Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

B: von Baas bis Büttel

Ein Baas (auch Bas) ist ein aus dem Niederdeutschen stammender Ausdruck für Vermittler, Prinzipal und Meister, der auch heute noch im Niederländischen gebräuchlich ist. Er wird in der Seemanns- und Shanty-Sprache für einzelne Seemannsberufe verwandt. Auf dem Seeweg gelangte das Wort nach Amerika, wo es schließlich zu Boss wurde.


Backfisch ist eine - heute eher veraltete - Bezeichnung für Mädchen im Teenager-Alter. Nach Friedrich Kluge, der 1895 ein Wörterbuch der deutschen Studentensprache veröffentlichte, stammt das Wort aus der Studentensprache und ist aus dieser in den allgemeinen Sprachschatz übergegangen. Er ist schon für das 16. Jahrhundert als Scherzübersetzung von Baccalaureus, d. h. für einen, der den untersten akademischen Grad erlangt hat, als akademisch bezeugt und erscheint auch so in den »Facetiae facetiarum« (1645): »Baccalaurei … et infimum tenent gradum, vulgo Backfisch, Larissen, Plateisen, Speckerbes, Stautzenfresser.« Wahrscheinlich wurde das Wort in Studentenkreisen später ganz auf Mädchen umgemünzt. Der gleichen Etymologie des baccalaureus soll auch entstammen, dass man beim Abschluss einer Lehre oder eines Studiums frisch gebacken sei.


Die Ohrfeige, veraltet auch der Backenstreich oder Backpfeife genannt, ist ein von der Seite geführter Schlag mit der flachen Hand in das Gesicht (bzw. auf die Wange) einer Person. Bis ins 20. Jahrhundert wurde die Ohrfeige neben anderen Formen der Körperstrafe als probates Erziehungsmittel betrachtet. In Deutschland ist die körperliche Bestrafung gegenüber Kindern und Jugendlichen seit Erlass des Gesetzes zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung im Jahr 2000 verboten und strafbar. Eine weitverbreitete Sicht besagt, dass eine Ohrfeige immer, so leicht sie auch geführt sein mag, der betroffenen Person schadet. Ohrfeigen können insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mitunter zu schweren körperlichen und geistigen Dauerschäden führen und eine psychische Traumatisierung zur Folge haben.


Als Badeanstalt bezeichnet man historisch (althochdeutsch bat, warm baden) eine Einrichtung, in der etwa aus hygienischen oder gesundheitlichen Gründen Bäder genommen werden können.
Heute versteht man darunter – insbesondere rechtlich – eher institutionalisierte und bauliche, öffentliche wie geschlossene Institutionen zum Baden als medizinische oder Freizeiteinrichtung (Badebetriebe, wie Schwimmbad, Freibad, Naturbad, Kurbad, im weiteren Sinne auch Saunen und Ähnliches).


Ein Badeofen ist ein druckloser Verdrängungsboiler zum Aufheizen von Bade- oder Duschwasser. Drucklose Badeöfen waren in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg beliebt, da mit ihnen sehr einfach Bäder in Altbauten eingerichtet (nachgerüstet) werden konnten. Zudem ließen sich alle Festbrennstoffe verfeuern, die aufgetrieben werden konnten und der Betrieb war auch dort möglich, wo keine Gasleitung oder ein ausreichend leistungsfähiger Stromanschluss vorhanden war. Als Erfinder des Badeofens gilt der Kupferschläger und Pumpenmacher Johann Vaillant.


Sand, Dreck und Wasser ergeben Baggermatsch und Eierpampe. Wie gern haben wir als Kinder im Baggermatsch gespielt. Bernd Herzog, 2014


Unter dem Namen Bakelit wurde der erste vollsynthetische, industriell produzierte Kunststoff hergestellt und vermarktet, der 1905 von dem belgischen Chemiker Leo Hendrik Baekeland entwickelt und nach ihm benannt wurde. Der duroplastische Kunststoff ist ein Phenoplast auf der Basis von Phenol und Formaldehyd. Formteile aus diesem Kunststoff werden durch Formpressen und Aushärten eines Phenolharz-Füllstoff-Gemisches in einer beheizten Form hergestellt. Später wurden als Bakelite auch andere Kunststoffe, etwa Varianten von Phenoplasten, Aminoplaste, Epoxidharze und Polyesterharze vermarktet.


Die Balata ist ein natürlicher, harter, hornartiger, in der Wärme plastischer, gummiartiger Stoff. Man gewinnt den guttaperchaartigen Stoff indem man den Milchsaft des südamerikanischen Balatabaumes eintrocknet. Im Gegensatz zum Naturkautschuk hat sie einen hohen Harzgehalt von ca. 40 % und sie enthält etwa 45 % Gummi. Das Harz wird für verschiedene Anwendungen auch teilweise oder ganz entfernt. Sie ist wie der Kautschuk ebenfalls vulkanisierbar.


Balatum war ein Fußbodenbelag, der seit 1928 als preisgünstige Konkurrenz zum Linoleum hergestellt wurde. Balatum besteht aus einer in Kautschuk getränkten Wollfilzpappe. Zur Aufbringung der Musterung wurde Balatum mit einer Spezialölfarbe bedruckt. Balatum wurde in Neuss bis 1967 produziert und dann von den haltbareren und preiswerteren PVC-Belägen vom Markt gedrängt.


Balje
Waschzuber, Balje aus Zinkblech (1950er Jahre)
Eine Balje oder Balge bezeichnet ursprünglich einen großen runden Holz-Zuber, der entweder auf drei Beinen oder auf einem Waschbock stand. Später wurde die Balje aus verzinktem Blech gefertigt und erhielt eine ovale Form. Sie war unverzichtbar beim Wäschewaschen, oder um die Kinder abzuseifen.


Bananenstecker
Bananenstecker
Ein Bananenstecker, auch 4-mm-Federstecker, ist ein primär für Elektrolabore konzipierter Steckverbinder für Niederspannung bei geringem bis mittlerem elektrischem Strom (meist bis 16 Ampere).


Das Banner ist in Vexillologie (Fahnenkunde) und Heraldik (Wappenkunde) eine spezielle Form der Flagge mit einem Hoheitszeichen oder Wappen, die das Herrschaftsgebiet eines Adligen bzw. die Zugehörigkeit zu dessen Gefolge kennzeichnete.
Banner früher auch Panner, oder seit dem mittelhochdeutschen Banier oder Panier (panˈiːɐ) kommt von französisch bannière ‚Heeresfahne‘ aus mittellateinisch baneria‚ Ort, wo die Fahne aufgestellt wird‘, ‚Feldzeichen‘. Dessen Wurzeln liegen ähnlich wie Bande in gotisch bandva Zeichen und lateinisch pannus, deutsch ‚Stoffbahn'; bzw. pandere ‚entfalten‘. Eng verwandt ist auch der Begriff Heerbann. Neben der Fahne bezeichnet es auch das Fähnlein, das Kontingent. Im übertragenen Sinne findet sich Panier (mit französisch banir ‚ankündigen, ausrufen‘) später auch für eine Parole, das Kriegsgeschrei.
Die Redewendung das Hasenpanier ergreifen, bedeutet so viel wie das Banner des feigen Hasen ergreifen, also dessen Schwanz zeigen und damit die Flucht ergreifen.


Als Bandsalat bezeichnet man umgangssprachlich ein in der Mechanik eines Abspielgerätes, beispielsweise im Kassetten- oder Videorekorder, verwickeltes Magnetband. Bei Kompaktkassetten kann das Band auch in der Kassette selbst beschädigt werden, etwa durch zu schnell wechselndes Vor- und Rückspulen, ungleichmäßigen Bandlauf oder zu lockeres beziehungsweise zu festes Aufwickeln. Nicht mehr glatte Magnetbänder erhöhen den Umfang eines Wickels und begünstigen Bandsalat.


Veraltete und herabsetzende Bezeichnungen für uneheliche Kinder sind Bastard und Bankert, auch Bankart, (eigentlich das auf der Schlafbank der Magd, nicht im Ehebett des Hausherrn gezeugte Kind). woraus sich Schimpfwörter entwickelten.
Die Bezeichnung Kegel ist in der Redewendung mit Kind und Kegel erhalten geblieben, die eigentlich mit ehelichem und unehelichem Kind bedeutet, wobei mit Kegel auch Kinder aus früheren Ehen eines gegenwärtigen Ehepartners bezeichnet wurden, die durchaus ehelich sein konnten.


Baracke
Baracke als Notunterkunft in der Nachkriegszeit
Eine Baracke (aus frz. baraque (Feldhütte, leichtes, meist eingeschossiges Behelfshaus) und it. baracca, beide aus span. barraca) ist eine behelfsmäßige Unterkunft, als einstöckiger, nicht unterkellerter leichter Bau, besonders aus Holz. Das Wort bezeichnete zunächst eine Soldatenunterkunft. Es kann sich auch um ein provisorisches Gebäude zur vorübergehenden massenhaften Unterbringung von Personen, wie Soldaten, Arbeitern, Heimatvertriebene, Flüchtlingen, Ausgebombten, Kriegsgefangenen, Internierten oder Zwangsarbeitern handeln.


Barbier (wie italienisch barbiere und französisch barbier von spätlat. barbarius, Bartscherer, von lat. barba, Bart) ist ein Handwerksberuf. Im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit wurden im Bereich der Körperpflege, Wundheilung und Krankenpflege tätige Personen wie Bartscherer, Badeknechte und Krankenpfleger als Barbiere oder Balbierer bezeichnet. Wie der Bader pflegte der Barbier vorwiegend die Behaarung von Männern. Ihm oblagen auch Zahnextraktionen, Aderlässe und Klistiere. Der Beruf des heutigen Frisörs (alte Rechtschreibung Friseur) entwickelte sich im deutschsprachigen Raum bzw. im Großteil West- und Mitteleuropas aus den mittelalterlichen Berufen des Baders und des Barbiers.


Der Ausdruck Barras bezeichnet in der Soldatensprache seit etwa 1870 die Armee, das Militär, in Deutschland seltener die Bundeswehr, da Barras vor allem als Synonym für die Wehrmacht stand. Im Ausdruck zum Barras müssen = zum Wehrdienst eingezogen werden steht Barras spezifisch für die Wehrpflicht.


Cousine oder Base ist die Tochter einer Tante oder eines Onkels; Tochter des Bruders oder der Schwester eines Elternteils (laut Duden auch Kusine; süddeutsch und sonst veraltet: Base).


Eine Baskenmütze (in skandinavischen Ländern und den Niederlanden auch Alpenmütze oder Alpino genannt) ist eine aus Wolle oder Filz (heute auch aus Baumwolle) hergestellte Kopfbekleidung, die mit dem Barett verwandt ist und nicht aus dem Baskenland, sondern aus der Nachbarregion, dem Béarn, stammt. Im Gegensatz zum Barett ist die Baskenmütze eine zivile Kopfbekleidung, auch wenn die autonomen Polizeibeamten des Baskenlandes (Ertzaintza) und von Navarra (Policía Foral) rote Baskenmützen tragen. In der Mitte trägt sie oft einen kurzen Stummel, ein Rest früherer langer Bommel.


Eine Münze, die ab dem 15. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Bern geprägt wurde. Namensgeber war das Wappentier des Kantons, der Bär bzw. Bätz. Einige süddeutsche Staaten folgten dem Beispiel Berns, im 16. Jhdt. auch die Herrschaft Breisig. Der Wert differierte im Lauf der Zeit und je nach Prägungsort. Im frühen 18. Jahrhundert stand der ganze Batzen bei 5 Kreuzern (1/12 Reichsgulden) der reguläre Batzen bei 4 Kreuzern, der Basler und Zürcher Batzen war bei 1/18 Gulden angelangt, der St. Galler Batzen bei 1/17 Gulden. Im 16. Jahrhundert zählte in der Herrschaft Breisig 1 Floren 13-18 Batzen, 1 Batzen 3 Stüber.


Baubau
Abraham Bach: Der Kindleinfresser (Baubau), Flugblatt (2. Hälfte des 17. Jahrhunderts), via Wikimedia Commons (Gemeinfrei)
Baubau oder Butzemann nannte man in Ostpreußen den Kinderschreck, den Kinderfresser, der auf der Lucht wohnte. Lesen Sie die Geschicht von Hilde Heimerl: Das Altenteil


Bauchladen
Bauchladenverkäuferin in Stockholm 1930
Ein Bauchladen ist ein Brett, ein Kasten oder eine andere Konstruktion, die vor dem Körper an einem Gurt getragen wird, um darauf oder darin Waren anzubieten. Sie kann auch verschiedene Fächer und Schubladen enthalten, in denen Waren und Geld gelagert werden können. Der Name entspricht dabei der ursprünglichen Bedeutung des Wortes Laden, dabei handelt es sich um ein Brett oder einen mobilen Tisch, auf dem zum Beispiel Kurzwaren von Hausierern feilgeboten wurden.


Der Bausoldat war ein Angehöriger der so genannten Baueinheiten der Nationalen Volksarmee. Wer in der DDR den Dienst an der Waffe aus religiösen Gründen verweigern wollte, konnte sich als Bausoldat verpflichten.


Bund deutscher Mädel
HJ- und BDM-Vereidigung 1935 (Foto: Bundesarchiv Bild 137-040965)
Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war in der Zeit des Nationalsozialismus der weibliche Zweig der Hitlerjugend (HJ). Darin waren im Sinne der totalitären Ziele des NS-Regimes die Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren organisiert. Außerdem gab es in der Hitlerjugend den Jungmädelbund (JM) für 10- bis 14-jährige Mädchen. Aufgrund der ab 1936 gesetzlich geregelten Pflichtmitgliedschaft aller weiblichen Jugendlichen, sofern sie nicht aus rassischen Gründen ausgeschlossen waren, bildete der BDM die damals zahlenmäßig größte weibliche Jugendorganisation der Welt mit 4,5 Millionen Mitgliedern im Jahr 1944.
Schon 1923 entstanden innerhalb der NSDAP die ersten Mädchenschaften, auch als Schwesternschaften der Hitler-Jugend bezeichnet. Diese Gruppen hatten aber noch wenige Mitglieder und wurden erst im Juni 1930 zum Bund Deutscher Mädel zusammengeschlossen. Die bis 1931 auf 1711 Mitglieder angewachsene Organisation wurde im selben Jahr unter Bundesführerin Elisabeth Greiff-Walden in die Hitlerjugend eingegliedert. Die ersten Gründungen von Ortsgruppen des BDM, des Nationalsozialistischen Schülerinnenbundes (NSS) und der Jungmädchengruppen der NS-Frauenschaft fallen in die Jahre 1930/1931. Die Ortsgruppe Berlin wurde im Februar 1930 gegründet, eine BDM-Gruppe in Danzig im Juli 1931. Zunächst noch verboten war die im Dezember 1930 gebildete Ortsgruppe Achern des badischen NSS.
Der am 17. Juni 1933 zum Reichsjugendführer ernannte Baldur von Schirach erließ sogleich Verordnungen, die die bis dahin bestehenden, konkurrierenden Jugendverbände auflösten oder verboten. Durch die Zwangseingliederung dieser Jugendgruppen – soweit sie sich nicht selbst auflösten, um sich dem Zugriff der Nationalsozialisten zu entziehen – erfuhren HJ und BDM einen großen Mitgliederzuwachs. Noch nicht gleichgeschaltete Jugendgruppen (aufgrund des Reichskonkordates betraf das ausschließlich die katholische Jugendarbeit) waren oft Schikanen mit dem Ziel der erzwungenen Eingliederung in die nationalsozialistischen Jugendverbände ausgesetzt. Mit dem Gesetz über die Hitlerjugend vom 1. Dezember 1936 wurden alle Jugendlichen des Deutschen Reichs zur Mitgliedschaft in HJ oder BDM zwangsverpflichtet.
Bereits 1934 stand in dem offiziellen Publikationsorgan Mädel im Dienst zu lesen, dass die 10- bis 14-jährigen Jungmädel sich in Handarbeit und Kochen auskennen und für die Wärme des heimatlichen Herdes sorgen müssten. Auch sollten sie es verstehen, ein Heim behaglich einzurichten. Im Zentrum der BDM-Erziehung stand nach Klönne die Synthese von körperlicher und hauswirtschaftlicher Ertüchtigung in Verbindung mit der Aufgabe, den Zucht- und Auslesegedanken der gesamten weiblichen Jugend zu Bewusstsein zu bringen. Der Typ der deutschen Frau tritt ergänzend neben den Typ des deutschen Mannes, ihre Vereinigung bedeutet die rassische Wiedergeburt unseres Volkes. Im Hinblick auf die für die Erhaltung der Volksgemeinschaft zu erfüllenden eugenischen Aufgaben erklärte man die Mädchen zum Rassegewissen der Nation. Die echte deutsche Maid habe Hüterin der Reinheit des Blutes und des Volkes zu sein und Helden aus den Söhnen des Volkes zu erziehen.Siehe Wikipedia.org


Eine Bedürfnisanstalt, auch Öffentliches WC oder WC-Anlage genannt, ist eine allgemein zugängliche größere Toilettenanlage im öffentlichen Raum zum Verrichten der Notdurft oder zum Urinieren. Meist befindet sie sich an größeren zentralen Plätzen, in Parkanlagen, auf Bahnhöfen und Raststätten.


Beelzebub (auch Belzebub, Beelzebul, Beelzebock oder Belsebub) ist in der Mythologie ein Dämon oder eine lokale Gottheit der Philister. Im übertragenen Sinne wird Beelzebub auch als andere Bezeichnung für den Teufel gebraucht.


In Ostpreußen hießen sie Beetenbartsch, die roten Rüben, oder rote Beete. Ein Gericht mit diesem späten Gemüse heißt Borschtsch oder Rote-Rüben-Suppe:
Die Beeten mit einer Bürste gründlich sauber putzen und waschen, in Wasser weichkochen, schälen und reiben. - Rindfleisch und Knochen in kaltem Wasser aufsetzen und mit kleingeschnittenem Suppengemüse, einer ganzen Zwiebel, Gewürz, Bouillonwürfeln und Salz zu einer kräftigen Brühe kochen. Gares Fleisch und Knochen herausnehmen, Brühe durch ein Sieb gießen. Das Beetenmus in die Suppe geben und mit geriebenem Majoran durchkochen, danach mit Mehl und saurer Sahne anbinden, mit Zitrone oder Weinessig (Essig hält besser die Farbe) und einer Prise Zucker abschmecken. - Salzkartoffeln können in der Suppe mitgekocht werden, feiner ist es, wenn man sie extra serviert und jeder sie sich selbst in die Beetensuppe legt. Das kleingewürfelte Fleisch in die Suppenteller geben.


Bauplan
Bauplan eines Behelfsheims für Ausgebombte
Durch das Deutsche Wohnungshilfswerk (DWH) unter der Leitung des Reichswohungskommissars (RWK) sollte zur Zeit des Nationalsozialismus und darüber hinaus behelfsmäßiger Wohnraum für Millionen von ausgebombten Deutschen errichtet werden.

Das Hilfswerk wurde auf Erlass von Adolf Hitler am 9. September 1943 eingerichtet, um auf verschiedene Art Wohnraum für ausgebombte deutsche Volksgenossen zu schaffen. Gegen den Widerstand großer Teile der nationalsozialistischen Führungsriege erhielt Robert Ley, der gleichzeitig Reichsorganisationsleiter der NSDAP, Leiter der Deutschen Arbeitsfront und Reichswohnungskommissar war, den Auftrag, das DWH einzurichten, eine Organisationsstruktur zu schaffen und über weitere Erlasse die rechtlichen Grundlagen zu schaffen. Im DWH wurden bereits bestehende Maßnahmen zur Unterbringung Luftkriegsgeschädigter gebündelt und weiterentwickelt.

Fortgeführt wurden Unterstützungen zum Ausbau von Dachgeschossen und bestehenden Gartenlauben in Behelfswohnungen, die Sicherung bombengeschädigter Häuser durch den Aufsatz von Notdächern, sowie die Errichtung von Behelfsunterkünften für Bombengeschädigte, einem zweigeschossigen normierten Barackenbau für 16 Familien nach einer Entwicklung von Ernst Neufert. Dessen Errichtung erwies sich Ende 1943 als zu material- und arbeitsintensiv, so dass die BfB-Aktion Anfang 1944 mit weniger als 3.000 erstellten Gebäuden eingestellt wurde.

Baukarte
Baukarte zur Erichtung eines Behelfsheims für Ausgebombte

Organisatorisch griff Ley für das DWH größtenteils auf bestehende Verwaltungsstrukturen zurück; im gesamten Reichsgebiet waren die Gauleiter in ihrer Funktion als Gauwohnungskommissare für die Umsetzung verantwortlich. Diese delegierten die Umsetzung an die örtlichen Bürgermeister. Die Grundstücke für die Errichtung der Behelfsheime sollten kostenlos zur Verfügung gestellt werden, während die Kosten für die Errichtung vom Deutschen Reich übernommen wurden. Hierfür erhielt der Bauherr vom Bürgermeister eine Baukarte, die die Rückzahlung von insgesamt 1.700 Reichsmark nach Fertigstellung garantierte. Waren keine eigenen Baustoffe (z. B. aus der Trümmerverwertung) vorhanden, so konnten über eine zur Baukarte gehörende Teillieferungskarte – wenn vorhanden – Kontingente an Baustoffen bezogen werden. Dieses Mittel zeigte sich im fortschreitenden Kriegsverlauf als wenig effektiv, da die noch vorhandenen hochwertigen Baustoffe in erster Linie für Rüstungszwecke eingesetzt wurden.

Behelfsheime entstanden auf drei verschiedene Wege:

  • In Eigenleistung durch den zukünftigen Bewohner; der Bauherr erhielt von der Gemeinde eine Behelfsheimfibel zur Baukarte, die eine Bauanleitung darstellte.
  • Als Gemeinschaftsaufgabe von Angestellten eines Arbeitgebers, nach Anleitung von nicht kriegsdiensttauglichen Baufachleuten.
  • Als größeres Siedlungsprojekt im Auftrag eines Unternehmens oder einer Kommune, umgesetzt durch die Bauhilfe der Deutschen Arbeitsfront GmbH unter Einsatz von Ostarbeitern (sprich Zwangsarbeitern). Hier kamen häufig industriell vorgefertigte Behelfsheimtypen, sogenannte Lay-Häuser, zum Einsatz, welche im Montagebau errichtet wurden.


(Flachgewebe) Beiderwand (auch Halbwollenlama) ist ein schweres Mischgewebe in Leinwand- oder auch Köperbindung.
Beiderwand war insbesondere im 19. Jahrhundert ein verbreitetes Material für bäuerliche Trachten. Vor allem in Hessen und im Odenwald wurde es für Faltenröcke, Kniehosen und Mäntel verwendet, war aber auch in Nord- und Süddeutschland verbreitet. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Rohmaterialien für Stoffe noch weitgehend von der ländlichen Bevölkerung selbst versponnen und gewebt wurden, wurde Beiderwand aus Kettfäden von Leinen (Flachs) mit wollenen Schussfäden hergestellt. Im Laufe der Zeit wurde das Leinen weitgehend durch importierte Baumwolle ersetzt. Beiderwand wird nicht gewalkt, oft nicht einmal gewaschen, sondern nur (ohne vorgängiges Rauen) glatt geschoren.


Beiern bezeichnet das manuelle Anschlagen von Kirchenglocken in örtlich überlieferten, festgelegten Rhythmen. Dies steht im Gegensatz zum herkömmlichen Läuten der Glocke durch Schwingen. Die Melodien, die mit der Anzahl der vorhandenen Glocken variieren, werden mit Hilfe der Klöppel erzeugt. Dabei werden die Klöppel über Seilzüge per Hand oder Fuß gegen den Schlagring, der dicksten Stelle der Glocke, geschlagen. Auch andere Schlaghilfen wie Holzhämmer können dabei zum Einsatz kommen. Das Beiern ist ein jahrhundertealter, besonders im Nordwesten Europas weit verbreiteter Brauch. In Deutschland wird die Tradition des Beierns vor allem im Rheinland gepflegt. Auch dort, wo der Brauch im Laufe der Jahre eingeschlafen ist, wird er in den letzten Jahren wiederentdeckt. Kulturgeschichtlich ist das Beiern als Vorläufer des besonders im 17. Jahrhundert in den Niederlanden hochentwickelten Glockenspiels (Beiaard) anzusehen.


Beitel sind Werkzeuge zur spanenden Holzbearbeitung. Allgemein unterscheidet man im Handwerk gröbere Stemmeisen und feinere Stecheisen, wenn auch die Formen sich ähneln und die Normen anders definieren.


belfern Vb. 'keifen, schimpfen'. Das seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. (bei Luther) nachweisbare schallnachahmende Verb bedeutet zunächst 'kläffend bellen' (vom Hund), wird aber gleichzeitig (auch in der Zusammensetzung widerbelfern) und verstärkt vom 18. Jh. an für das wütende Schimpfen von Menschen gebraucht. Der Form nach ist es eine expressive Bildung zu ↗bellen (s. d.) mit Konsonantenverschärfung, möglicherweise in Analogie zu dem Wortpaar ↗gellen (s. d.) und gelfe(r)n entstanden, wobei das Suffix -ern wohl auf die stetige Wiederholung des Vorgangs verweist (Varianten sind z. B. belfen, 18. Jh., und belfzen, 16. Jh.). Das -f- als konsonantische Erweiterung in belfern könnte auch auf Kreuzung von bellen mit einem anderen Schallwort, etw. gleichbed. mhd. baffen, beruhen.
Beispiele:
Vor den drei unfertigen Klinkerhäusern wurden zwei Vierlings-Geschütze aufgestellt, die so laut belferten, dass man im Luftschutzkeller zusammenzuckte.
Nach einer 0:1-Niederlage gegen Aachen belferte er: »Die Schiedsrichter greifen immer mehr…«


Bezeichnung für eine Scheibe Brot (sächsischer Dialekt). Haste de Bemme eigepackt?
Unsere Leserin Frau Constanze Hoy hat uns noch folgende ausführliche Erklärung zugesandt: Bemme heißt einfach nur Brotscheibe. Weiterhin gibt es da noch die B-Bemme, auch das heißt nicht Butterbrot, sondern auf dem Herd gebratene Scheibe Brot. Ganz, ganz früher also noch bevor Deutschland geteilt war, gab es so alte Holzküchenöfen mit Eisenplatten zum Kochen (Küchenhexe), legte man da 'ne Bemme drauf, ist sie ge B t, d.h. so viel wie gebraten. Streicht man da dann Butter drauf, ist es eine B-Bemme mit Butter. Erklärung eingesandt von Frau Contanze Hoy aus Sachsen


Berliner Weißbier, häufig verkürzt auf Berliner Weiße, ist ein Sammelname für obergärige Weißbier-Varianten Berliner Art, die meistens aus Weizen- und Gerstenmalz hergestellt werden.


Als Berserker wird in mittelalterlichen skandinavischen Quellen ein im Rausch kämpfender Mensch bezeichnet, der keine Schmerzen oder Wunden mehr wahrnimmt. über diese Art von Kämpfern, die auf der Seite verschiedener germanischer Stämme kämpften, berichten auch römische Quellen in der Kaiserzeit. Sie werden dort aber nicht als Berserker bezeichnet, sondern tragen andere Bezeichnungen.


Rote Besinge; in der Mark Brandenburg der Trivialname der Erdbeere. Weitere deutschsprachige Trivialnamen: Aardbeeren, Aelberte, Albeere, Arbern, Baschierper, Büschierpern (Siebenbürgen), Ebbeere, Eberi, Ebern (Schweiz), Erbeern (Holstein), Eerbier (Mecklenburg), Elberken, Erbel (Schwaben, Darmst. a. Eifel), Erbeer (mittelhochdeutsch), Erber (Augsburg, mittelhochdeutsch), Erbere (mittelhochdeutsch), Erbern (mittelhochdeutsch), Erbir (mittelhochdeutsch), Erbirbaum (mittelhochdeutsch), Erdbeeri (Bern), Erdberenboem (bereits 1507 erwähnt), Erdbese (mittelniederdeutsch), Erdbiere (mittelhochdeutsch), Erdebeeren (Elsass), Erpber (mittelhochdeutsch), Erpeln (Waldeck), Erper (mittelhochdeutsch), Erpern (mittelhochdeutsch), Erperstaud (mittelhochdeutsch), Erpher (mittelhochdeutsch), Erpir (mittelhochdeutsch), Erpern, Errberkraut, Erthebere (mittelhochdeutsch), Grasbiel (Iglau), Haarbeere, Ihrbär (Mecklenburg), Knickbeeren (Erzgebirge), Lastbeere, Majuse (Hessen am Vogelsberg), Preschtling (nur sing., m.) (Württemberg), Roaper (Kärnten), Ropperen, Rotber (althochdeutsch) Rotbere (althochdeutsch), Rotpir (althochdeutsch) und Rothbeere (Österreich, Bayern, Tirol, Krain).
Schwarze Besinge sind Blau- bzw. Heidelbeeren. Andere Namen sind: Angelbeere, Äuglbeer, Balubeer, Bickbeere, Bibberken, Bickbäre, Blaubeere, Eiglbeer, Griffelbeere, Haarepier, Hällbeere, Haselbeeri, Heedelbeere, Heilebêre, Krackbeere, Krähenauge, Haselbeeri, Hasenbeere, Heedelbeere, Heubeere, Heuberi, Heibeer, Heiberi, Heidel, Heipperi, Hoabeer, Krähenaugen, Krainogen, Mehlbeere, Mollbeere, Mombeere, Moosbeere, Mostbeere, Pechbeere, Pickbier, Schnudderbeeri, Schwarzbeere, Schwarzäugelbeer, Schwarze Besinge, Sentbeere, Staudelbeere, Taubeere, Waldbeere, Waldheidelbeere, Walbite, Wehle, Wehlchen, Wabel(n), Wildbeere, Worbel(n), Wolber(en), Zeckbeere.

Siehe: Theodor Fontane, Cecile, Kapitel 17.Vorschlag eingesandt am 1. Nov. 2017 von Frau Nicolette Pfannkuche


Berufstätiger in der DDR, der wegen seiner hervorragenden Arbeitsergebnisse bei der sozialistischen Planerfüllung mit diesem Titel als betriebliche Auszeichnung bedacht wurde. Grundgedanke war der Solgan: Wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben! In allen volkseigenen Betrieben wurden die Fotografien der Bestarbeiter als Ansporn für die Belegschaft ausgehängt, diesen bei der Erfüllung der Planziele nachzueifern.


Bettmitte, Spalt zwischen den Matratzen, scherzhaft: dort konnte der Besuch schlafen.


Biedermaier
Der Sonntagsspaziergang von Carl Spitzweg aus dem Jahr 1841, ein typischer Vertreter der Biedermeier-Epoche
Als Biedermeier wird die Zeitspanne vom Ende des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerlichen Revolution 1848 in den Ländern des Deutschen Bundes bezeichnet. Mit dem Ausdruck Biedermeier ist in der politischen Geschichte der Begriff der Restauration verknüpft, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der napoleonischen Zeit und des Wiener Kongresses bezieht.
Der Begriff Biedermeier geht zurück auf die fiktive Figur des treuherzigen, aber spießbürgerlichen Gottlieb Biedermaier, die der Jurist und Schriftsteller Ludwig Eichrodt und der Arzt Adolf Kußmaul erfanden und unter dessen Namen in den Jahren ab 1855 in den Münchner Fliegenden Blättern diverse Gedichte veröffentlicht wurden, die teilweise Parodien auf die Poesie des realen Dorfschullehrers Samuel Friedrich Sauter waren.


Bienenstich ist ein traditioneller Blechkuchen aus Hefeteig mit einem Belag aus einer Fett-Zucker-Mandel-Masse, die beim Backen karamellisiert. Häufig wird er mit einer Vanille- oder Sahnecreme, aber auch Fettcreme gefüllt. Eine Variante ist der Bienenstich in Tortenform. Bienenstich gilt als ein Klassiker der deutschen Küche.


Ein Bierwärmer ist ein metallisches Objekt, mit dem man ein Bier nach Wunsch temperieren kann. Der Bierwärmer besteht aus einem Metall-Zylinder, der zumeist mit einem Deckel verschlossen ist. Am oberen Ende ist ein Haken angebracht, mit dem der Zylinder an den Glas- oder Krugrand gehängt werden kann.


übertrieben glaubenseifrig, frömmelnd, oder seine Frömmigkeit überzogen präsentierend: scheinheilig, heuchlerisch. Herkunft: im 18. Jahrhundert von gleichbedeutend französisch bigot entlehnt. Auch die Herkunft über das jiddische begotisch (fromm) gilt als nicht ausgeschlossen.


Bigotterie (französisch bigoterie) oder Scheinheiligkeit ist die Bezeichnung für ein frömmelndes, dabei anderen Auffassungen gegenüber intolerantes, gehässiges und scheinbar ganz der Religion oder einer religiösen Autorität (Person oder Instanz) gewidmetes Wesen oder Verhalten, wobei der tatsächliche Lebensstil nicht eigentlich religiös oder streng sittlich gehalten wird. Der Duden bezeichnet Bigotterie als Scheinheiligkeit und kleinliche, engherzige Frömmigkeit und übertriebene(n) Glaubenseifer. Das dazugehörige Adjektiv ist bigott.


Ein Billet ist eine Fahrkarte, Theaterkarte, oder Flugschein. Anglizismus: Ticket.


Bims oder Bimsstein ist ein poröses glasiges Vulkangestein, dessen Dichte aufgrund der zahlreichen Poren, die einen wesentlichen Teil des Volumens ausmachen, kleiner als die von Wasser ist, was bedeutet, dass Bims in Wasser schwimmt. Seine Farbe kann stark variieren: Bims aus basaltischer Lava mit großen Blasen ist nahezu schwarz, mit zunehmendem Luftgehalt und abnehmender Blasengröße wird die Farbe heller, so dass auch nahezu weißer Bims möglich ist (etwa im Norden von Lipari oder auch auf Stromboli), sowie sämtliche Zwischentöne (etwa Gelb-Grau). Eventuell die Porengrenzen durchdringend können (auch bunte) Einlagerungen wie vulkanisches Glas und Kristalle vorkommen. Handliche Bimssteine werden für die Fußpflege und zum Abschleifen überschüssiger Hornhaut angeboten.


Eine Bißgurn ist eine besonders unangenehme Frauensperson. Das Wort könnte auf Hochdeutsch beißende Gurke heißen. Eine freie Übersetzung wäre z.B. eine Frau, die Haare auf den Zähnen hat.


Am 1. Januar 1947 wurden die amerikanische und die britische Besatzungszone zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum unter dem Namen Bizone zusammengefasst. Die französische Zone wurde später angeschlossen.


Ein Blasebalg oder kurz Balg ist ein Gerät zur Erzeugung eines Luftstoßes oder Luftstroms. Die Bezeichnung Balg stammt von den Tierhäuten, die ursprünglich zu seiner Herstellung verwendet wurden.


100 DM-Schein
Einhundert D-Mark-Schein bis 2001 gülktiges Zahlungsmittel
100-D-Mark-Schein, gehört mit Einführung des Euro 2001 der Vergangenheit an.


Der Blaustift wurde auch Kopierstift genannt und war das übliche Schreibgerät für Amtspersonen, weil das Geschriebene nicht ausradiert werden konnte, heute wegen seiner Giftigkeit verboten. Es handelt sich um jenes Schreibgerät, das typischerweise vor und während der Benutzung an der Spitze angeleckt oder kurz in den Mund genommen wurde, was in Stummfilmen noch zu sehen ist. Die Farbkraft auf dem Papier erhöht sich dadurch deutlich. Bevor die Giftigkeit dieser Stifte allgemein bekannt wurde, war ein (meist violetter) Farbfleck an Lippe oder Zungenspitze von Prokuristen, Sekretärinnen, Krankenschwestern, Bibliothekaren usw. ein Zeichen von Schreibarbeit. Auch Verfärbungen an Fingerspitzen und -nägeln gehen auf diese Stifte zurück.


Blaustrumpf war gegen Ende des 18. und im 19. Jahrhundert ein Schimpf- und Spottname für Frauen, die nach Emanzipation strebten, damit dem zeitgenössischen Frauenbild widersprachen und als unweiblich galten. Intellektuell gebildete Frauen wurden als Blaustrümpfe karikiert. Der Begriff geht auf die britische Blaustrumpfgesellschaft zurück, galt zunächst für beide Geschlechter und hatte keine abwertende Bedeutung.


Als Blechkuchen werden Kuchen zusammengefasst, die üblicherweise ohne Backform direkt auf einem Backblech gebacken werden. Es handelt sich durchweg um Schnittkuchen, deren Grundlage Sandmasse, Hefe- oder Mürbeteig, in Ausnahmefällen Blätterteig ist, worauf gewöhnlich eine Auflage aufgebracht wird, z. B. Streuselkuchen. Allgemein werden Blechkuchen nach dem Backen geschnitten.


aus dem franz. von blessure für Verwundung, Verletzung. Beispiel: sie haben einige Blessuren davongetragen.


Ein Bleuel (auch Wäschebleuel) ist ein Schlagholz (auch Schlägel) und wurde bis zur Erfindung der Waschmaschine zum Wäschewaschen verwendet.


Eine Blockade ist ein strategisches Mittel in der Kriegsführung. Bei einer Blockade wird versucht, die Versorgung des Gegners mit Gütern aller Art (vor allem Waffen und Lebensmittel) zu unterbinden, um den Gegner so zu schwächen, dass er zur Kapitulation gezwungen ist oder seine Stellung mit militärischen Mitteln eingenommen werden kann. Zum Beispiel die Abriegelung Berlins durch die Sowjets 1948/49.


Ein Blockbuster (engl. etwa: Häuserblockzerstörer) war eine gefürchtete Fliegerbombe, eine sogenannte Luftmine im Zweiten Weltkriegs. Die Luftminen waren etwa so groß wie eine Litfaßsäule und erzeugten bei ihrer Explosion eine gewaltige Druckwelle, die ganze Hausdächer entdecken konnte um die Häuser anschließend mit Brandbomben zerstören zu können. Menschen, die sich in der Nähe des Explosionsherdes befanden, starben sofort an einem Lungenriss.

Das Wort ist wegen der lautmalerischen Bedeutung des Wortes später auch verwandt worden für erfolgreiche Kinoproduktionen, eine Fernsehsendung mit sehr vielen Zuschauern. In den 1960er Jahren sagte man noch Straßenkehrer, später wurde der Anglizismus Blockbuster dafür benutzt.

Siehe auch: Luftmine


Blott, m. u. f., Straßenkot, vom Regen aufgeweichtes Erdreich, Schlamm. Polnisch: błoto, lit. blota, böhm. bláto, russisch bolòto Kot, Straßenkot, Dreck, Unflat. Alles êne Blott. Masurisches Sprichwort: Du bist so grob, als wenn man mit dem Stock in den Blott hauen würde.


Sehr dünn geratener Bohnenkaffee oder Ersatzkaffee, bei dem man noch das am Grund der Kaffeetasse bis heute verwendete Dekor Gestreute Blümchen der Meißener Porzellanmanufaktur gut erkennen konnte (auch: Blärre, Blärpe, Plörre oder Lorke).
Der Ausdruck wurde in der bürgerlichen Gesellschaft abwertend als Zeichen von Geiz gebraucht, da ein Missverhältnis zwischen dem besonders teuren Porzellan (im Besitz des Gastgebers) und dem sparsam verwendeten Kaffeepulver (für den Gast) deutlich wurde.


Blümerant = schwummerig, leicht schwindelig, ausgelöst durch höheren Adrenalinpegel bei Aufregung. Gerne angewandt bei kritischen oder peinlichen Situationen Da wurd mir aber blümerant!, aber auch schon gehört bei schlecht gelüfteten Räumen, mach mal Fenster auf, sonst wirds mir blümerant. Das Wort soll aus dem französischen, von bleu mourant (blassblau; sterbend blau) stammen. Begriff wurde eingesandt von Frau Alexander Hartwig, Hilden


Bocksbeutel
Bocksbeutelflasche für Weißwein Quelle: Wikipedia.de/Wikimedia Commons
Ein Bocksbeutel ist eine Flasche in angenäherter Form eines flach gedrückten Ellipsoids für Weine aus dem Anbaugebiet Franken. Der Inhalt beträgt normalerweise 0,75 Liter (drei fränkische Schoppen á 0,25 Liter).

Die Flaschenform als solche ist schon viel länger in Gebrauch. Sie leitet sich wohl aus Feldflaschen ab, die aus praktischen Gründen platt gedrückt waren: zum einen wegen des leichteren Transports im Gepäck oder am Körper, zum anderen, weil die Flasche in unebenem Gelände nicht wegrollen kann. Die Form wird auch in anderen Weinregionen von je her verwendet, beispielsweise in Portugal.

Der Bocksbeutel (niederdeutsch Booksbüdel für Bücherbeutel) war ein seit der Vorreformationszeit gebrauchter beutelartiger Überzug von Gebet- und Gesangbüchern (siehe Beutelbuch). Üblicherweise trugen Ratsherren ein solches Büchlein bei sich, wenn sie in den Rat gingen. Nachdem dies aus der Mode gekommen war, manche aber noch daran festhielten, bezeichnete man die altväterliche Denkart und das Beharren auf einem überwundenen Standpunkt als Bocksbeutelei. Andere Quellen, beispielsweise das Wörterbuch Kaspar von Stielers um 1690, nennen als Wortherkunft die naheliegende Deutung Hodensack eines Ziegenbocks. Für diese Deutung spricht, dass es Bokesbudel schon im früheren Mittelalter gab, als man noch gar keine Gesangbücher hatte. Das Deutsche Wörterbuch nennt die Redensart jemandem einen Bocksbeutel anhängen, um ihn lächerlich zu machen.


Bonanzarad
Bonanzarad der 1970er Jahre
Bonanzarad ist eine in Deutschland übliche Bezeichnung für eine Gattung von Fahrrädern. Ausgehend von der amerikanischen Westküste wurden diese für Kinder gedachten Räder ab den 1960er Jahren zunächst in den USA und ab den 1970er Jahren auch in Europa populär. Bonanza war ursprünglich ein Markenname, wurde aber auf Fahrräder ähnlichen Typs übertragen. Herstellerbezeichnungen wie "High-Riser" und "Polorad" setzten sich in Deutschland nicht durch, dafür jedoch in Österreich, wo der Begriff Bonanzarad praktisch unbekannt ist. Dort hieß dieser Fahrradtyp durchgehend "High Riser". Technische Mängel begleiteten zahlreiche Bonanzaräder und die Produktion fand ein Ende, als die BMX-Welle mit robusteren Fahrrädern aufwarten konnte.


Veraltetes Wort für Kindermädchen. Als Bonne (franz., »die Gute«) wurde ein Kindermädchen im deutschsprachigen Raum bezeichnet, das Französisch sprechen konnte und so gleichzeitig als Fremdsprachenlehrerin diente.


Ein Bonmot (frz. bon gut und mot Wort, also gutes Wort) ist ein witziger Einfall, ein geistreiches Witzwort, eine treffende Bemerkung oder ein situationsbezogen gelungener Ausspruch, bzw. die schlagfertige, geistreiche Bemerkung im Gespräch.
Zum Beispiel: Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt schwimmt. (Warren Buffett)


Umgangssprachlich Mach nicht so einen Bohai – ursprünglich aus dem Westmitteldeutschen und Rheinischen, vielleicht gebildet aus den Ausrufen bu(h) und hei oder aus dem Niederländischen (vgl. älter niederländisch boeha [heute: poeha]= Lärm, Tumult; Aufheben)
Der für Lärm umgangssprachlich häufig verwendete Begriff Radau ist bereits für das 19. Jahrhundert in Berlin belegt; er entstammte der Studentensprache, wo er eine durch Endbetonung an fremdsprachige Wörter angeglichene, lautnachahmende Bildung darstellte. Von Berlin aus breitete er sich in andere Sprachregionen aus. Synonym dazu wird – wahrscheinlich ausgehend vom rotwelschen Begriff palhe (Lärm), vom Ruhrgebiet bzw. Rheinland übergreifend auf andere Regionen – auch der Begriff Bohei oder auch Bahei (ursprünglich Buhei) im Sinne von viel Lärm um nichts oder auch viel Tamtam um etwas machen bzw. (großes) Trara machen verwendet.Quelle: Wikipedia.org


Bohnerwachs (auch Bodenwachs oder Bodenwichse) ist ein Wachs, das zu den sogenannten polierten Wachsen gerechnet wird. Bohnerwachs gibt es in fester und flüssiger Form, es verleiht Fußböden ein glänzendes Aussehen. Es wird mit einem Tuch aufgetragen und anschließend mit einem speziellen Bohnerbesen blank poliert. In Verbindung mit Holzspänen entsteht Kehricht, der zur Staubbindung als Hilfsmittel zum Fegen eingesetzt wird.


Bollerwagen
Flüchtlinge 1945 mit Handwagen (Quelle: akg-images)
Ein Bollerwagen ist ein kleiner, vierrädriger Handwagen mit einer Deichsel zum Transport von Lasten. Er wird als Transportmittel oder von Kindern zum Spielen benutzt.

Der Bollerwagen ist auf vielen Fotos aus der Zeit von Flucht und Vertreibung zu sehen, beladen mit allem, was die Menschen noch besaßen. Oft saßen noch Kinder oder die Alten darauf. In der nachfolgenden Zeit des Schwarzhandels und der lebensnotwendigen Hamsterfahrten war der Bollerwagen ein wichtiges Transportmittel.

Die scherzhafte Bezeichnung stammt wohl von dem "bollernden", polternden Geräusch, das die früher mit Eisen bereiften Holzräder auf dem Kopfsteinpflaster machten. In einigen Gegenden Hollands ist der Bollerwagen auch als Bolderkar bekannt, was wohl so viel wie "polternde Karre" bedeutet.


Das Bourdalou ist ein Gefäß, das den Damen der Gesellschaft im 18. und 19. Jahrhundert zur Blasenentleerung diente. Im Prinzip handelt es sich um einen Nachttopf für unterwegs.


Melone
Ein Versuch, mit Olga Petrova auch die Damen anzusprechen (1915)
Eine Melone ist ein steifer, abgerundeter Hut, der 1849 erstmals in Southwark/London von den Hutmachern Thomas und William Bowler gefertigt wurde und im englischsprachigen Raum nach seinen Erfindern meistens Bowler heißt. Mitunter wird er dort auch als Coke (Aussprache: ['kuk]) bezeichnet nach seinem ersten Träger. Im Deutschen wurde er auch Eiersieder, Hartmann, Glocke oder Koks (unter Wandergesellen) genannt. In den USA hieß er auch Derby nach Edward George Villiers Stanley, 17. Earl of Derby, der zum Pferderennen stets einen grauen Bowler trug. Die originale Melone ist aus schwarzem Filz gefertigt und hat eine steife Krempe. Ursprünglich wurde die Steifigkeit mit Hilfe von Schellack erzielt. Außerhalb Englands wird er nur noch sehr selten getragen, außer bei Pferderennen (vom Publikum) und von Dressurreitern. Stattdessen wird der Homburg bevorzugt.


Boxkamera
Boxkamera für Rollfilme
Als Boxkamera, oder Box-Camera bezeichnet man eine besonders einfache Kamera für Rollfilm. Diesen Kameratyp gab es von 1900 bis etwa 1970 zu kaufen, populär war er bis Mitte der 1950er Jahre. Das am häufigsten verkaufte Modell war die Agfa Box, meist im Negativformat 6×9 cm. Sie wurde zwischen 1930 und 1957 (bzw. 1965, wenn man die Clack dazuzählt) von Agfa Gevaert in verschiedenen Varianten produziert.


Ein Bönhase (auch: Böhnhase) war in Norddeutschland, vor allem in Hamburg, ein unzünftiger, also keiner Zunft angehöriger, Handwerker. Dialektal verschiedenlautlich standen die Wörter Bön, Böhn, Bon, Been, Beun, Bün, Bühn, Bühne für den (Dach)boden der Behausungen, in denen zu den Zünften nicht zugelassene, seltener ausgestoßene Handwerker zu Zeiten der Zünfte entgegen den Zunftstatuten oder städtischen Vorschriften, also meist illegal, ihren erlernten Tätigkeiten nachgingen. Standen die Häuser traufseitig zur Straße, so waren die Böden oft miteinander verbunden und die Bönhasen konnte über mehrere Dachböden hinweg vor Kontrollen, Visitationen und Verfolgungen flüchten. Das Wort "Hase" steht bildlich für die Flinkheit ihrer Flucht. Mit Bönhasen-Jagen bezeichnete man das Aufspüren und Verfolgen dieser "ungesetzlichen" Handwerker durch die städtische Obrigkeit und die Zünfte: sie wurden dann wie Hasen über die Bön, den Dachboden ihrer Behausungen, gejagt.


Eine Brache ist ein aus wirtschaftlichen, regenerativen oder anderen Gründen ungenutztes Grundstück (Acker oder Wiese). Auch jedes bebaute Grundstück, das sich einmal in menschlicher Nutzung befand, welches aber wieder aufgegeben wurde und möglicherweise Spuren hinterlassen hat, kann als brach liegend bezeichnet werden.
In einem dreijährigen Zyklus werden nacheinander Wintergetreide und Sommergetreide angebaut, danach herrscht ein Jahr Brache, in dem sich der Boden erholen konnte. Da die Wiederbearbeitung des brach liegenden Feldes meist wieder im Juni des Folgejahres geschah, war die alte deutsche Bezeichnung für diesen Monat Brachet oder Brachmond.


Der heutige Juni, hieß früher auch Rosenmonat, Brachmond, Brachet.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.


Als Brandbomben bezeichnet man Bomben, in der Regel schwer löschbare Brandmittel enthalten, welche mit sehr hohen Temperaturen an der Aufschlagstelle abbrennen. Bei den Brandbombenangriffen im zweiten Weltkrieg wurden zuerst schwere Sprengbomben und Luftminen abgeworfen, die durch ihre Druckwelle die Dächer der Häuser abdeckten und Fenster zerstörten und die Straßen für die Feuerwehr unpassierbar machen sollten. Kleine Brandbomben, die anschließend flächendeckend abgeworfen wurden, konnten ungehindert in diese Häuser einschlagen, Dachstühle in Brand setzen, Holzdecken durchschlagen und Flächenbrände und Feuerstürme auslösen.


Ostpreußischer Ausdruck für altes Gerümpel, sperrigen Abfall. (siehe Ostpreußisches Vokabularium)


Veralteter Ausdruck für Kummer, Sorge, Ärger. Das Wörterbuch der Gebrüder Grimm dazu: Brast, m. aerumna, cura, schwerer Kummer und Sorge, scheint bald aus dem Begrif des Mangels und Entbehrens, bald aus dem des Krachens und Seufzens, bald der Last und Menge hervorgegangen. Maaler und Henisch haben diese Bedeutung nicht, zuerst hat sie Stieler 237. durch Schwermut und Brast gestorben.


Die Verbreitung der Wilden Ehe beruht vermutlich auf den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges für aus der Not geborene Zweckbeziehungen, bei denen es einigen Männern vor allem um die regelmäßige Versorgung mit warmen Mahlzeiten ging und eine Heirat von vornherein nicht geplant war. Die Bezeichnung Bratkartoffelverhältnis für diese Form des Zusammenlebens wurde besonders zum Ende der 1940er Jahre verbreitet. Der Begriff bezeichnete nach dem Zweiten Weltkrieg Beziehungen zwischen heimkehrenden Soldaten und Witwen, die in wilder Ehe lebten, um den Verlust der Witwenrente zu vermeiden.


Brausepulver ist ein Pulver zur Herstellung von sprudelnder Instant-Limonade.


Brautpreis, Brautgeld oder Brautgabe bezeichnet einen Geldbetrag oder einen Besitz, der anlässlich einer Heirat vom Bräutigam oder seiner Familie an die Eltern der Braut übergeben wird, zumeist an ihren Vater. Die Bezeichnung als Brautgabe wird ethnosoziologisch bevorzugt, weil im Brautpreis die Bedeutung eine Frau kaufen und verkaufen mitschwingt, dies entspricht aber in vielen Kulturen nicht dem Verständnis dieses Brauchs. Im Unterschied zur Brautgabe geht eine Morgengabe vom Bräutigam an die Braut, teils zu ihrer zukünftigen Absicherung. Im Gegensatz dazu wird eine Mitgift von der Braut mit in die Ehe gebracht. In Deutschland ist die Erhebung eines Brautgeldes wegen der Freiheit der Eheschließung sittenwidrig, erlaubt ist nur ein symbolischer Betrag, um einem traditionellen Brauch nachzukommen.


Bregenwurst oder Brägenwurst (auch Kohlwurst) ist eine rohe oder leicht geräucherte Mettwurst aus magerem Schweinefleisch, Schweinebauch, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Sie ist eine Spezialität in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und wird meist zu Grünkohl gegessen, der regional und insbesondere in Braunschweig als Braunkohl bezeichnet wird. Die Bregenwurst wird dabei meist anstelle der vor allem in Nordwestdeutschland bei Grünkohlgerichten üblichen Pinkelwurst (Grünkohl und Pinkel bzw. Braunkohl und Pinkel) verwendet und man lässt sie wie diese eine Weile zusammen mit dem Kohl garen. Ihren Namen hat die Bregenwurst vom früher zugegebenen Schweinehirn: Plattdeutsch steht Bregen oder Brägen für Hirn; heute darf Hirn nicht mehr verarbeitet werden.


Eine Bredouille ([breˈdʊljə]) bezeichnet eine Verlegenheit, Schwierigkeit oder Bedrängnis (z. B. in der Bredouille stecken, jemanden in die Bredouille bringen). Das aus dem Französischen stammende Wort fand ab dem 18. Jahrhundert vermutlich über den Gebrauch im Tricktrackspiel Eingang in den deutschen Sprachraum.
Im Französischen wird das Wort bredouille heute allerdings meist als Adverb in der generellen Bedeutung mit leeren Händen oder unverrichteter Dinge benutzt. Eine häufige Wendung ist rentrer bredouille (p. ex. de la chasse), zu Deutsch: mit leeren Händen/erfolglos (z. B. von der Jagd) zurückkehren.


Die Brennschere oder auch Brennzange oder Perückeneisen ist ein Werkzeug zur Ondulation des menschlichen Haupthaares. Der französische Coiffeur Marcel Grateau entwickelte die Brennschere 1872.


Brettsegeln ist der DDR-Begriff für Surfen. Westliche Begriffe und Namen wurden von der DDR Staatsführung abgelehnt. Bürger der Deutschen Demokratischen Republik sollten Deutsch reden und nicht mit Anglizismen die Sprache verwässern. Außerdem wollte man sich vom Klassenfeind sprachlich absetzen und erfand neue Begriffe.


Brezel (Bretzel, Brätzel, Bratzel), altdeutsches Gebäck in Form eines Ringes, dessen Enden da, wo der Ring schließt, kreuzweise übereinander gebogen und an den entgegengesetzten Seiten des Ringes befestigt sind, besonders im Februar zur Fastenzeit (Fastenbrezel) in Lauge gesotten und dann gebacken, daher Laugenbrezel. Ein radförmiges Ringelgebäck (Kringel) buken die Römer am Feste des Summanus, und die Deutschen widmeten es vielleicht dem im März wiederkehrenden Radgott (Donar). Diese heidnischen Gebäcke (Heidenwecken, in Thüringen Hornaffen), zu denen auch das in Eberform gebackene Weihnachtsbrot (Julagalt) gehörte, wurden auf dem Konzil von Leptinä (743) den Christen verboten. Wahrscheinlich erhielt damals die B die Form zum Gebet verschlungener Arme statt der eines vierspeichigen Rades und davon den Namen (bracellum, Ärmchen).Quelle: Meyers Lexikon


Eine Britschka ist ein Typ von Pferdefuhrwerk. Es handelt sich dabei um ein langes, geräumiges Fuhrwerk mit vier Rädern, einem Faltverdeck über den Rücksitzen und Vordersitzen gegen die Fahrtrichtung. Der Wagen, der durch zwei Pferde gezogen wurde, hatte vorne einen Platz für den Kutscher. Die Britschka war so konstruiert, dass sie auf längeren Reisen als Nachtlager genutzt werden konnte. Ihre Größe prädestinierte sie für eine Nutzung als Wohnmobil des 19. Jahrhunderts. Sie konnte auch mit etlichem Zubehör für den Reisenden (Betten, Ankleidetische usw.) ausgestattet werden.


Bedeutungen: Militär: der kleinste Großverband der Landstreitkräfte, der grundsätzlich zur selbständigen Führung des Gefechts der verbundenen Waffen befähigt ist, aus mehreren Regimentern oder Bataillonen besteht und in der Regel einer Division unterstellt ist.
Gastronomie: die Gesamtheit des Küchenpersonals in einer Gaststätte (mindestens fünf selbstständig arbeitende Köche unter Leitung eines Küchenmeisters).
Russland u. DDR, Wirtschaft: kleinste Arbeitsgruppe in einem Industriebetrieb.
Brigade ist seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts in der deutschen Militärsprache nachweisbar. Es geht über das französische brigade → fr auf das italienische brigata → it ‚Schar, Truppe' zurück, einer Bildung zum italienischen briga → it ‚Streit, Erregung, Mühe'. Dessen weitere Herkunft ist ungeklärt. Es wird vermutet, dass es keltischen Ursprungs ist.
In der Bedeutung ‚kleinste Arbeitsgruppe' wurde Brigade in der Zeit nach 1945 vom russischen бригада (brigada) → ru übernommen, bei dem es sich um eine Entlehnung aus dem Französischen handelt. Im Russischen wurde das Wort in dieser Bedeutung seit den 1920er-Jahren verwendet.


Braunkohlebrikett
Union Braunkohlebrikett
Das Brikett ist das Ergebnis der Brikettierung, bei der ein Rohmaterial zerkleinert und mittels Brikettierpresse in eine einheitliche Form gepresst wird. Ist die Form sehr klein (unter ca. 2 cm Durchmesser), nennt man die Pressung Pelletierung und das Produkt Pellets. Briketts aus Braukohle oder Steinkohle (Eierbrikett) waren noch weit verbreitet als Heizmaterial bis in die 1970er Jahre.


1. WC-Brille, auch Toiletten- oder Klobrille genannt,
2. Eine vor den Augen getragene Sehhilfe zur Korrektur der Fehlsichtigkeit. Die Bezeichnung Brille leitet sich vom spätmittelhochdeutschen Wort berille ab. Dieses wiederum wird zurückgeführt auf das Mineral Beryll. Man bediente sich um 1300 mit Linsen aus geschliffenen Halbedelsteinen.


Macht doch kein Brimborium! Der Ausdruck steht für: überflüssigen Aufwand treiben, Getue und alles Unnütze. Der Ursprung wird im Kirchlich-Lateinischen vermutet. Als solches werden im 16./17. Jahrhundert Gebete bezeichnet, die gemurmelt, schnell und undeutlich gesprochen werden.


Brink ist ein gemeingermanisches Wort, das in geographischen Namen seit dem Frühmittelalter eine leicht erhöhte Stelle, einen Rand oder eine Küste bezeichnete. Im Wörterbuch der Brüder Grimm heißt es dazu, Brink sei ein niederdeutsches Wort in der Bedeutung des hochdeutschen Anger, verwandt mit dem schwedischen und dänischen brink vom altnordischen brecka. Weiter heißt es in Cassel heißt ein hügelicher platz in der stadt der brink. Im Englischen bedeutet das Wort heute: Rand. Das Wort ist Bestandteil vieler Flurnamen im ehemaligen germanischen Siedlungsgebiet und hat sich über das Niederdeutsche im lokalen Sprachgebrauch beispielsweise in Ostwestfalen auch als Bezeichnung für einen Hügel, Berg oder einen Hang erhalten. [siehe auch: Abbau] Quelle: Wikipedia.org


Broiler (engl. broil braten, grillen) war eine insbesondere in der DDR übliche Bezeichnung für Brathähnchen oder Brathuhn, die auch heute besonders in Ostdeutschland noch sehr häufig verwendet wird. Der Begriff angloamerikanischen Ursprungs wird in der Fachsprache der Geflügelzüchter aller deutschsprachigen Länder verwendet und bedeutet dort zur Mast bestimmtes Hähnchen. Broiler wurde in der DDR 1961 zum Gattungsnamen für Brathähnchen, als dort Broiler aus einer bulgarischen Geflügelzüchterei verkauft wurden.


Das Wort Brosame entstammt dem althochdeutschen Begriff brosama und bedeutete so viel wie Zerriebenes oder Zerbröckeltes.


Brotsuppe ist eine einfache Suppe, die im Wesentlichen aus mit meist altbackenem Brot gebundener Fleisch- oder Wurstbrühe besteht.


Der Brummkreisel ist ein nostalgisches Blechspielzeug. Die seit 1880 bestehende Firma Lorenz Bolz in Zirndorf patentierte 1913 die Drillstange. Mit dieser Erfindung wurde der klassische Schnurkreisel abgelöst. Ein Metallstab mit Holzgriff (heute meist aus Plastik), um den sich wie bei einer Schraube wendelförmig Rillen winden, wird in den Kreisel gedrückt. Dabei greift der Greifer in die Aussparungen im Kreiselkopf. Das Gewinde dreht den Kreisel, der sich auch dann weiter dreht, wenn man die Schraubenspindel wieder anhebt, da sich dabei ein Freilauf bildet. Durch erneutes Pumpen wird der Kreisel beschleunigt, und je schneller er sich dreht, desto lauter „singt“ er. Dies wird durch kleine Einschnitte ermöglicht, die dort, wo der Blechkörper des Kreisels am größten ist, angebracht sind. Sobald der Kreisel rotiert, wird die Luft aus seinem Inneren durch die Fliehkraft hinausgeschleudert. Gleichzeitig strömt durch Öffnungen unterhalb des Kreiselfußes Luft nach, um den im Kreisel gebildeten Unterdruck auszugleichen. Die an diesen Löchern angebrachten kleinen Metallzungen vibrieren durch den Luftstrom und lassen den Kreisel summen.


Der Brüningsche Zwickel wurde im Badeanzug lt. Verordnung des Reichskanzler Heinrich Brüning (1885-1970), eingenäht. Als Zwickelerlass wurde im Volksmund ein am 18. August 1932 vom preußischen Innenministerium herausgegebener Erlass bezeichnet, der vorschrieb, welche Kleidung beim Baden zu tragen war.
§ 1. (1) Das öffentliche Nacktbaden ist untersagt.
(2) Frauen dürfen öffentlich nur baden, falls sie einen Badeanzug tragen, der Brust und Leib an der Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt, unter den Armen fest anliegt sowie mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist. Der Rückenausschnitt des Badeanzugs darf nicht über das untere Ende der Schulterblätter hinausgehen.
(3) Männer dürfen öffentlich nur baden, falls sie wenigstens eine Badehose tragen, die mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist. In sogenannten Familienbädern haben Männer einen Badeanzug zu tragen.
(4) Die vorstehenden Vorschriften gelten nicht für das Baden in Badeanstalten, in denen Männer und Frauen getrennt baden.
(5) Die Vorschriften des Abs. 2 gelten entsprechend für den Strandanzug der Frauen.


Der Bubikopf ist eine kurzgeschnittene Damenfrisur, die um 1920 aufkam. Sie war beeinflusst vom Knabentyp, dem Frauenbild der Zeit, und wurde schnell zur beliebtesten Haarmode. Das Haar wurde kinnlang (mit oder ohne Stirnfransen) und glatt (mit Pony oder Seitenscheitel, mit oder ohne Wellen) getragen. Sonderformen wie der Pagenschnitt und der Etonschnitt, am Hinterkopf kurz wie bei den Herren, waren der letzte Schrei.


Ein Büdel ist natürlich ein Beutel oder ein kleiner Sack mit einer Reihe von Nebenbedeutungen. Der Begriff weist vor allem auf den Geldbeutel hin: Kniepen im Büdel bedeutet: Kein Geld haben.


Der Bunsenbrenner ist ein kleiner Gasbrenner, bei dem das Brenngas nach dem Prinzip einer Strahlpumpe die Verbrennungsluft teilweise selbst ansaugt.
Der Bunsenbrenner wird neben dem Teclubrenner im chemischen Labor häufig zum Erhitzen von Stoffproben oder Flüssigkeiten benutzt. Der Bunsenbrenner ist nach Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899) benannt; die ursprüngliche Erfindung stammt allerdings von Michael Faraday und wurde von Peter Desaga, dem Laborassistenten Bunsens, 1855 in Heidelberg entscheidend verbessert.


Unverkrampft, salopp und ungehemmt. Bei weiblichen Personen meist jungenhaft und lässig. Ist seit dem 18. Jahrhundert im Gebrauch und aus der Studentensprache (Bursch als veralteter Begriff für Student) hervorgegangen.


Der Buscherump ist ein blauer, mit dünnen weißen Streifen durchwirkter Arbeitskittel ursprünglich aus Finkenwerder. Wurde von Seeleuten, hauptsächlich aber von Hamburger Hafenarbeitern getragen. Spitzname: Finkenwerder Sterbekittel.


Ein Butenhamburger, ist zwar in Hamburg geboren, aber nach außerhalb verzogen, oder während der Bombenangriffe des zweiten Weltkrieges in das Umland geflüchtet.


Butterberg ist eine Bezeichnung für die ständige Überproduktion von Butter in Westeuropa seit Ende der 1970er-Jahre bis 2007 aufgrund staatlicher Eingriffe. In den folgenden Jahrzehnten wurde wesentlich mehr produziert als benötigt. Somit sank der Preis der Waren auf dem Markt, und der Staat kaufte immer mehr überschüssige Ware, die dann gelagert wurde – der so genannte Butterberg. Andere Bezeichnungen für dasselbe Phänomen sind der Milchsee bzw. Milchschwemme für die Überproduktion an Milch und die Fleischberge. Um die Bestände zu verringern, wurde in der Bundesrepublik Deutschland über mehrere Jahre, zuletzt 1985, im Dezember die so genannte Weihnachtsbutter verkauft. Dies erfolgte auf Anweisung des Bundesernährungsministeriums.


Butterlecker
Eine Schleife im Haar, der sogen. Butterlecker
Butterfly heißt der Schmetterling im Englischen und manches kleines Mädchen trug früher einen Butterlecker – eine große Schleife wie ein Schmetterling im Haar.


Das Wort Butjer (auch Buttjer oder Buttje) hat einen niederdeutschen Ursprung und beschreibt energiegeladene kleine Kinder, die einen Riesenspaß daran haben, ausgelassen und fröhlich draußen zu spielen und zu toben. In der Regel sind hier eher kleine Jungs gemeint.
Der Ursprung des Begriffes ist unklar. Er kann mit dem niederdeutschen butt oder mit dem niederländischen bot zusammenhängen, also früher für ungezogen, grob oder ungeschliffen. Een buuten Keerl soll ein grober Kerl gewesen sein. Bei Groningen stand butje für eine dumme Person.


Eine Bude, in Bremen Butze, sonst Kathe, Franz. Boutique, in niedersächsischen Seestädten ein schlechtes kleines Haus mit nur einem Stockwerk und keinem Giebel.


Butzemann, Perchta, Hulda oder Holle ist eine Gestalt, die sich in verschiedener Weise immer wieder in slawischen und nordischen Mythologie und im Volksglauben findet.


Eine Butzenscheibe ist eine runde Glasscheibe von 10-15 cm Durchmesser mit einer Erhöhung, dem Butzen oder Nabel in der Mitte.


barbieren, auch barbieren (sich) rasieren - über den Löffel barbieren (balbieren) sprichwörtlich für: über den Tisch ziehen - jemanden übervorteilen.


Übernahme von Brennstoffen für den Schiffsantrieb, auch das bewusste Horten von Ver- oder Gebrauchsgütern.


Buten un binnen ist niederdeutsch und bedeutet in etwa draußen und drinnen


Oft wurde Mangelware in der DDR gar nicht erst in den Regalen ausgelegt. Sie lag unter dem Ladentisch und war für gute Kunden oder Bekannte reserviert. Der Verkäufer musste sich danach bücken und so entstand der Begriff Bückware für Artikel, die der Verkäufer unter der Ladentheke für gute Kunden hervor holte.


Die Bütte, die Butte, die Bütt, der Zuber oder das Schaff ist ein großes Gefäß von runder oder ovaler Form ohne Deckel. In der Regel sind diese Gefäße breiter als hoch. Bütten werden traditionell bei der Papierherstellung oder beim Weinbau verwendet.


Büttel steht für Bannwart, eine alte Berufsbezeichnung -büttel, eine niederdeutsche Ortsnamens-Endung.