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Min Modersprak

Min Moderspak, wa klingst du schön!
Wa büst du mi vertrut!
Weer ok mien Hart as Stahl un Steen,
du drevst den Stolt berut.

So hett Klaus Groth sien Leev to uns Plattdüütsch utdrückt. Een Gedicht, dat mi footkriggt un angeiht. Ik schriev jo son beeten op Platt - lütte Geschichten un Döntjes un wat öber dat oole Gorstedt. Nu is dat nich ganz eenfach. Snacken kann ik op Plattdüütsch ganz good, as ik meen, awer dat Schrieven dat is een anner Sook. Mit de Rechtschriebung is dat nich wiet her.
Wenn ik mool wedder den Bleefedder herkrieg, denn liggt dat groote plattdüütsche Lexikon - mien Vadder sä Nokixel dorto - üm mi rüm. Dat sind fiev dicke Böker. Un denn fang ik an to söken. Wie schrifft man dit un dat? Un denn sitt ik door un weet männichmol nich, wie ik dat nu schrieven schall, denn meist gifft dat mehr als een Schrievwies. Sühst du, un nu weest du ok, worüm ik dat mol so un mol so schriev. Villicht is dat een Vördeel - mol mook ik dat den een, mol den annern Leser recht oder ik heff dat würklich verkehrt schreeven. Un för de annern Schrievers is dat genau dat glieke Problem.
Ik loot mi awer deshalv nich von de Schrieveree afholen, mi is dat een Vergnögen un ik hoff, all de Lesers hebbt'n beeten Spooß doran.


Meine Muttersprache

Meine Muttersprache, wie klingst du schön!
Wie bist du mir vertraut!
Wär auch mein Herz aus Stahl und Stein,
du treibt den Stolz heraus.

Du beugst meinen steifen Nacken so leicht
wie Mutter mit ihrem Arm,
du streichelst mir um das Angesicht
und still ist aller Lärm …

So hat Klaus Groth seine Liebe zu unserer plattdeutschen Sprache ausgedrückt. Ein Gedicht, das mich ergreift und festhält. Ich schreibe ja ein wenig auf platt – kleine Geschichten und Anekdoten und auch über das alte Garstedt. Nun ist das nicht ganz einfach. Sprechen kann ich auf Plattdeutsch ganz gut, wie ich meine, aber das Schreiben ist eine andere Sache. Mit der Rechtschreibung ist das nicht weit her.
Wenn ich mal wieder den Bleistift hernehme, dann liegt das große plattdeutsche Lexikon, mein Vater sagt Nokixel dazu, um mich herum. Das sind fünf dicke Bücher. Und dann fange ich zu suchen. Wie schreibt man dies und das? Und dann sitze ich da und weiß manchmal nicht, wie ich das schreiben soll, denn meistens gibt es mehr als eine Schreibweise. Siehst du, jetzt weißt du auch, warum ich das manchmal so und mal so schreibe. Vielleicht ist das ein Vorteil, mal mache ich es dem einen, mal dem anderen Leser recht oder ich habe das wirklich verkehrt geschrieben. Und für andere Schreiber ist das genau das gleiche Problem.
Ich lasse mich aber deshalb nicht von der Schreiberei abhalten, mir ist es ein Vergnügen und ich hoffe, alle Leserinnen und Leser haben ein wenig Spaß daran.