© Copyright by Erinnerungswerkstatt Norderstedt 2004 - 2019
https://ewnor.de / http://www.erinnerungswerkstatt-norderstedt.de
Ausdruck nur als Leseprobe zum persönlichen Gebrauch, weitergehende Nutzung oder Weitergabe in jeglicher Form nur mit dem schriftlichem Einverständnis der Urheber!
 zurück zur Normalansicht 

Krieg und Kriegsende in Kamen / Westfalen
Erinnerungen an die Zeit von April 1944 bis Juni 1945 in der Gendarmerie-Kaserne

Jahrestage sind oft der Anlass sich zurückzuerinnern. Der fünfzigste Jahrestag meines Umzugs von Dortmund nach Kamen am 11. April 1944 und eine Einladung von Herrn Böhne, die alte Gendarmerie-Kaserne zu besuchen, veranlasste mich nach erfolgter Besichtigung im Juli 1994, über meine Erinnerungen zu berichten.

In einem Erlass des Reichsführers SS und Chef der Deutschen PolizeiReichsführer SS oder auch Reichsführer-SS (kurz RfSS bzw. RFSS) war seit August 1934 der höchste Dienstgrad der Schutzstaffel (SS) in der Zeit des Nationalsozialismus, nachdem Heinrich Himmler von Adolf Hitler zunächst noch zum Reichsleiter SS ernannt worden und damit lediglich diesem unterstellt und verantwortlich war.Klick für Wikipedia.org [1], Heinrich HimmlersHimmlerHeinrich Luitpold Himmler (* 7. Oktober 1900 in München; † 23. Mai 1945 in Lüneburg) war ein deutscher Politiker der NSDAP. Er machte in den 1920er Jahren als Reichsredner und Parteifunktionär Karriere und wurde 1929 von Adolf Hitler an die Spitze der damals noch der Sturmabteilung (SA) unterstellten Schutzstaffel (SS) berufen. Himmler gelang es in der Zeit des Nationalsozialismus, vor allem in den Jahren 1934–36, insbesondere durch den sogenannten Röhm-Putsch, der von ihm geleiteten Organisation und damit auch sich selbst immer mehr Befugnisse innerhalb des NS-Regimes zu verschaffen.Bild: Himmler im KZ Mauthausen, April 1941 - Klick für Wikipedia.org [2], vom 19. Januar 1944 an den Polizeipräsidenten von Dortmund, heißt es:

In der kleinen Gendarmerie Kaserne (motorisiert) in Kamen / Westfalen befindet sich eine sehr gut eingerichtete Zweizimmer-Wohnung mit Küche, Bad und großer Diele, die bereits seit einigen Monaten und auch künftig nicht genutzt wird. Die Wohnung ist möglichst der totalbombengeschädigten Familie eines Angehörigen der nahegelegenen staatlichen Polizeiverwaltung in Dortmund zuzuweisen.

Da dies auf meinen Vater zutraf, wurde ihm die Wohnung in der Kaserne am 16. März 1944 zugewiesen und übergeben.

Zu dieser Zeit befand ich mich mit meiner Schule im KLV-Lager Wagshurst in Baden. Da die Oberschule in Kamen nicht evakuiert war, konnte ich dort die Schule besuchen. Am 1. Januar 1944 zogen wir dann von Dortmund in das für mich noch unbekannte Kamen, ich war damals zwölf Jahre alt.

Hier erwartete uns, für unser Empfinden, eine Oase des Friedens. Wir hatten die schweren Bombenangriffe auf Dortmund überlebt und waren selbst totalbombengeschädigt. Kamen, es war wie ein Wunder, hatte bis zum Tag unseres Einzugs den Krieg kaum erlebt. So empfanden wir Großstädter es. Als ich am 12. April 1944 die Schule zum ersten Mal betrat, ertönten die Sirenen und ich lernte meine Klassenkameraden im Luftschutzkeller kennen. Für mich war das Wohnen in der Kaserne ein einziges Abenteuer, es galt sehr viel zu sehen und zu erleben, ganz besonders in der damaligen Zeit.

Hautnah mit Soldaten zu leben, welchen Jungen hätte dies nicht mit Stolz erfüllt. Meine Klassenkameraden haben mich sehr darum beneidet und ich habe Freunden gern die Kaserne gezeigt. Wie ein kleiner Soldat fühlte ich mich und war überall dabei. Nach einigen Wochen kannte ich sämtliche Gebäude und Räumlichkeiten. Das Garagengelände hatte es mir dabei besonders angetan. Hier befand sich auch eine Flak-Reparatur-Abteilung, ebenso eine Schreinerei.

Zur Schreinerei bedarf es einer Erläuterung. Von 1943 bis 1945 befand sich im Dachgeschoss der Werkstätten und des Kasinogebäudes ein großes Möbellager. Diese Möbel kamen aus den besetzten Gebieten, besonders aus Frankreich. Aus diesem Sammellager erhielten Bombengeschädigte Möbelstücke, wenn ein Berechtigungsschein vorlag. Da diese oft beschädigt ankamen, mussten sie vorher ausgebessert werden. Dafür sorgte die Schreinerei. Ein Verwaltungsbeamter aus Dortmund hatte die Dienstaufsicht.

Der Fahrzeugpark der motorisierten Gendarmerie war fast noch vollständig vorhanden und war ebenfalls einem Dortmunder Polizeibeamten unterstellt. BMW-Kräder, Einsatzwagen usw, und für mich zwei besonders schöne Prunkstücke: Eine Adler- und eine India-Beiwagenmaschine. Links an der Mauerbegrenzung war damals noch eine überdachte Wagenremise mit einer Anzahl verschiedener Beutefahrzeuge, die größtenteils ausgeschlachtet waren. Hier konnten wir uns hinters Steuer setzen und mit brumm – brumm in den Krieg fahren!

Apropos Krieg, er kam nun immer näher. Die Angriffe auf die chemischen Werke in Bergkamen und auf Hamm häuften sich. Im Mannschaftsgebäude wurden einige Räume zum Luftschutzkeller ausgebaut. Bergleute aus der Siedlung sorgten dafür, dass die Kellerdecken entsprechend abgestützt wurden. Ob das bei einem Volltreffer genutzt hätte? Aber psychologisch half es ungemein. Etwas später erfolgte der Bau einer Splitterschutzmauer aus Beton zur Sicherung des Notausstiegs, durchgeführt von zwei Angehörigen der Polizeigenesungskompanie (zum Beispiel Magenkranke).

Vom 24. Juni 1944 bis Ende Februar 1945 war mein Vater in KurlandKurland (lettisch Kurzeme) ist neben Semgallen (Zemgale), Zentral-Livland (Vidzeme) und Lettgallen (Latgale) eine der vier historischen Landschaften von Lettland. Kurland ist nach dem baltischen Volk der Kuren benannt. Klick für Wikipedia.org [3] und in der Tschechoslowakei im Einsatz und danach wieder in Dortmund. So waren meine Mutter und ich sowie die Kantinenwirtin Frau Behrendt mit ihrer Mutter die einzigen Zivilisten in der Kaserne. Nach dem schweren Angriff auf Dortmund am 6. Oktober 1944 nahm meine Mutter eine ausgebombte Freundin mit in unserer Wohnung auf, bis im Februar 1945 mein Vater wieder zurückkam.

Im Oktober / November 1944 wurden zirka eintausend Beutegewehre, zum Teil italienischer Herkunft, auf dem Dachboden unserer Wohnung gelagert. Diese wurden im März /April 1945 wieder abgeholt, vermutlich wurde der Volkssturm damit ausgerüstet. Das Weihnachtsfest feierten wir unter einem geliehenen Topf-Fichtenbäumchen und einer gehamsterten schmalbrüstigen Weihnachtsgans.

Die Fronten kamen in Bewegung, die Alarme häuften sich, nun war Kamen keine Oase mehr, es wurde ernst. Die Angriffe auf Dortmund, Hamm und Bergkamen steigerten sich. Am 16. und 24. Februar wurde auch Kamen durch zwei Tagesangriffe heimgesucht. Sie sollen dem Hydrierwerk gegolten haben. Der Schlimmste erfolgte am 24. Februar, ein Samstagnachmittag, als Schwarzer Samstag ging er in die Geschichte der Stadt ein. Zirka 200 Menschen sind an diesem Tag umgekommen, viele öffentliche Gebäude und Wohnhäuser wurden zerstört oder schwer beschädigt. Die Schäden verteilten sich über die ganze Stadt. Kirchen, Schulen und das Krankenhaus waren darunter, auch mein Gymnasium wurde schwer beschädigt. Glück hatten die Lehrer und wir Schüler, dass der Angriff an einem Samstagnachmittag erfolgte. Nicht auszudenken, wenn…

Wir alle, die das Bombardement in der Kaserne erlebten, kamen mit dem Schrecken davon. Zwei Bomben verfehlten die Gebäude und fielen in die gegenüberliegende Gärtnerei und hinterließen zwei riesige Krater. Aber die anderen Bomben trafen ihr Ziel und brachten Tod und Verderben in die Bergmanns-Siedlung. Viele Tote, einige zerstörte Häuser und beschädigte Wohnungen waren zu beklagen.

Tieffliegerangriffe häuften sich, Schutzlöcher wurden gegraben am Rande des Kasernengeländes zur Unnaer Straße und hinter der Siedlung. Maschinengewehrstellungen wurden zur Abwehr von Tieffliegern errichtet und Polizeireservisten dafür abkommandiert. Vor den drei unfertigen Klinkerhäusern wurden zwei Vierlings-Geschütze aufgestellt, die so laut belferten, dass man im Luftschutzkeller zusammenzuckte.

Die Ereignisse überschlugen sich nun. LightningsP38 LightningDie Lockheed P-38 Lightning war ein Kampfflugzeug der Lockheed Corporation im Zweiten Weltkrieg.Klick für Wikipedia.org [4] beharkten den Bahnhof, ich konnte mich noch rechtzeitig im Postkeller in Sicherheit bringen, meine Mutter suchte Schutz in einem Splittergraben.

In den letzten Wochen vor Ende des Krieges quartierte sich noch ein Tross der SS ein. Es befanden sich unter anderem Hühner und Gänse dabei, ein provisorischer Stall wurde in dem mittleren Klinkerhaus errichtet.

Mittlerweile hatte sich die Schlinge um das Ruhrgebiet zugezogen, die Armee unter Generalfeldmarschall ModelModel 1944Otto Moritz Walter Model (* 24. Januar 1891 in Genthin; † 21. April 1945 bei Duisburg) war ein deutscher Heeresoffizier (ab 1944 Generalfeldmarschall) und während des Zweiten Weltkrieges Oberbefehlshaber verschiedener Armeen und Heeresgruppen sowie 1944 kurzzeitig Oberbefehlshaber West. Aufgrund der von ihm befohlenen Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung wurde er von der Sowjetunion in die Liste der Kriegsverbrecher aufgenommen. Er galt unter Offizieren der Wehrmacht als Anhänger Hitlers und wurde in den deutschen Stäben auch "Hitlers Feuerwehrmann" genannt, da er ab 1943 immer wieder an verschiedene, kritisch gewordene Punkte der (Ost-)Front geschickt wurde, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Einem breiteren Publikum wurde die Person Models durch den englisch-amerikanischen Spielfilm Die Brücke von Arnheim aus dem Jahr 1977 bekannt, in dem die Ereignisse um die alliierte Operation Market Garden behandelt werden.Klick für Wikipedia.org
[5] versuchte verzweifelt, den Kessel zu durchbrechen. Ostern, am 1. und 2. April 1945, erlebten wir bei strahlendem Wetter. Immer mehr zurückflutende Truppenverbände zogen durch die Stadt über die Unnaer Straße in Richtung Osten. In einer Nacht dröhnten ununterbrochen Panzer in Richtung Unna. Ich sehe noch heute die stiebenden Funken des Auspuffs und habe das Rasseln der Panzerketten in den Ohren. Südlich von Kamen wurde eine Abwehrlinie aufgebaut. Schützenlöcher entlang der Dortmunder Straße, in Afferde, Massen, Wickede. Auch Kamen sollte verteidigt werden. Panzersperren wurden errichtet, unter anderem hinter der Bahnschranke Ecke Bahnhofstraße. Am Papp-Schaufenster der Konditorei hing eine Panzerfaust zur gefälligen Bedienung!

Ein SturmgeschützStrumgeschütz IVSturmgeschütze sind mit einem Artilleriegeschütz bestückte Vollketten-Panzerfahrzeuge der Sturmartillerie. Sie wurden in den 1930er Jahren in Deutschland als Unterstützungswaffe der Infanterie entwickelt und im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.Bild: Sturmgeschutz IV im Museum Broni Pancernej CSWL - Klick für Wikipedia.org [6] wurde Ecke Unnaer Straße, Hermann-Göring-Straße, der heutigen Dortmunder Allee, in Stellung gebracht. Zwei Bäume, die im Schussfeld standen, mussten gefällt werden. Wir Jungs schauten begeistert zu. Dem Panzer gegenüber, auf der Höhe der heutigen Ampel, wurde eine 8,8-cm-FlakFlak im ErdeinsatzDie 8,8-cm-FlaK 18/36/37, auch Acht-Acht oder Acht-Achter genannt, war eine vorwiegend im Zweiten Weltkrieg gebaute und eingesetzte deutsche Flugabwehrkanone, die auch häufig gegen Bodenziele zum Einsatz kam.Bild: Flak im Erdeinsatz - Klick für Wikipedia.org [7] postiert, das Rohr für den Erdkampf ausgerichtet. Neben der Maschinenfabrik Klein war ein weiteres Geschütz aufgestellt, ebenfalls eins vor der Villa Fromm (heute Famila).

Durchziehende Truppenteile bedienten sich aus den Beständen des Fuhrparks und ließen dafür aus Spritmangel zwei LKWs und einen Schreibstuben-Bus zurück.

Die letzten Tage in der Kaserne brachen nun an, wir saßen fast Tag und Nacht im Luftschutzkeller. Gekocht wurde auf einem provisorischen Ofen im Keller unserer Wohnung. Mittlerweile rückten die Amerikaner aus Hamm, Soest, Werl auf Kamen und Unna zu, Richtung Dortmund. Der SS-Tross hatte sich den zurückflutenden Verbänden angeschlossen.

In der Nacht vom 8. oder 9. April hörte ich in unserem Schlafzimmer mehrere Schüsse und lautes Stimmengewirr. Am nächsten Morgen entdeckten wir gegenüber unserem Küchenfenster an der Eckmauer zwei frische Grabhügel. Diese erklärten die nächtlichen Schüsse. Unter welchen Umständen die Soldaten nachts verstarben, ist meines Erachtens nie richtig geklärt worden.

Einer der toten Soldaten wurde wieder ausgegraben und von Kameraden mitgenommen, der andere nach dem Einmarsch der Amerikaner zunächst auf dem Kamener Südfriedhof beigesetzt, später exhumiert und in seiner Heimatgemeinde bestattet. Als einziger Begleiter folgte ich dem Sarg, der auf einer zweirädrigen Karre zum Grab gezogen wurde.

Vormittags, am 10. April 1945 ging dem Einzug der Amerikaner zunächst ein heftiges ein- bis zweistündiges Streufeuer voraus. Hierbei wurde der Toreingang beschädigt und die Außenwand des Hauses Weitkamp von einer Granate getroffen. Das entstandene Loch wurde zwar wieder ausgebessert, aber nie wieder verputzt. Es war bis zur Verklinkerung des Gebäudes vor vier Jahren immer noch zu sehen.

Plötzlich hörte der Beschuss auf und eine tödliche Stille folgte. Wir saßen in den Luftschutzräumen und trauten uns erst nach geraumer Zeit ans Licht. Eine Vorausabteilung der Amerikaner nahm die Polizeireservisten und einige Wehrmachtsangehörige sofort gefangen. Sie wurden entwaffnet und abtransportiert. Ein Captain ließ sich von Hauptwachtmeister Schwalbe unter anderem den Munitionsbunker zeigen, der sich gegenüber unserer Wohnung befand. Mein Vater konnte dem amerikanischen Offizier glaubhaft versichern, dass er Polizei-Verwaltungsbeamter aus Dortmund sei und hier nur seine Wohnung habe. So kam er nicht in Gefangenschaft, wir mussten jedoch innerhalb von zwei Stunden die Kaserne verlassen. Wir kamen bei Weitkamps nebenan unter, sie stellten uns eine Garage und ein Dachzimmer zur Verfügung, so half man sich in der Not. Nun entstand für einige Stunden ein InterregnumInterregnum n. Zwischenherrschaft, Zeitraum ohne rechtmäßige Regierung, allgemein zeitweiliger Zustand ohne Oberhaupt, Entlehnung (18. Jh.) von lat. interrēgnum Zwischenregierung, ursprünglich Zeit zwischen dem Tod des letzten und der Wahl des neuen Königs. [8]. Die Kaserne stand leer da und es wurde geplündert. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde mitgenommen, die Kleiderkammern aufgebrochen.

Um den 25. April konnte mein Vater unter erheblichen Schwierigkeiten seine Dienststelle erreichen, wo er im Polizeilager Dortmund-Wellinghofen Verwaltungsaufgaben übernahm. Hier waren 200 Berliner Polizeibeamte, die verpflegt werden mussten, da sie ihren Standort zum Teil nicht erreichen konnten.

Ende April 1945 verließen die Amerikaner die Kaserne und wir konnten wieder in unsere Wohnung einziehen.

Die Kamener Krankenanstalten waren stark zerstört worden. Man suchte dringend neue Räumlichkeiten, hier bot sich nun die Kaserne an. Im Mai 1945 kam eine Vorausabteilung des Krankenhauses unter der Leitung des Chefarztes Dr. Kunsemüller. Die Voraussetzungen mussten geschaffen werden, um einen Krankenhausbetrieb aufzubauen. Der alte Fahrradkeller wurde zum Leichenkeller umgebaut.

Mittlerweile hatten die Engländer Kamen übernommen. Das Haus von Dr. Kunsemüller war beschlagnahmt worden, er suchte dringend eine Wohnung, ebenso der Amtsarzt.

Ein Ringtausch löste das Problem, wir zogen am 12. Juni 1945 in die Bahnhofstraße 14, bei Bellinghaus. Dr. Kunsemüller erhielt unsere Wohnung, der Amtsarzt die Räume der Kantinenwirtin, diese wiederum zog in die Nähe der Hammer Straße.

Meine Eltern und ich haben danach noch sehr schöne Jahre in Kamen verbracht. Am 12. Juni 1955 schloss sich der Kreis und wir kehrten wieder nach Dortmund zurück.


[1] Reichsführer SS oder auch Reichsführer-SS (kurz RfSS bzw. RFSS) war seit August 1934 der höchste Dienstgrad der Schutzstaffel (SS) in der Zeit des Nationalsozialismus, nachdem Heinrich Himmler von Adolf Hitler zunächst noch zum Reichsleiter SS ernannt worden und damit lediglich diesem unterstellt und verantwortlich war.
[2] Heinrich Luitpold Himmler (* 7. Oktober 1900 in München; † 23. Mai 1945 in Lüneburg) war ein deutscher Politiker der NSDAP. Er machte in den 1920er Jahren als Reichsredner und Parteifunktionär Karriere und wurde 1929 von Adolf Hitler an die Spitze der damals noch der Sturmabteilung (SA) unterstellten Schutzstaffel (SS) berufen. Himmler gelang es in der Zeit des Nationalsozialismus, vor allem in den Jahren 1934–36, insbesondere durch den sogenannten Röhm-Putsch, der von ihm geleiteten Organisation und damit auch sich selbst immer mehr Befugnisse innerhalb des NS-Regimes zu verschaffen.
[3] Kurland (lettisch Kurzeme) ist neben Semgallen (Zemgale), Zentral-Livland (Vidzeme) und Lettgallen (Latgale) eine der vier historischen Landschaften von Lettland. Kurland ist nach dem baltischen Volk der Kuren benannt.
[4] Die Lockheed P-38 Lightning war ein Kampfflugzeug der Lockheed Corporation im Zweiten Weltkrieg.
[5] Otto Moritz Walter Model (* 24. Januar 1891 in Genthin; † 21. April 1945 bei Duisburg) war ein deutscher Heeresoffizier (ab 1944 Generalfeldmarschall) und während des Zweiten Weltkrieges Oberbefehlshaber verschiedener Armeen und Heeresgruppen sowie 1944 kurzzeitig Oberbefehlshaber West. Aufgrund der von ihm befohlenen Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung wurde er von der Sowjetunion in die Liste der Kriegsverbrecher aufgenommen. Er galt unter Offizieren der Wehrmacht als Anhänger Hitlers und wurde in den deutschen Stäben auch "Hitlers Feuerwehrmann" genannt, da er ab 1943 immer wieder an verschiedene, kritisch gewordene Punkte der (Ost-)Front geschickt wurde, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Einem breiteren Publikum wurde die Person Models durch den englisch-amerikanischen Spielfilm Die Brücke von Arnheim aus dem Jahr 1977 bekannt, in dem die Ereignisse um die alliierte Operation Market Garden behandelt werden.
[6] Sturmgeschütze sind mit einem Artilleriegeschütz bestückte Vollketten-Panzerfahrzeuge der Sturmartillerie. Sie wurden in den 1930er Jahren in Deutschland als Unterstützungswaffe der Infanterie entwickelt und im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.
[7] Die 8,8-cm-FlaK 18/36/37, auch Acht-Acht oder Acht-Achter genannt, war eine vorwiegend im Zweiten Weltkrieg gebaute und eingesetzte deutsche Flugabwehrkanone, die auch häufig gegen Bodenziele zum Einsatz kam.
[8] Interregnum n. Zwischenherrschaft, Zeitraum ohne rechtmäßige Regierung, allgemein zeitweiliger Zustand ohne Oberhaupt, Entlehnung (18. Jh.) von lat. interrēgnum Zwischenregierung, ursprünglich Zeit zwischen dem Tod des letzten und der Wahl des neuen Königs.