstücke, die jeweils der ganzen Dorfgemeinschaft gehörten und zum Beispiel als gemeinsames Weideland genutzt wurden. Wortverwandte sind die Alm und allgemein. Aber nicht in erster Linie die Habgier, sondern die Modernisierung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert sowie die Tragik der Allmende führten zum fast völligen Verschwinden des Allmendewesens. So nennt man das Phänomen, dass ein gemeinschaftliches Eigentum von jedem so gut es geht ausgebeutet wird – entsteht jedoch ein Schaden, so möchte niemand dafür aufkommen.


Alsterwasser – das Hamburger Gegenstück zum süddeutschen Radler; sollte von der Brauerei in Kiezmische umbenannt werden. Große Aufregung in Hamburg und es gab eine Volksabstimmung im Internet. Die überwältigende Mehrheit war für Alsterwasser. Somit hat Hamburg sein Nationalgetränk wieder zurück.Margot Bintig, 1.8.2017


Hochgeachtete, meist ältere Mitmenschen innerhalb einer Gemeinschaft. In Dorfgemeinschaften müssen dies nicht nur beruflich hochgestellte Mitbürger wie z.B. Ortsvorsteher, Ratsherren, Priester, Juristen, Ärzte sein. Vielmehr sind es oftmals ganz normale honorige Bürger, auf deren Rat die Jüngeren hören und deren Erfahrung sie schätzen.


Ein Amerikaner ist eine feine Backware aus Mehl, Zucker, Ei, Fett, Milch oder Wasser. Als Triebmittel wird Ammoniumhydrogencarbonat/Hirschhornsalz oder Backpulver verwendet. Das Lockerungsmittel Ammoniumhydrogencarbonat gibt dem Gebäck sein typisches Aroma.


Ampelmann
Ampelmännchen, wie es in der DDR üblich war
1961 wurde der Verkehrspsychologe Karl Peglau vom Verkehrsministerium der DDR mit dem Entwurf von Signalen für Fußgängerampeln beauftragt. Nach einem mehrjährigen Prozess fachlicher, wissenschaftlicher und staatlicher Prüfungen wurden die von Peglau entworfenen, roten und grünen Ampelmännchen schließlich 1969 zuerst in Ost-Berlin und später in der gesamten DDR eingesetzt. Nach der Wiedervereinigung wurde von den westdeutschen Behörden die Auswechslung der Ost-Ampelmännchen durch ihr westdeutsches bzw. neues europäisches Pendant veranlasst. Zu diesem Zeitpunkt begann der Industriedesigner Markus Heckhausen, die ausrangierten Exemplare zu sammeln, Leuchten daraus herzustellen und zu vermarkten. Nicht zuletzt das breite Medienecho auf diese Leuchten führte zur Gründung eines Komitees zur Rettung der Ampelmännchen aus engagierten ost- und westdeutschen Bürgern, die schließlich 1997 ihr Ziel durchsetzen konnten. Das alte ostdeutsche Verkehrssignal durfte nun nicht nur an seinen bisherigen Orten bleiben, sondern es wird auch bei neuen Verkehrsanlagen in den ostdeutschen Bundesländern bevorzugt eingesetzt. Seit 1997 ist der Ampelmann® zudem als Marke geschützt.


In der Umgangssprache ist häufig vom Amtsschimmel die Rede, wenn sich Bürger über die Langwierigkeit bürokratischer Verfahren ärgern.


Der Begriff Anger (mhd. anger, ahd. angar, germanisch noch Vangr) bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte (Allmende). Dies reicht bis in die germanische Zeit zurück, als er meist noch vor oder nahe bei einer Siedlung lag. Dort war er Ort für Feste (z. B. Osterfeuer), für gemeinschaftliche Aktivitäten (Dorfbackofen, gemeinschaftliches Schlachten) und konnte auch einen heiligen Kultplatz, Ort für Ratsversammlungen (Thing) oder als Richtplatz für das germanische Stammesrecht dienen. Daneben beherbergte er gelegentlich Prozessionswege oder germanische Grabstätten. Quelle: Wikipedia.org


Vor, lateinisch ante, den Toren, lat. Portas, bedeutet so viel wie: Vor den Toren, im Anmarsch, im Kommen. Als sich im zweiten Punischen Krieg der karthagische Feldherr Hannibal der Hauptstadt Rom näherte, erhoben die Römer den Schreckensruf: Hannibal ante portas, Hanibal steht von den Toren der Stadt.


Antichambrieren bedeutet ein langes Warten oder auch mehrmaliges Vorsprechen im Vorzimmer höhergestellter Persönlichkeiten oder Behörden. Davon wiederum abgeleitet ist die negative Bedeutung in den Vorzimmern der Großen und Mächtigen verkehren und diesen dort zu schmeicheln, um mit Buckeln und Kriechen eine Gunst oder Gnade von ebendiesen Großen zu erhalten.
Das französische Wort für Vorzimmer antichambre wurde aus dem Italienischen übernommen. Das i in antichambrieren stammt ursprünglich nicht aus dem Lateinischen oder dem Französischen, sondern aus dem Italienischen, wo ante teilweise zu anti geworden ist. Quelle: Wikipedia.org


Unter Anschreibenlassen (anschreiben lassen) oder Borgkauf versteht man vor allem im Einzelhandel einen ungeregelten Lieferantenkredit, bei dem der Verkäufer im Rahmen eines Warenverkaufs dem Käufer zwar die Ware übergibt, ohne jedoch Zug um Zug den vollständigen Kaufpreis dafür zu erhalten. Der Schuldner wurde in das Anschreibebuch des Händlers eingetragen. Das entspricht dem Deckel in der Gastronomie, der am Monatsende gezahlt wurde.


bezeichnet eine Arbeit des Probierers, durch welche die zur Probe abgewogene kleine Quantität Erz im Probierofen so behandelt wird, daß das in denselben enthaltene Metall zusammenschmilzt, Gestein und andere fremde Beimischung aber in Schlacken verwandelt wird. Quelle: Ermisch, Sächs. Bergr., Glossar S. 217


Eine unannehmbare Forderung; Vorschlag, Zumutung, Anmutung, Frechheit, Rücksichtslosigkeit. Einem etwas ansinnen, es von ihm verlangen, besonders wenn es unerlaubte oder unanständige Sachen sind, die man verlangt. Wie können sie mir so etwas ansinnen?Quelle: Wörterbuch der hochdeutschen Mundart


Reichsarbeitsdienst
Staatssekretär Konstantin Hierl schreitet auf dem Tempelhofer Feld die Front des RAD ab. Maifeier Berlin, 1. Mai 1934 (Quelle: Bundesarchiv Bild 183-2003-1215-506)
Der Reichsarbeitsdienst (RAD) war eine Organisation im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Das Gesetz für den Reichsarbeitsdienst wurde am 26. Juni 1935 erlassen. § 1 (2) lautete: Alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts sind verpflichtet, ihrem Volk im Reichsarbeitsdienst zu dienen. § 3 (1) lautete: Der Führer und Reichskanzler bestimmt die Zahl der jährlich einzuberufenden Dienstpflichtigen und setzt die Dauer der Dienstzeit fest. Zunächst wurden junge Männer (vor ihrem Wehrdienst) für sechs Monate zum Arbeitsdienst einberufen. Vom Beginn des Zweiten Weltkrieges an wurde der Reichsarbeitsdienst auf die weibliche Jugend ausgedehnt.

Der Reichsarbeitsdienst war ein Bestandteil der Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland und ein Teil der Erziehung im Nationalsozialismus. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 und dem daraufhin an die Waffen-SS übergebenen Kommando über das Ersatzheer wurde dem RAD die 6-wöchige militärische Grundausbildung am Gewehr übertragen, um die Ausbildungszeit bei der Truppe zu verkürzen. Sitz der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes war Berlin-Grunewald.


Der Ausdruck Arier (Sanskrit आर्य, ārya, avestisch airiia, altpersisch aryā,[ neupersisch آریائی āryā'ī,[ von einer indogermanischen Wurzel *ar- mit unsicherer Bedeutungsansetzung) ist eine Selbstbezeichnung von Sprechern indoiranischer Sprachen. Seit dem 19. Jahrhundert wurden europäische Lehnformen des Wortes in der vergleichenden Sprachwissenschaft verwendet und von dort auch auf andere Bereiche übertragen. Vor allem wurde es in den Rasseideologien des 19. und 20. Jahrhunderts zur Bezeichnung von Angehörigen bestimmter Menschengruppen adaptiert, die nach Zugehörigkeit zu einer Rasse bzw. Herrenrasse definiert wurden.
Als alte Selbstbezeichnung ist der auf eine indoiranische Form *arya- zurückgehende Ausdruck nur in Persien und Indien (Rigveda) belegt.
Die Verwendung der iranischen bzw. altindischen Formen des Wortes im Avesta und in den Veden legt die Existenz eines zentralasiatischen Volkes mit dieser Selbstbezeichnung nahe.[5] Sprachwissenschaftler nehmen an, dass es indoiranische Sprachen beherrschende Ethnien während der späteren Kupfersteinzeit bis zur frühen Bronzezeit gab. Die Arier dehnten sich in mehreren Schüben sowohl nach Süden als auch nach Westen in einem Zeitraum von mehreren Jahrhunderten aus. Die Einzelheiten der Migrationen, insbesondere deren Abfolge, sind umstritten, sogar die Existenz einer Einwanderung wird mitunter bestritten, nicht nur von indischen Nationalisten. Um 2000 bis 1500 v. Chr. soll der indische Zweig (Indo-Arier) der Arier (आर्य), dessen Sprache Vedisch war, nach Nordwestindien eingewandert sein. Die iranischen Arier, die zu den Vorfahren der heutigen iranischen Völker wurden, wanderten im 11. bis 10. Jahrhundert v. Chr. ein.
Im 19. Jahrhundert wurden zunächst sprachwissenschaftlich motivierte Anschauungen zunehmend in ethnischem und rassischem Sinn umgedeutet oder in imaginierte Genealogien überführt. Die durch die Sprachwissenschaft erschlossene Verwandtschaft der indogermanischen Sprachen wurde im Sinn einer ethnischen Genealogie verstanden. So verbreitete sich die Ansicht, die hellhäutigen Europäer stammten von den Ariern ab, die bei ihren Wanderungen als Kriegeradel einheimische Völker unterworfen und als Kulturbringer gewirkt hätten. Besonders wirksam vertrat Friedrich Max Müller diese Theorie in seinen englischsprachigen popularisierenden Schriften.
Adolf Hitler und der Nationalsozialismus nahmen mit den rassistischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts auch die mit dem Ausdruck Arier verbundenen Vorstellungen auf und radikalisierten sie. Im nationalsozialistischen Sprachgebrauch war das Wort das Antonym von Jude. Seit 1935 wurde arisch jedoch nicht mehr als amtlicher Rechtsbegriff verwendet. An die Stelle des in dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums verwendeten Ausdrucks Arier trat die in den Nürnberger Gesetzen (September 1935) gebrauchte Formulierung Person deutschen oder artverwandten Blutes, die nach einem Runderlass vom 26. November 1935 durch den Ausdruck deutschblütig ersetzt wurde. Außerhalb der Rechtssprache wurden der Ausdruck und Ableitungen davon aber weiter gebraucht. Unter dem Begriff Arisierung betrieb das NS-Regime eine Enteignung insbesondere der Juden. Von weißen Rassisten wird der Begriff Arier noch als Bezeichnung der weißen Rasse benutzt, zum Beispiel von den Aryan Nations in den USA oder von Neonazis im deutschsprachigen Raum. Siehe Wikipedia.org


Ahnepass
Nachweis über die Abstammung im Dritten Reich
Der Ariernachweis war im nationalsozialistischen Deutschland von 1933 bis 1945 für bestimmte Personengruppen (insbesondere Mitglieder der SS, Beamte, öffentlicher Dienst, Ärzte, Juristen, Wissenschaftler deutscher Hochschulen) ein von Staats- und Regierungsbehörden geforderter Nachweis (beglaubigte Ahnentafel) einer rein arischen Abstammung aus der arischen Volksgemeinschaft.


Ein mehrarmiger Kerzenhalter oder Kandelaber (von lateinisch candelabrum für Leuchter über französisch candélabre) sind Ständer für Kerzen oder Leuchten.


Abfalleimer als Zinkbleck mit Deckel, früher hauptsächlich zum Aschetransport, da die meisten Wohnungen mit Stein- und Braunkohle geheizt wurden.


Mittelhochdeutsch, althochdeutsch ast, eigentlich = das, was (am Stamm) ansitzt. Mundartlich, jemand mit einer verwachsenen Wirbelsäule, einem krummen Rücken.


… Schwer tragen, schwer körperlich arbeiten. Davon bekommt man einen Ast, einen krummen Rücken.


Ausdruck seit Anfang der 50er Jahre, alles Überdimensionierte bekam Atom- vorangestellt (Einen Atombusen hatten z.B. Gina Lollobrigida und Sophia Loren)


Becken unter dem Wasserhahn (meist aus emailliertem Gusseisen oder Steingut), norddeutsche Bezeichnung: Handstein.


Mitgift (mittelhochdeutsch mitegift das Mitgegebene) oder Aussteuer (auch Heiratsgut, früher Heimsteuer) bezeichnet Vermögen in Form von Gütern und Hausrat, die eine Braut mit in die Ehe bringt. Die Mitgift ist eine kulturell festgelegte Form des Gabentausches anlässlich einer Heirat. Sie wird vom Vater der Braut (oder ihrer Verwandtschaftsgruppe) an den Vater des Bräutigams (oder seine Verwandtschaftsgruppe) oder direkt an das Ehepaar übergeben.
In Deutschland war bis ins späte 20. Jahrhundert üblich, dass junge Frauen bis zum Zeitpunkt ihrer Heirat eine Grundausstattung an Gütern für den zukünftigen Haushalt angesammelt hatten. Diese als Aussteuer bezeichneten Güter bestanden häufig aus hochwertigen Heimtextilien, Essgeschirren und anderen im Haushalt benötigten Gegenständen (Aussteuerqualität), die meist in Form von Geschenken erworben und bis zur eigenen Heirat aufbewahrt wurden. Das Wortbestandteil -steuer leitet sich ab vom althochdeutschen stiura Hilfe, Beihilfe. Die Aussteuer wurde in Menge und Qualität bei entsprechenden finanziellen Möglichkeiten ungefähr so gewählt, dass sie bis ins hohe Alter ausreichte. Diese Tradition verlor im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung und ist heute selten anzutreffen.


Jemanden anrufen, mit jemandem telefonieren.


Bedeutet sich anbiedern, einschmeicheln, heranmachen; de will sik bloots anköteln. Als Schimpfwort: Anköteler (Schmeichler).


Die Apanage (französisch aus mittellateinisch appanare = mit Brot versorgen) ist die Abfindung der nichtregierenden Mitglieder eines Adelsgeschlechts mit Landbesitz, Einkünften aus Liegenschaften oder Geldzahlungen zur Ermöglichung eines standesgemäßen Lebenswandels. Sie wurde entweder bis zum Tod des apanagierten Adligen gewährt oder bis zum Aussterben der von ihm begründeten Linie. Da es im mittelalterlichen Europa lange Zeit kein einheitliches, klares Erbfolgerecht gab, versuchte man die nichtregierenden Angehörigen einer Dynastie mit einer Apanage abzufinden, um eine Teilung des Herrschaftsgebiets zu verhindern.


Als Archaismus (latinisiert vom altgriechischen ἀρχαῖος archaĩos alt, ehemalig) wird in der Lexikologie ein Wort bezeichnet, dessen Gebrauchshäufigkeit abnimmt und das von den Sprechern einer Sprachgemeinschaft als altmodisch empfunden wird. Archaismen werden aber noch von einigen (vor allem älteren) Sprechern verwendet und sind vielen Sprechern geläufig, sie gehören zu deren passivem Wortschatz.
Untergegangene Wörter sind lexikalische Einheiten, die aus dem Vokabular der Gegenwartssprache ganz verschwunden sind oder nur noch in einigen erstarrten Redewendungen weiterexistieren (z. B. Kegel für uneheliches Kind, heute nur noch in der Wendung mit Kind und Kegel gegenwärtig). In der Rhetorik wird mit Archaismus die bewusste Verwendung altertümlicher Wörter oder Wendungen bezeichnet. Die bewusste Verwendung archaischer Wörter kann stilistische oder ideologische Gründe haben.


Ärar, vom lateinischen Aerarium, ist eine alte, heute ungebräuchliche Bezeichnung für das materielle und immaterielle Vermögen eines Staates oder einer Körperschaft. Hierunter zählen neben Gebäuden, Grundstücken und Goldreserven auch staatliche Monopole. Ein heute üblicherer Begriff hierfür ist Fiskus.


Kaffee oder Tee durch Übergießen mit kochendem Wasser zubereiten.


So nannte meine Oma (aus Ostpreußen) die Wiederverwertung von Strickwaren (Pullovern usw.), wenn sie die Wollfäden aus dem Gestricktem zu einem Wollknäuel wickelte, um daraus neue Sachen zu stricken.Hartmut Kennhöfer, 2005


Unter Ausfertigen versteht man, dass die Säume gepaspelt und ggf. Kragen, Manschetten und Knöpfe angenäht wurden.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Badetag von Fritz Schukat