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Die 50er bis 70er Jahre, Nierentisch und Tütenlampe
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Werbeschild für Pedro KaffeeZeitschriftenwerbung für Pedro Kaffee aus den 1950er Jahren Blechdose für KaffeeGroße Aufbewahrungsdose für Bohnenkaffee aus Blech mit dem Markennamen aus den 1950er Jahren Blick vom MüllbergBlick vom Müllberg (Monte Klamott) über den „Hummelsee“ Richtung Südost Werbeschild für Pedro KaffeeSiedlung Heidberg mit 2023 eingestuften „Wohnlagen“ – Gelb = „normal“, Grün = „gut“.

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Hartmut Kennhöfer

Von Bananenbauern, Kaffeeröstern und Müllbergen

Fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs fanden meine Eltern in Hamburg-Langenhorn endlich eine BleibeDazu auch die Geschichte: „Die neue Heimat“ lesen. [Klick …] für die ganze Familie. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der SS-Kaserne GermaniaDazu auch den Bericht über das Treffen mit Schülern der Willy Brandt Schule lesen: „Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn“.[Klick …], heute ein Krankenhaus, war im September 1950 von der Nordwestdeutschen Siedlungsgesellschaft mbH eine neue Siedlung entstanden, um die durch den Bombenkrieg bedingte gröbste Wohnungsnot zu lindern.

Mutter, Großmutter, Schwester und ich waren damals in Zarpen untergekommen, einem kleinen Dorf bei Lübeck, in einer kleinen Wohnung beim Bauern Moll. Der musste auf Anordnung der englischen Besatzungsmacht Wohnraum an Flüchtlinge abgeben. „Zwangsbewirtschaftung von Wohnraum“ nannte man das damals. Mein Vater hatte nach seiner Entlassung aus der englischen Kriegsgefangenschaft in Hamburg bei der Schutzpolizei Arbeit gefunden und war mit anderen in der Polizeikaserne untergebracht. Er erfuhr vom Siedlungsbau in Langenhorn, bewarb sich und bekam eine Siedlerstelle zugeteilt. Mit Nachweis einer Wohnung bekam mein Vater nun die ersehnte Zuzugsgenehmigung für den Rest der Familie. Im September 1950 zogen meine Mutter, meine Schwester und ich von Zarpen nach Hamburg-Langenhorn, Oma blieb bei Bauer Moll. An den Umzug kann ich mich natürlich nicht erinnern, dazu war ich noch zu klein, gerade einmal anderthalb Jahre alt.

Hier in Langenhorn bin ich aufgewachsen und erinnere mich deshalb an die vielen Veränderungen der ehemals ländlich geprägten und kaum besiedelten Umgebung. Als Kind hatte ich hier viel Freiraum, es gab kaum Verkehr, Autos waren eine absolute Seltenheit. Zweimal täglich fuhr auf der etwa einen Kilometer entfernten Hauptstraße ein Bus zu den nächstgelegenen Hochbahnhaltestellen Langenhorn-Nord und weiter nach Langenhorn-Mitte, heute Langenhorn-Markt. Betreiber war der private Reisedienst Schmidt.

Die Versorgung mit Lebensmitteln gestaltete sich schwierig. Dazu diente in erster Linie der große Garten. Der versorgte uns mit Kartoffeln und Gemüse, außerdem hielten wir Hühner und Enten zur Fleischversorgung. Der Storchenvater Schwen unterhielt am Gasthaus zum Wattkorn einen Brennstoff- und Futtermittelhandel. Dort deckten wir uns mit Kohlen und Briketts für den Winter ein. Mutter holte hier auch das Hühnerfutter in großen Papiersäcken und brachte es auf dem Fahrrad nach Hause. Später gab es in der Nähe eine Pro, so nannten wir den Lebensmittelhandel vier Straßen weiter, über dem die goldenen Lettern „Produktion“ prangten. Außerdem gab es in dem Teil der Siedlung, den wir „Mau-Mau“Dazu auch die Geschichte: „Schulweg über den Heidberg“ lesen. [Klick …] nannten, noch ein paar Lädchen, unter anderem einen Grünhöker, einen Schlachter und einen Bäcker. Für alles andere musste man in die Stadt.

Waren Kleidung und Schuhe zu klein geworden, fuhr Mutter mit mir in die StadtDazu auch die geschichte „Tomatensuppe mit Sternchennudeln“ lesen. [Klick …]. Das war eine weite Reise und dauerte den ganzen Tag. Da der Bus nur zweimal am Tag verkehrte, gingen wir die drei Kilometer zur nächsten Hochbahnhaltestelle Langenhorn-Nord zu Fuß. Mein Vater fuhr die Strecke jeden Tag mit dem Fahrrad. Es gab dort einen bewachten Unterstand. Buddelmann, hieß der Betreiber, bei dem man das Fahrrad abstellen konnte. Fahrräder waren damals begehrte Fortbewegungsmittel, die gerne geklaut wurden. Ich erinnere mich an einen 16-mm-Film der Landesbildstelle, den man uns in der Schule zeigte, mit dem Titel „Fahrraddiebe“. Der Schwarz-Weiß-Film von 1948 spielte im Italien der Nachkriegszeit und handelte von der wirtschaftlichen Katastrophe des Protagonisten, die eintrat, als ihm das Fahrrad gestohlen wurde.

In der einst öden Landschaft Langenhorns waren Siedlungen entstanden und viele Menschen lebten jetzt hier. Deshalb begann die Hamburger Hochbahn AG 1959 an der Straße Kiwittsmoor mit dem Bau einer Hochbahnhaltestelle zwischen dem Endbahnhof Ochsenzoll und Langenhorn-Nord, die 1960 ihren Betrieb aufnahm. Das verkürzte den Fußmarsch zur Hochbahn um einen ganzen Kilometer und sparte fünfzehn Minuten Gehzeit. Auf der ungefähr 1,7 Kilometer langen Fahrstrecke von der neuen Haltestelle bis zum nächsten Bahnhof Langenhorn-Nord sah ich über Jahre in der Entfernung, Fahrtrichtung rechts, einen hohen Berg, der zu wachsen schien.

Das wollte ich genauer erkunden, und da ich mit zehn Jahren bereits ein eigenes FahrradDazu auch die Geschichte „Mein erstes Fahrrad“ lesen. [Klick …] besaß, fuhr ich in die Gegend, wo ich diesen Berg vermutete. Tatsächlich habe ich ihn gefunden, er entpuppte sich als riesiger Müllberg, dort, wo sich heute das Gewerbegebiet Oehleckerring befindet. Rundherum wurden noch Felder bestellt, und an einem Feldrand sah ich eines Tages einen großen Berg Bananen. Südfrüchte aller Art waren für mich ein Luxus, den es vielleicht mal zu Weihnachten gab. Meine erste Banane hatte ich mal an einem Sonntagmorgen auf dem Hamburger Fischmarkt von einem Händler geschenkt bekommen, als ich meinen Vater zum Fischholen begleiten durfte. Hier lagen nun die leckeren Früchte in solchen Mengen, vermischt mit Stallmist, und wurden vom Bauern mit dem Miststreuer als Dünger auf den Acker gebracht, um anschließend sofort untergepflügt zu werden. Noch nicht mal eine einzige Banane durfte ich mir nehmen und wurde vom Bauern unter Androhung von Prügel weggejagt. Die Bananen stammten aus dem Hamburger Hafen und waren mit den weißen Cap-Schiffen hierhergekommen. Wenn die aber zu lange unterwegs waren, wurden die Früchte überreif entladen, konnten nicht mehr verkauft werden und taugten nur noch als Dünger. Uns Kindern hätten sie trotzdem geschmeckt, wären sie nicht mit dem Stallmist zusammen untergepflügt worden.

Zeitgleich entstand ein weiterer Müllberg ganz in unserer Nähe, in Sichtweite der Siedlung, an der Kreuzung Harksheider Straße/Glashütter Landstraße, dort, wo heute der Friedhof Glashütte liegt. Ich erinnere mich, dass dort Papier und anderes loses Material umherflog, wenn der Wind etwas heftiger wehte, und Ratten liefen dort am helllichten Tag herum. In den Folgejahren wurde diese erste Deponie mit Erde bedeckt und wuchs zu. Heute ist sie als Deponie nur noch von Ortskundigen zu erkennen. In weiteren Jahren aber wurden an der Glashütter Landstraße, auf der anderen Straßenseite der Harksheider Straße, weitere und noch viel größere, offiziell als Bauschutt- und Bodendeponien bezeichnete Berge aufgeschüttet, die aber bei der Baubehörde als Giftmülldeponie geführt werden. In dem Baggersee, entstanden durch die jahrelange Entnahme von Kies, heute „Hummelsee“ genannt, war das Baden im Sommer verboten, weil befürchtet wurde, dass sich Giftstoffe im Wasser befinden könnten. Als Verursacher wurde das Hamburger Chemiewerk Boehringer vermutet. 1984 kam heraus, dass sowohl die Arbeiter im Werk als auch das Grundwasser jahrelang durch Dioxin vergiftet worden waren. Dioxinhaltige Rückstände sind nachts per Lastwagen in die wilden MüllkippenDazu auch die Geschichte „Wiederverwertung“ oder „Die Geschichte meiner Truhe“ lesen. [Klick …] rund um die Stadt und auch auf diese Deponien gebracht worden, wo sie bis heute liegen und das Grundwasser vergiften. 50 Jahre lang wurden diese Deponien betrieben und wuchsen in dieser Zeit bis auf 69 Meter über Meereshöhe heran. Direkt zynisch mutet dabei an, dass der Hamburger Senat nun einzelne Straßen in Sichtweite der Deponie in Wohnlage „gut“ eingestuft hat, was sich bei der Grundsteuer mit höheren Beträgen bemerkbar macht.

Einer unserer „Spielplätze“ war damals in den 1950er Jahren die Kiesgrube am Lehmsaler Weg, in der eines Tages blaue Fässer lagen, die, beim Abkippen aufgeplatzt, eine ölige Flüssigkeit entließen. Auch dort wurden des Nachts Lastwagen gesehen, die mit ausgeschalteten Scheinwerfern unterwegs waren.

Als ich im April 1965 ins BerufslebenDazu auch die Geschichte „Lehrjahre“, oder „Fernmeldelehrling bei der Post“ lesen. [Klick …] startete und täglich mit der Hochbahn ab Kiwittsmoor nach Wandsbek in die Lehrwerkstatt fuhr, beobachtete ich im Laufe der Jahre, wie der Müllberg rechts der Strecke, wo ich das Erlebnis mit den Bananen hatte, immer kleiner wurde und regelrecht im moorigen Untergrund zu versinken schien. Dort entstand dann ab 1965 ein Gewerbegebiet. Straßen wurden gebaut und das Gelände erschlossen. Zwei Jahre später entstand dort ein duftender Turm mit einem rot-weißen Hut als Firmenlogo. „Mit diesem Hut schmeckt Kaffee gut“ lautete der Slogan. Es handelte sich um einen Röstturm der Firma Pedro-Kaffee, den es heute leider nicht mehr gibt.

Immer, wenn ich dort vorbeikam, roch es nach frischem Bohnenkaffee. Das Wort „Bohnenkaffee“ wurde nach dem Krieg, den Jahren der Entbehrungen, immer ganz besonders betont und auf den Werbeschildern von Pedro auch besonders hervorgehoben. Zu Hause gab es täglich MuckefuckDie eingedeutschte Bezeichnung für Mocca faux (französisch für falscher Kaffee) ist möglicherweise 1870 während des Deutsch-Französischen Krieges unter Napoleon III. oder schon während der französischen Besetzung des Rheinlandes entstanden., einen Kaffeeersatz, weil der viel billiger war. Bohnenkaffee gab es nur sonntags oder wenn Besuch kam.

Nachwort

Eine Pressemeldung aus jüngster Zeit sorgt für Schlagzeilen: „Im Stadtteil Hamm sollen bis 2027 die Osterbrookhöfe entstehen.“ Doch der Bau von 800 Wohnungen, zwei Kindertagesstätten, einem Supermarkt und einem Sportzentrum liegt auf Eis, weil die Kaffeerösterei von Tchibo in der Wendenstraße die ganze Gegend mit gutem Kaffeeduft versorgt. Es riecht zu stark nach Kaffee, das kann man den zukünftigen Bewohnern nicht zumuten. Ich bin gespannt, wie diese Geschichte ausgehen wird.

Im Jahr 2022 wurde eine Reform der Grundsteuer angekündigt und der Hamburger Finanzsenator hatte bereits ein Motto gefunden: „Fair für alle“. Zunächst durften sich die Hamburger mit den Messzahlen für Grundstücke und Gebäude herumschlagen, dann erfolgte drei Jahre später der Versand der Bescheide. Konnte man bei Ankündigung der Reform noch von moderat erhobenen Beträgen ausgehen, schockierten die Zahlen in den Bescheiden. Die Hebesätze wurden fast auf das Doppelte, von 520 Punkten auf 925, angehoben. Da muss selbst der Finanzverwaltung aufgefallen sein, dass es nun zu einer saftigen Erhöhung der Steuerlast kommen muss. Um das abzumildern, wurden indessen Wohnlagenrabatte von 25 Prozent eingeführt, von denen 2022, bei Ankündigung der Steuerreform, noch keine Rede war. Dafür herangezogen wird jetzt das sogenannte Wohnlagenverzeichnis der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Das Verzeichnis sieht nur zwei Zustände für eine Wohnlage vor: „Normal“ und „Gut“. Und wer danach in „normaler“ Wohnlage wohnt, erhält einen fünfundzwanzig prozentigen Nachlass auf die Grundsteuer.

Ich staune nicht schlecht, als ich feststellen muss, dass die Straßen unserer Siedlung in Sichtweite der Müllberge, in der ich wohne, jetzt zur Kategorie der guten Wohnlagen gehören und damit höher besteuert werden. Gleichgesetzt mit einer Wohnlage, beispielsweise an der Elbchaussee, wo Pfeffersäcke und Bratenfreter Villen mit Parks und Elbblick bewohnen. „Fair für alle“, wie die Broschüre der Finanzbehörde versprach, fühlt sich anders an. Wenn Knochenpuler aus Waste-Montana und elbblickende Bratenfreter in eine Topf geworfen werden, ist das alles andere als fair! Das nennt man Umverteilung und Sozialisierung der Lasten.

Auf meinen Widerspruch und den Hinweis, dass dieses Wohnlagenverzeichnis selbst als nicht amtlich bezeichnet wird und ausschließlich zur Ermittlung des Hamburger Mietenspiegels dienen soll, wurde mir mit behördlicher Arroganz mitgeteilt, dass die Werte wissenschaftlich ermittelt wurden und keinesfalls, wie von mir vermutet, willkürlich zustande kamen. Ich Dummerchen. Ich hätte nunmehr die Möglichkeit, auf eigene Kosten ein Gutachten zu erwirken, das die Finanzbehörde dann sicherlich mit einem Gegengutachten beantworten wird. Die Frage, die ich mit meinem Widerspruch stellte, bleibt wohlweislich offen: Wie kann es sein, dass in einer Siedlung mit gleichen Bedingungen für alle darin enthaltenen Häuser und Grundstücke nur eine Straßenseite die Wohnlage wechselt, ein ganzer Straßenzug besser eingestuft wird und, um es noch absurder zu machen, ein und dasselbe Grundstück nach seiner Teilung sowohl in Wohnlage „normal“ und der hintere, abgetrennte Teil in „gut“ eingestuft wurde? Darauf hätte ich gerne eine Antwort bekommen.

Nachtrag:

Ende Januar 2026, zehn Monate, nachdem ich den Grundsteuerbescheiden widersprochen habe, erhielt ich jetzt Post vom Finanzamt. Alle Steuerbescheide sind aufgehoben, weil sich die Wohnlagenbewertung für die Straße, in der ich wohne, geändert hat. Auch wurde die Methodik zur Ermittlung der Wohnlage deutlich gerändert, der ehemals hoch bewertete Bodenindex spielt jetzt dabei kaum noch eine Rolle. Von wegen wissenschaftlich, alles schnöde Statistik, die sich sehr wohl an Gegebenheiten anpassen lässt. Auch dies nur ein Pyrrhus-Sieg, mit vieler, ausdauernder und unnötiger Schreiberei verbunden. Die grundsätzlichen Gründe für den Widerspruch gegen diese stümperhaft durchgeführte Steuerreform bleiben aber davon unberührt: Alle Grundstücke sollten individuell bewertet werden und unterschiedliche Messzahlen für eine gerechte Besteuerung erhalten, dafür könnte das Geoportal BORIS-HHBodenrichtwert-Informationen der Freien und Hansestadt Hamburg dienen, mit den dort gelisteten Bodenindexwerten. Das nichtamtliches Wohnlagenverzeichnis der Behörde fü+r Bauen und Wohnen, das ausdrücklich nur zur Ermittlung des Mietenspiegels dienen sollte, darf dafür nicht herangezogen werden. Der Kampf geht weiter!


  • Autor: Hartmut Kennhöfer, 31. Januar 2026
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